Archiv ‘Pflegeversicherung’

Assekurata: Anhaltende Wachstumsdelle in der PKV

In der privaten Krankenversicherung (PKV) wird es in der Vollversicherung auf absehbare Zeit kein Wachstum geben. Davon geht die Ratingagentur Assekurata aus. PKV-Experte Gerhard Reichl sieht den Hauptgrund für die andauernden Bestandsverluste nicht in der Abwanderung von Privatversicherten in die gesetzliche Krankenversicherung, sondern in einem rückläufigen Zugang durch die Verunsicherung und die Angst vor unbezahlbaren Prämien im Alter. Dabei steht die PKV mit Blick auf die Beitragsstabilität nach Einschätzung von Assekurata gar nicht schlecht da. In der Pflegeversicherung rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Anstieg der Beiträge.

Privatversicherte sind mit Pflegegutachtern zufrieden

Privatversicherte Pflegebedürftige sind mit der Begutachtung durch das Unternehmen Medicproof – einer Tochter des PKV-Verbands – im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Die Versicherten erteilen den Ärzten und Pflegefachkräften nach einer aktuellen Umfrage gute Noten für ihre Arbeit. Allerdings zeigt die Auswertung auch Nachbesserungsbedarf: So wollen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Abläufe der Begutachtung, das Zustandekommen der Bewertung und die weiteren Abläufe besser erklärt bekommen. Medicproof will das künftig in die Schulungen der Gutachter einfließen lassen.

PKV verliert Vollversicherte, baut Rückstellungen auf

Gemischte Bilanz der privaten Krankenversicherer für das vergangene Jahr: Die Unternehmen mussten im Kerngeschäftsfeld Vollversicherung erneut einen Rückgang bei der Zahl der Versicherten hinnehmen. In der Zusatzversicherung erhöhte sich dagegen der Bestand, vor allem durch einen starken Zuwachs bei Pflegezusatzpolicen. Die Alterungsrückstellungen der Branche summierten sich Ende 2015 auf 219 Mrd. Euro, die Unternehmen erzielten im vergangenen Jahr eine Nettoverzinsung von 3,7 Prozent.

Pflegezusatzpolicen: Hoher Umstellungsaufwand

Die Reform der Pflegeversicherung hat Auswirkungen auf private Zusatzpolicen. Da die Leistungen der Verträge eng an das gesetzliche System gekoppelt sind, müssen auch die privaten Anbieter ihre Tarife an die Änderungen anpassen. Experten erwarten Leistungsausweitungen, aber auch Beitragssteigerungen. Wie sich die Reform auf die Nachfrage nach den Pflegezusatzversicherungen auswirken wird, ist noch ungewiss.

PKV will wichtigere Rolle im Gesundheitswesen spielen

Die privaten Krankenversicherer wollen in der Qualitätsdebatte stärker mitmischen und damit ihre Bedeutung für das Gesundheitswesen unterstreichen. Die Branche hat die Gründung einer „Stiftung Gesundheitswissen“ beschlossen, die unabhängige, wissenschaftlich fundierte Patienteninformationen herausgeben soll. Die Krankenversicherer fordern die Politik auf, ihr eine aktive Rolle in der Weiterentwicklung des Pflege-Systems zuzugestehen. Einbringen will sich die Branche laut Verbandschef Uwe Laue bei der Weiterentwicklung des sogenannten Pflege-TÜV und der Einrichtung eines Pflegequalitätsinstituts.

WIP: Pflegeversicherung braucht Kapitaldeckung

In den kommenden Jahren wird sich in der gesetzlichen Pflegeversicherung die Umverteilung zu Lasten der jüngeren Generationen verschärfen. Um diese Effekte abzufedern, bleibt es notwendig, der Kapitaldeckung eine größere Bedeutung zu geben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV. Danach sollten zumindest Kinderlose und Versicherte mit wenigen Kindern verpflichtet werden, für das eigene Pflegerisiko kapitalgedeckt vorzusorgen.

Aktuare warnen vor Risiken bei Beitragsbefreiung

Manche private Krankenversicherer bieten bei Pflegetagegeldpolicen eine Beitragsbefreiung in frühen Pflegestufen an. Das ist ein gutes Verkaufsargument. Für diesen Vorteil drohen den verbleibenden zahlenden Kunden bei einem Anstieg der Pflegehäufigkeit aber stark steigende Beiträge, warnen Kritiker. Ihnen hat der Ausschuss Krankenversicherung in der Deutschen Aktuarvereinigung recht gegeben. Nach Überzeugung der Aktuare ist die frühe Beitragsbefreiung auch für die Unternehmen selbst mit Risiken verbunden. Wer daran festhält, sollte zumindest zusätzliche Sicherheiten einbauen, so die Empfehlung.

Pflegepolicen: Entscheidend ist nicht der Preis

 Meinung am Mittwoch:  Dass es einen Bedarf für private Pflegeversicherungen gibt, wird nicht in Frage gestellt. Bei der Bewertung von Versicherungslösungen wird aber häufig zu stark auf den Preis geachtet. Dieser stellt wie in der privaten Krankenversicherung aber nur eine Momentaufnahme dar und kann sich gravierend ändern. Wichtiger sind eine solide Kalkulation und ein guter Leistungskatalog.

Pflege-Bahr nur in Kombination

Die Versicherer Hanse Merkur, Württembergische und DFV bieten nach einer aktuellen Untersuchung von Stiftung Warentest die Pflegetagegeldversicherungen mit den besten Leistungen an. Die Tester haben 88 Tarife von 29 Anbietern unter die Lupe genommen und Preise und Leistungen für Modellkunden im Alter von 45 Jahren und 55 Jahren geprüft. Reine Pflege-Bahr-Tarife hält Stiftung Warentest für nicht ausreichend, nur in Kombination mit ungeförderten Verträgen machen sie demnach Sinn.

Pflegeversicherung im Test

 Was die Woche bringt:  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Stiftung Warentest beschäftigt sich mit Pflegeversicherungen, Bilanzpressekonferenzen von HUK-Coburg und Cosmos Direkt.

DKV mischt in der Pflege als Anbieter mit

Im Pflegebereich ist der private Krankenversicherer DKV nicht nur als Versicherer aktiv, sondern auch als Anbieter von ambulanten Pflegediensten und Senioren-Residenzen. Es sei Aufgabe der Versicherer, die Kunden im Pflegefall zu beraten und zu begleiten, sagt DKV-Chef Clemens Muth. Die DKV erwartet, dass der Markt der ambulanten Pflegeleistungen stark wachsen wird und will an der Entwicklung partizipieren. Die Tochter DKV Pflegedienste & Residenzen arbeite rentabel.

PKV in der Verantwortung für Versorgungsqualität

Die privaten Krankenversicherer müssen künftig auch in der Pflegeversicherung eine aktive Rolle in der Versorgung ihrer Kunden einnehmen. Die Position als reiner Geldgeber wird den großen Anforderungen im Pflegebereich auf Dauer nicht gerecht, sagt Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenversicherung und stellvertretender Vorsitzender des PKV-Verbands.

Kein „weiter so“ in der Pflegeversicherung

In der Pflegeversicherung wird kein Weg daran vorbeiführen, von den Menschen mehr finanzielle Eigenvorsorge zu verlangen. Gleichzeitig müssen die Privatversicherer mit ihren Angeboten und beim Vertrieb stärker auf das abzielen, was die Menschen wirklich wollen. Darüber waren sich Experten beim PKV-Forum der Continentale in Köln einig. Klar war allen: So wie es zurzeit ist, kann es nicht weitergehen.

Gothaer: Pflegeversicherung wird teurer

Die Gothaer rechnet mit Beitragserhöhungen für privat Pflegeversicherte, falls der Gesetzgeber die Definition der Pflegebedürftigkeit ausweitet. Darauf zielt die von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe initiierte Pflegereform ab. Eine höhere Pflegewahrscheinlichkeit der Versicherten könne Beitragsanpassungen unumgänglich machen, warnt Ralph Brouwers, Chef-Aktuar der Gothaer Krankenversicherung.

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