Die privaten Krankenversicherer (PKV) kritisieren, dass die Versicherungspflichtgrenze im kommenden Jahr von 60.750 Euro auf 62.550 Euro steigen soll. Die Branche stört, dass mit diesem Schritt der Wechsel von Arbeitnehmern von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung weiter erschwert wird. Die PKV plädiert in einer aktuellen Stellungnahme deshalb dafür, den Wert auf einen Schlag auf 56.250 Euro zu senken. Ein Alternativvorschlag: Die Versicherungsgrenze wird für einige Jahre eingefroren.
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Streit um die PKV im Bundestag
Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hat sich in einer Anhörung mit dem Für und Wider einer Abschaffung der privaten Krankenversicherung (PKV) beschäftigt. Sie hatte die Fraktion der Linke in einem Antrag mit der Begründung gefordert, das private System verstoße gegen das im Sozialsystem verankerte Solidaritätsgebot. Zustimmung für eine Überführung der PKV in die gesetzliche Krankenversicherung kam von Elisabeth Fix vom Deutschen Caritasverband. Arbeitgebervertreter verteidigten dagegen den Wettbewerb im dualen System. Florian Reuther vom PKV-Verband bezeichnete die Generationengerechtigkeit im privaten System als höher.
Zusatzversicherungen weiter nachgefragt
Die Zusatzversicherung ist für die meisten privaten Krankenversicherer nach wie vor ein Wachstumsfeld. Nach einer aktuellen Analyse der Ratingagentur Assekurata konnte der Großteil der Branche in diesem Segment im Jahr 2018 anders als in der Vollversicherung bei der Zahl der versicherten Personen zulegen. Lediglich sechs Anbieter mussten einen Rückgang hinnehmen. Die stärksten Gewinne konnte demnach die R+V verbuchen. Sie hat die Besonderheit, dass sie Auslandsreisekrankenversicherungen auch als Police gegen laufenden Beitrag verkauft und nicht nur gegen Einmalbeitrag. Der mit Abstand größte Zusatzversicherer ist nach wie vor die DKV.
Continentale: Digitalfonds ist wichtig für die PKV
Der geplante Digitalfonds der privaten Krankenversicherer kann der Branche dabei helfen, bei der Digitalisierung gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Gleichzeitig ermöglicht die Initiative den Versicherern, ihre Expertise in die Entwicklung von sinnvollen Gesundheitsanwendungen für die Versicherten einzubringen. Das erwartet Christoph Helmich, Vorstandsvorsitzender des Continentale Verbunds. Der Versicherer wird sich deshalb an dem Fonds beteiligen. Mit der Festlegung auf eine technische Lösung für die elektronische Patientenakte lässt sich die Continentale dagegen noch Zeit.
Privatpatienten sind zufriedener
Die Zufriedenheit der Deutschen mit dem Gesundheitswesen ist nach wie vor groß, wenn auch etwas geringer als vor einem Jahr. Dabei ist die Stimmung bei den privat Versicherten besser als bei gesetzlich Versicherten. Das zeigt die aktuelle Studie der Continentale, der eine repräsentative Befragung von mehr als 1.300 Erwachsenen zugrunde liegt. Der Versicherer hat auch nach der Einstellung der Bevölkerung zur Altersvorsorge fragen lassen. Danach sind Immobilien die beliebteste Vorsorgeform, um den Lebensstandard im Alter halten zu können, gefolgt von der privaten Rentenversicherung.
PKV prüft Erstattungsfähigkeit von Apps
Die Digitalisierung wird auf lange Sicht die Kosten in der privaten Krankenversicherung (PKV) senken, erwartet Marcus Kremer, Vorstand der Continentale. Er betonte beim PKV-Forum des Versicherers, dass die Branche eine aktive Rolle in der Entwicklung spielt. Dazu gehöre auch, sich Gedanken über die Erstattungsfähigkeit von Gesundheits-Apps zu machen. Dabei müssen laut Kremer die ärztliche Verordnung und der medizinische Nutzen im Vordergrund stehen. Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Gesundheits-Sachverständigenrates, warnte davor, dass es bei den Gesundheitsakten eine Beliebigkeit bei den eingestellten Daten geben könnte. Dann würden Ärzte sie nicht nutzen.
Private Krankenversicherer starten Digital-Fonds
Die privaten Krankenversicherer (PKV) haben einen Fonds für digitale Entwicklungen an den Start gebracht. Mit „heal capital“ will die Branche Gesundheitsanwendungen fördern, damit sie schneller Eingang in die Versorgung finden. Der Fonds, an dem sich der Großteil der Versicherer beteiligt, hat eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren und ein Zielvolumen von 100 Mio. Euro. Der PKV-Verband kooperiert dabei mit den spezialisierten Investoren Heartbeat Labs und Flying Health.
PKV muss weiter zittern
In der juristischen Auseinandersetzung über die Rechtmäßigkeit von Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist noch kein Ende in Sicht. Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) in der Frage der Unabhängigkeit der Treuhänder in der PKV zugunsten der Versicherer entschieden hatte, liegt jetzt eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht. Außerdem müssen die BGH-Richter klären, wann die Begründung für eine Beitragsanpassung als ausreichend angesehen werden kann, berichtete Rechtsanwalt Joachim Grote von der Kanzlei BLD Bach Langheid Dallmayr auf einer Fachkonferenz in Berlin. Wann es jeweils zu einer Entscheidung kommt, ist nach seinen Angaben noch nicht abzusehen.
PKV muss sinnvolles Kooperieren lernen
Bei Kooperationen zwischen den einzelnen Anbietern sind die gesetzlichen Krankenkassen schon deutlich weiter als die privaten Krankenversicherer (PKV). Dabei können gerade die PKV-Unternehmen angesichts ihrer geringen Marktmacht von einem einheitlichen Agieren profitieren, sagte Thomas Soltau, Geschäftsführer der Leistungsmanagement-Gesellschaft LM+, auf der Euroforum-Tagung „PKV aktuell und digital“ in Berlin. Bei Zusammenschlüssen müssen die Versicherer aber immer das Kartellrecht im Blick haben, betonte Rechtsanwalt Christoph Peter (Bild). So sei ein konzertiertes Vorgehen bei der Erstattung von Therapien, die nur Privatpatienten offenstehen, kritisch. Auch beim Poolen von Daten legen die Kartellbehörden strenge Maßstäbe an.
Axa betont das Einsparpotenzial durch Digitalisierung
Angesichts stark steigender Kosten muss die Krankenversicherung sich radikal ändern, glaubt die Axa. Im Mittelpunkt dürfe nicht mehr die Krankheit, sondern die Gesundheit der Kunden stehen, sagte Thilo Schumacher, Vorstand für Personenversicherung im Axa Konzern. Dabei hilft die Digitalisierung. In diesem Punkt sieht sich der Kölner Versicherer, der im Juni den auf digitale Gesundheit und Prävention fokussierten Tarif ActiveMe gestartet hat, ganz weit vorne. „Unser Anspruch ist klar, dass wir nicht einholbar sind, wenn wir uns weiterentwickeln“, so Schumacher.
Generali: Kein Vitality-Tarif in der PKV
Die Generali wird in der privaten Krankenversicherung (PKV) auf absehbare Zeit keinen verhaltensbasierten Tarif nach dem Vitality-Prinzip anbieten. Im Moment fehle die Datengrundlage, um einen solchen Tarif zu kalkulieren, sagte Jochen Petin, der Vorstandsvorsitzende der zu Generali gehörenden Central Krankenversicherung. Der Versicherer spreche aber mit der Aufsicht über Möglichkeiten, einzelne steuernde Maßnahmen in PKV-Tarife einzubinden, berichtete er. Die Einführung von Vitality in anderen Sparten in Deutschland betrachtet Petin bislang als Erfolg.
HUK-Vorstand Herøy will mehr Transparenz in der PKV
Die privaten Krankenversicherer (PKV) sollten mehr Transparenz über ihre Tarife herstellen, findet Hans-Olav Herøy vom Vorstand der HUK-Coburg. Wer sich für eine Vollversicherung interessiert, muss erkennen können, wie das Verhältnis zwischen Neugeschäftsbeiträgen und Bestandsbeiträgen aussieht, sagte er auf der Euroforum-Konferenz „PKV aktuell & digital“ in Berlin. Herøy sieht die Branche auch in der Pflicht, Kunden einen genauen Überblick über die verschiedenen Tariflinien zu verschaffen, um Wechseloptionen aufzuzeigen. Der Vorstandsvorsitzende der DKV Clemens Muth warnte davor, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu überschätzen. Die auf digitalem Weg gesammelten Daten über die Versicherten könnten noch keine Grundlage für die Tarifkalkulation sein.












