Archiv ‘Politik’

Herbert Fromme

Politische Naivität wird teuer

 Herbert Frommes Kolumne  Da hatten die Chefs der Allianz Private Krankenversicherung (APKV) eine gute Idee, ganz im Sinne von „den Kunden begleiten“. Sie testen in vier Großstädten einen Notfalldienst – Kinderärzte machen nachts und am Wochenende Hausbesuche bei privat versicherten Kindern. Jetzt ist die Gesellschaft überrascht von der heftigen negativen Reaktion des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte – und versteht überhaupt nicht, warum die Aktion in der politischen Auseinandersetzung sehr schädlich für die PKV sein kann. Die Naivität in politischen Dingen ist nicht auf die APKV beschränkt. … Lesen Sie mehr ›

Herbert Fromme

Hört auf zu maulen

 Herbert Frommes Kolumne  Mindestens zwei Pensionskassen werden nach Informationen von SZ und Versicherungsmonitor in den kommenden Wochen die fest zugesagten Leistungen reduzieren müssen. Für die Branche kommt das zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Schließlich stehen in Berlin Entscheidungen über die ZZR-Änderungen, einen möglichen Provisionsdeckel und die künftige Förderung der Altersvorsorge an. Da stellt sich die Frage, warum die Versicherer den Bullen nicht bei den Hörnern packen und einen eigenen Abwicklungsspezialisten bauen, der sich mit solchen (meist kleineren) Problemfällen befasst? Dabei geht es nicht um den Ernstfall, dafür ist Protektor da, sondern um Lösungen für einen deutlich früheren Zeitpunkt. Wenn […] … Lesen Sie mehr ›

Herbert Fromme

Signore Liverani, der Run-off und die ZZR

 Herbert Frommes Kolumne  Generali-Deutschlandchef Giovanni Liverani hat es derzeit nicht leicht. Seine italienische Muttergesellschaft drängt auf die Trennung von der Generali Leben, die ab Ende Juni weitgehend im Run-off sein wird. Politiker vor allem aus der Union werfen den Lebensversicherern Verrat am Kunden vor, wenn sie Bestände oder Gesellschaften verkaufen wollen. Offiziell hält der Branchenverband GDV die Linie, dass der Run-off den Kunden nicht schadet. Aber der Ärger vieler Vorstände über die Generali und ihre Verkaufspläne ist deutlich spürbar. Manche machen die Triester Gesellschaft sogar dafür verantwortlich, dass die Bundesregierung die aus ihrer Sicht dringend nötigen Veränderungen an der […] … Lesen Sie mehr ›

Herbert Fromme

Spiel mit dem Feuer

 Herbert Frommes Kolumne  Die schärfste Opposition gegen den Plan von Ergo und Generali, stillgelegte Lebensversicherer zu verkaufen, kommt von anderen Versicherern. Die Empörung bei ihnen ist groß, auch wenn sie meistens nur hinter vorgehaltener Hand geäußert wird. Doch die Vorstände anderer Gesellschaften sollten vorsichtig sein mit ihrer Kritik. Sie ist inzwischen bei der Politik angekommen, die Grünen wollen sogar gesetzgeberisch tätig werden. Das wäre auch für die heutigen Kritiker fatal. Denn es kann ihnen gut passieren, dass sie selbst in drei oder fünf Jahren einen Teilbestand abwickeln und verkaufen müssen. Die Kritiker spielen mit dem Feuer. … Lesen Sie mehr ›

Herbert Fromme

Ergo und Generali: PR-Desaster Run-off

 Herbert Frommes Kolumne  Die Entscheidungen von Ergo und Generali für den Run-off und die Käufersuche bei ihren Lebensversicherern machen wirtschaftlich sehr viel Sinn für die Unternehmen. Aber unter PR- und Marketinggesichtspunkten sind sie für die gesamte Branche eine Katastrophe. Wer die lebenslange Rentenzahlung und die eigene Verlässlichkeit in den Mittelpunkt seiner Argumentation stellt, hat ein Problem, wenn große Marktteilnehmer ihre Töchter an Hedgefonds oder chinesische Großinvestoren verkaufen. Das dämmert inzwischen auch vielen Vorständen. … Lesen Sie mehr ›

Restschuldpolicen: Experten für Kopplungsverbot

Bei einer öffentlichen Anhörung von Sachverständigen zum IDD-Umsetzungsgesetz haben Bundestagsabgeordnete der Regierungs- und Oppositionsparteien kritische Nachfragen zu Restschuldversicherungen gestellt. Die befragten Experten sprachen sich für ein Kopplungsverbot aus. Weitere Schwerpunkte der Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie waren das Honorarverbot für Vermittler, das Durchleitungsgebot bei der Vermittlung von Brutto-Tarifen durch Versicherungsberater sowie die Etablierung von Beratungspflichten in der Direktversicherung. … Lesen Sie mehr ›

Zöllmer: Provisionsabgabeverbot auf Dauer unhaltbar

Manfred Zöllmer ist stellvertretender finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und in der Partei für die Versicherungsbranche zuständig. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er über die Einigung der Regierung auf das Garantieverbot bei der sogenannten Nahles-Rente und eine mögliche Regulierung von Restschuldversicherungen im Zuge des IDD-Umsetzungsgesetzes. Zöllmer zeigt Verständnis für den Ärger der Makler über das Honorarannahmeverbot – und outet sich als Kritiker der Bürgerversicherung, deren Einführung die SPD fordert. … Lesen Sie mehr ›

PKV: CDU will Reform bei Beitragsanpassungen

Die CDU will in der kommenden Legislaturperiode offensichtlich das Problem der Beitragssprünge in der privaten Krankenversicherung angehen. Das sieht zumindest ein Positionspapier des Bundesfachausschusses Gesundheit und Pflege der Partei für das Wahlprogramm vor. In dem Papier spricht sich die CDU erneut für die Beibehaltung des dualen Systems aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung aus und lehnt wenig überraschend eine staatliche Einheitsversicherung ab. Für sinnvoll halten die Fachleute aber bessere Kooperationsmöglichkeiten zwischen PKV-Unternehmen und Krankenkassen. … Lesen Sie mehr ›

De Castries unterstützt Fillon

Der konservative französische Präsidentschaftskandidat François Fillon hat einen prominenten Mitstreiter gefunden. Der ehemalige Axa-Chef Henri de Castries unterstützt offiziell die Kampagne seines langjährigen Freundes. De Castries, der zurzeit im Aufsichtsrat der Bank HSBC sitzt, wird als möglicher Minister in einem Kabinett Fillon gehandelt. Was diese Frage anbelangt, übt sich de Castries in vornehmer Zurückhaltung. Für seine Tätigkeit bei Axa brauche er sich nicht zu schämen, betont er im Interview mit der französischen Tageszeitung Le Figaro. … Lesen Sie mehr ›

Versicherer – zu selbstverliebt, zu langsam, zu brav?

 Meinung am Mittwoch  In der Versicherungsbranche muss sich einiges ändern. Die Assekuranz ist zu sehr mit sich selbst befasst. Viele Vorstände reden zurzeit davon, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Stellt sich die Frage, wo er denn bisher eingeordnet war? Bei nützlich, lästig oder leider unverzichtbar? Außerdem ist die Branche zu langsam. Neue Risiken von Industrie- und Privatkunden werden von den Versicherern nicht adressiert. Auch auf der politischen Bühne agieren sie wie Zwerge im Land der Riesen. … Lesen Sie mehr ›

Herbert Fromme

Morbus Ratlosigkeit

 Herbert Frommes Kolumne  Talanx-Finanzchef Immo Querner beklagt den „Morbus Draghi“, unter dem die Versicherungsbranche leidet. Mario Draghi steckt in der Sackgasse, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard zeigt sich „fassungslos und entsetzt“. Die heftige EZB-Schelte zeigt in Wirklichkeit die Ratlosigkeit der Branche. Ihr Geschäftsmodell der Zinsarbitrage in der klassischen Lebensversicherung ist gescheitert, echte Alternativen fehlen. Die hohen Gewinne der meisten Konzerne machen die Kritik auch nicht gerade glaubwürdiger. Grundsätzlich gilt: Wer so um sich schlägt, riskiert, als Gesprächspartner nicht mehr ernst genommen zu werden. … Lesen Sie mehr ›

Höchstrechnungszins: Eine fahrlässige Entscheidung

 Meinung am Mittwoch  Die Entscheidung der Politik, den für die Garantiezinsen maßgeblichen Höchstrechnungszins nun doch nicht abzuschaffen oder deutlich abzusenken, ist falsch. Denn mit dem Wert signalisiert der Gesetzgeber den Versicherten eine Scheinsicherheit. Der Höchstrechnungszins orientiert sich an Durchschnittszinsen aus der Vergangenheit, die in der aktuellen Marktsituation längst nicht mehr mit sicheren Anlagen zu erzielen sind. Die deutsche Politik und die Versicherungsaufsicht müssen ihren Kuschelkurs mit der Versicherungsbranche korrigieren. … Lesen Sie mehr ›