Die Einnahme von Medikamenten zur Gewichtsabnahme sollte bei der Risikobewertung in der Lebensversicherung berücksichtigt werden, da sie Auswirkungen auf die Mortalität haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Munich Re Life US auf Basis einer Studie in den USA. Versicherer, die das Thema ignorieren, könnten Nachteile im Wettbewerb erleiden, warnt der Rückversicherer. Elektronische Patientenakten hält er für eine gute Datenquelle.
Archiv ‘Risikobewertung’
Munich Re: Die Wissenschaft für das Underwriting nutzen
Mit einem neuen Online-Handbuch will die Munich Re die medizinische Risikobewertung in der Lebensversicherung im eigenen Unternehmen und bei den Kunden kontinuierlich verbessern. MIRA Pro soll den aktuellen wissenschaftlichen Stand bei allen bekannten Krankheiten widerspiegeln und dadurch das Underwriting erleichtern. Die breite Nutzung wissenschaftlicher Evidenz ermöglicht es, mehr Menschen Zugang zu Versicherungsschutz zu geben, sagt Munich-Re-Vorständin Mari-Lizette Malherbe im Interview mit dem Versicherungsmonitor.
Baobab startet EU-Expansion
Der Cyber-Assekuradeur Baobab wird sein Geschäft ab November in die Benelux-Region (Belgien, Niederlande, Luxemburg) ausweiten. Das Berliner Unternehmen hat dafür Tim van Lier als General Manager an Bord geholt, der zuletzt im Bereich Cyber- und Technologierisiken beim Großmakler Aon tätig war. Baobab erhofft sich große Wachstumschancen in der Region und ist nach eigenen Angaben mit seinem Expansionskurs in Europa noch nicht am Ende.
Prävention und Information entscheidend
In der Industrieversicherung war es in den vergangenen Jahren durchaus möglich, pauschale Aussagen zur Zeichnungspolitik, Kapazität und zu Prämienerhöhungen treffen zu können. Das ist nicht mehr so, glaubt der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM). Der Markt sei in vielen Bereichen gerade sehr volatil. In der Sachversicherung moniert der Verband weiter gravierende Deckungslücken, im Cyber- und D&O-Markt hingegen sieht er eine leichte Entspannung. Überall spielen jedoch Präventionsmaßnahmen und Risikoinformationen eine entscheidende Rolle.
Wem Drohnen drohen
US-amerikanische Versicherer setzen vermehrt Drohnen ein, um die Gebäude und Grundstücke ihrer Versicherungsnehmer aus der Luft zu kontrollieren – allerdings unangemeldet, wie das US-Finanzportal Moneywise berichtet. In der Folge könnten die Gesellschaften Beiträge erhöhen oder sogar Policen kündigen. Viele Kunden der US-Versicherer bewerten dieses Verhalten als übergriffig. Ist ein solches Szenario auch in Deutschland denkbar?
Kanal-Ameisen eines Gästehauses
Lektüre Sommer- und Urlaubszeit ist für viele Menschen auch Zeit zum Lesen. Für alle, die dabei nicht ganz auf etwas Versicherungsflair verzichten wollen, haben wir beim Versicherungsmonitor Bücher gefunden und gelesen, die einen Bezug zur Branche haben. Wir stellen sie in loser Folge vor. Heute: Was Kanal-Ameisen in Terry Pratchetts „The Colour of Magic“ mit Versicherungen zu tun haben und warum Magie nicht vor Versicherungsbetrug schützt.
Kleine Unternehmen unterschätzen Cyber
Kleinere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 100 Mio. Dollar (85 Mio. Euro) unterschätzen offenbar das Thema Cyberbedrohung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Cyber-Assekuradeurs Coalition. Demnach erkennen die meisten Unternehmen weltweit zwar die Risiken, priorisieren sie aber nicht entsprechend, so die Analysten. In Deutschland gehen immerhin 83 Prozent der für die Cybersicherheit Zuständigen davon aus, dass die Cyber-Risiken im vergangenen Jahr zugenommen haben.
A.M. Best: Ausblick für Cyber bleibt stabil
Die Ratingagentur A.M. Best stuft den globalen Marktausblick für das Segment Cyber weiterhin als stabil ein. Grund dafür ist die starke Nachfrage nach Versicherungsschutz, die durch steigende Bedrohungen wie systemische Risiken, Ransomware-Angriffe oder Überweisungsbetrug verursacht wird. Laut einem aktuellen Bericht der Ratingagentur geraten auch Versicherer vermehrt ins Visier von Hackern, die künstliche Intelligenz zunehmend für sich nutzen.
GDV-Tochter auf neuen Pfaden
Exklusiv Die IT-Dienstleistungs-Tochter des Versichererverbandes GDV, GDV DL, will den Gesellschaften bei der Umsetzung des Digital Operational Resilience Act helfen, insbesondere bei dem jährlich anstehenden Austausch von Informationen mit externen Dienstleistern. Standardisierte Fragebögen sollen allen Beteiligten die Arbeit leichter machen. Dafür hat die GDV DL eine eigene Lösung gebaut, von der sie so begeistert ist, dass sie das Produkt jetzt auch Banken anbietet. Damit wird sie zum ersten Mal außerhalb der Branche aktiv.
Handlungsbedarf bei Abnehm-Spritzen
Abnehm-Spritzen können beim Gewichtsverlust helfen, doch sie sind keine Wundermittel. Setzen Betroffene sie ab, kann ein Großteil des verlorenen Gewichts wieder auf der Waage erscheinen, zeigen Studien. Für Versicherer stellt die neue „Abnehm-Ära“ eine Herausforderung bei der Risikobewertung dar, da Langzeitrisiken schwer einzuschätzen sind. Der Rückversicherer Swiss Re empfiehlt in einem aktuellen Report verhaltenswissenschaftliche Ansätze, um Risiken besser bewerten und Versicherte langfristig unterstützen zu können.
Generali setzt parametrischen ILS-Fonds auf
Der Investmentmanager Twelve Capital und die Finanzplattform Lumyna Investments, die beide zur Generali gehören, haben gemeinsam mit dem Industrieversicherer Generali Global Corporate & Commercial und dem Assekuradeur Descartes Underwriting einen ILS-Fonds aufgesetzt. Er soll Kapitalanlegern Zugang zu einem Portfolio aus Katastrophenanleihen und anderen verbrieften Naturgefahren bieten. Der neue Fonds verspricht ihnen eine bessere Diversifikation und eine höhere Rendite. Zudem erhofft sich Generali, den Einsatz parametrischer Lösungen im Bereich der Naturkatastrophenversicherung zu erweitern.
Schnelle Risikobewertung mit 3D-Klon
Digitale Trends 2025 Für Versicherer wird es immer schwieriger, zuverlässige Risikodaten zu Industrie- und Gewerbegebäuden zu bekommen. Das liegt unter anderem daran, dass viele Gebäude gleichzeitig mehreren Zwecken dienen. Außerdem sind zahlreiche Daten immer noch nicht standardisiert. Cover Mesh, die Digitalisierungseinheit des Maklers Ecclesia, will diese Probleme mit Hilfe eines 3D-Scans und einer KI-basierten Plattform angehen.
Open Insurance – Ein Lichtblick für Versicherer
Digitaler Dienstag Open Insurance, also das Teilen von versicherungsbezogenen persönlichen und nicht-persönlichen Daten über Schnittstellen, bietet Versicherern viele Vorteile. Bei den meisten hat die Datenlandschaft aber nicht den Reifegrad, um diese Potenziale zu heben. Versicherer sollten die Financial Data Access-Verordnung der EU nutzen. Sie kann der Schlüssel zur Veredelung ihrer Datenlandschaft und für innovative Geschäftsmodelle sein.
Ganzheitliche Risikobewertung ist der Schlüssel
The Long View – Der Hintergrund Für Unternehmen führt kein Weg an einem ganzheitlichen Ansatz zur Abwehr von Cybervorfällen vorbei. Nicht nur die Politik nimmt Firmen stärker in die Pflicht, etwa durch die Richtlinie für Netzwerk- und Informationssicherheit NIS 2. Auch die Wettbewerbsfähigkeit leidet, wenn Unternehmen nicht in die Abwehr von Cyberrisiken investieren. Bei einem holistischen Sicherheitsansatz gilt es, die Faktoren Mensch, Organisation & Technik, Notfallmanagement sowie die Absicherung von Restrisiken zu berücksichtigen.













