In Großbritannien ist ein geplanter Megadeal in der Lebensversicherung gescheitert, weil ein Gericht die Bestandsübertragung verboten hat. Die Versicherungsgruppe M&G Prudential hatte mit dem Abwicklungsspezialisten Rothesay die Übertragung von 400.000 Verträgen mit Assets von 12 Mrd. Pfund (13 Mrd. Euro) vereinbart. Die Entscheidung könnte einen erheblichen Rückschlag für den gesamten britischen Markt bedeuten, in dem Run-off-Deals in der Lebensversicherung eine große Rolle spielen. Das Gericht argumentierte damit, dass die Versicherten ihre Verträge bewusst bei einem alten, traditionsreichen Unternehmen abgeschlossen hätten.
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Grund: Krise der Lebensversicherer nicht vorbei
Versicherungsaufseher Frank Grund sieht die Krise der Lebensversicherer noch nicht ausgestanden. Die Zinsstrukturkurve, mit der die Unternehmen ihre Rückstellungen berechnen, hat ihren historisch niedrigsten Stand erreicht. Das könnte dazu führen, dass die Zahl der Versicherer unter intensivierter Aufsicht der BaFin wieder ansteigt, erklärt Grund im Interview mit der Süddeutschen Zeitung und dem Versicherungsmonitor. Zudem spricht er über Pensionskassen, die Überarbeitung des Aufsichtsregimes Solvency II, den geplanten Provisionsdeckel, Run-off und Cyberrisiken.
Hannover Rück verdient an Viridium
Der Rückversicherer Hannover Rück hat sein Beitragsaufkommen im ersten Halbjahr um 17 Prozent gesteigert. Beim Gewinn profitierte der Konzern von einem Sondereffekt in Höhe von 100 Mio. Euro aus der Beteiligung an der Run-off-Plattform Viridium. In der Vertragserneuerung in der Schadenrückversicherung konnte die Talanx-Tochter höhere Preise erzielen, die Großschäden fielen vergleichsweise niedrig aus. Allerdings musste die Gesellschaft weitere Schäden aus dem Taifun „Jebi“ vom Vorjahr verbuchen.
Swiss Res Verkaufskandidat ReAssure kauft zu
Wenige Wochen nachdem der Rückversicherer Swiss Re den geplanten Börsengang seiner Run-off-Tochter ReAssure gestoppt hat, meldet sie die Übernahme eines 200.000 Verträge schweren Bestands vom Vermögensverwalter Quilter. Der Kaufpreis liegt bei umgerechnet 465 Mio. Euro. Stimmt die Aufsicht zu, wird die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der von ReAssure verwaltete Bestand würde damit auf 4,5 Millionen Verträge und das gemanagte Vermögen auf 81 Mrd. Pfund steigen.
Generali Leben-Verkauf sorgt für Gewinnplus
Der italienische Versicherer Generali hat im ersten Halbjahr unter dem Strich rund 1,8 Mrd. Euro verdient, das sind fast 35 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu dem Gewinnplus hat der Verkauf der Generali Leben und der belgischen Tochter einen gehörigen Anteil beigesteuert. Aber auch das laufende Geschäft warf mehr ab. Zufrieden zeigte sich Generali mit der Deutschland-Tochter. Das Gesundheitsprogramm Vitality kommt dagegen eher schleppend voran.
Generali Leben wird zu Proxalto
Im April hat der Run-off-Spezialist Viridium den Kauf der Generali Leben abgeschlossen, jetzt kündigt er die Umbenennung der Gesellschaft an. In Zukunft wird das Unternehmen unter dem Namen Proxalto firmieren. Die Umbenennung soll im Oktober stattfinden. In den kommenden Wochen sollen die Kunden informiert werden. Generali wird 2020 die bisherige Aachen Münchener in Generali Deutschland Lebensversicherung umbenennen.
Pensionskasse der Steuerberater kürzt Leistungen
Die Notlage bei der Deutschen Steuerberater-Versicherung hat sich verschärft. Die Pensionskasse der steuerberatenden Berufe hat für ihre Versicherten Beitragserhöhungen und Leistungskürzungen angekündigt. Die Eigenmittel der Pensionskasse reichen nicht aus, um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Bereits im Oktober 2018 hat die Kasse das Neugeschäft eingestellt, im Dezember erstmals angekündigt, dass sie in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Insgesamt fehlen 158 Mio. Euro.
Athora kauft Vivat von Anbang und wächst deutlich
Der angeschlagene chinesische Versicherer Anbang hat eine Lösung für seine niederländische Tochter Vivat gefunden: Er verkauft sie an den Abwickler Athora. Allerdings will dieser Vivat nicht wie üblich in den Run-off schicken, sondern das Lebengeschäft noch ausbauen. Der Kauf bedeutet für Athora einen enormen Wachstumsschub. Das Schaden- und Unfallgeschäft reicht Athora an den niederländischen Versicherer NN Group weiter, der dieses ebenfalls weiterführen will.






