Archiv ‘Run-off’

Darag baut Struktur und Führung um

Der Run-off-Spezialist Darag stellt sich international breiter auf. Das Unternehmen wird jetzt von einer neuen Obergesellschaft mit Sitz auf Malta geführt. Zusätzlich erweitert die Darag ihr Führungsteam auf der Gruppenebene. Simon Minshall und Tim Braasch stoßen zu Gruppenchef Arndt Gossmann. James Wilson wird neuer Chefaktuar.

MyLife will Lebens-Bestände kaufen

Nach der Heidelberger Leben will jetzt auch der kleine Göttinger Lebensversicherer MyLife in das Geschäft mit der Abwicklung von Lebensversicherungsbeständen einstiegen – allerdings in kleinerem Rahmen. Vorbild ist der Run-off-Spezialist Darag. Einen ersten Bestand an Riester- und Fondsverträgen hat die zum Private Equity-Unternehmen Augur gehörende MyLife schon übernommen. Diesen Kunden will Chef Michael Dreibrodt dieselbe Überschussbeteiligung gutschreiben wie eigenen Versicherten.

Protektor muss Kapitalbasis stärken

Die Protektor Lebensversicherung muss ihre Kapitalbasis wohl um einen dreistelligen Millionenbetrag stärken. Nur damit wird das Unternehmen fit für Solvency II. Protektor wickelt den Bestand der Mannheimer Lebensversicherung ab, die deutschen Versicherer sind Anteilseigner. Offenbar hat das Protektor-Management das Problem der Kapitalausstattung unterschätzt.

Roß: Reputation ist das Hauptproblem

Die Abwicklung von Lebensversicherungen wird in Deutschland noch durch das schlechte Image des Run-off beeinträchtigt. Heinz-Peter Roß, Chef der Abwicklungsplattform Heidelberger Leben, sieht die Reputation als größtes Risiko für das Geschäftsmodell. Außerdem entscheidend für den Erfolg: Kosten senken und wichtige Mitarbeiter halten.

Darag übernimmt Kfz-Risiken in Griechenland

Der Abwicklungsspezialist Darag übernimmt Risiken aus dem nationalen Hilfsfonds für die Autoversicherung in Griechenland. Die Einrichtung tritt bei Schäden durch unversicherte Fahrzeuge ein. Der Hilfsfonds wird durch eine Pleitewelle unter griechischen Versicherern belastet. Das Risiko angesichts der politischen und ökonomischen Situation in Griechenland hält Darag-Chef Arndt Gossmann für überschaubar. Größere Unwägbarkeiten könnte allerdings ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone mit sich bringen.

Schwierige Themen

 Was die Woche bringt:   An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Run-off-Konferenz der Süddeutschen Zeitung und Jahrespressekonferenzen von Allianz und MLP.

Herbert Fromme

Warum der Run-off gut ist

Herbert Frommes Kolumne: Das ist eine gute Nachricht für die Branche: Der Finanzinvestor Apollo kommt mit der Tochtergesellschaft Athene nach Deutschland und übernimmt die Delta Lloyd Lebensversicherung, die seit 2010 im Run-off ist. Der Zweck ist offensichtlich, eine Abwicklungsplattform aufzubauen. Der Run-off wird gesellschaftsfähig – das ist gut so angesichts der Lage mancher Lebensversicherer. Für den einen oder anderen wird es höchste Zeit, Bestände oder Gesellschaften zu schließen, damit nicht ganze Konzerne einschließlich der profitablen Schadenversicherung mit in den Abgrund gezogen werden.

Athene kauft Delta Lloyd Deutschland

Der Bermuda-Versicherer Athene Holding will die Deutschland-Tochter des niederländischen Finanzdienstleisters Delta Lloyd kaufen. Eine Übernahme durch den japanischen Nomura-Konzern war zuvor gescheitert. Athene will die in Abwicklung befindliche Gesellschaft im Run-off belassen und den Standort Wiesbaden ausbauen. Das könnte der Startschuss für eine neue Run-off-Plattform für Lebensversicherer im deutschen Markt sein.

Schweizer Lebensversicherer Zenith ist pleite

Der kleine Lebensversicherer Zenith kann die aufsichtsrechtlichen Kapitalvorschriften der Schweiz nicht mehr erfüllen. Die Gesellschaft wird liquidiert, ihr Bestand auf die neugegründete Auffanggesellschaft Palladio übertragen. Schuld an dem Zusammenbruch sind das Niedrigzinsumfeld, ein missglückter Run-off und zu großzügige Versicherungsbedingungen.

Herbert Fromme

Der Markt bewegt sich – aber langsam

Herbert Frommes Kolumne: Der deutsche Versicherungsmarkt ist weiterhin stark fragmentiert – auch wenn sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat. Das zeigt die jüngste Kivi-Studie zu den Marktanteilen deutscher Konzerne. Klar ist auch, dass die Zeit der sehr kleinen Konzerne mit Universalangebot vorbei ist. Kleine Spezialisten wird es dagegen weiter geben.

Swiss Re stößt weiteres US-Geschäft ab

Nachdem der Rückversicherer Swiss Re schon 2012 einen Großteil seines US-Geschäfts mit in Abwicklung befindlichen Lebensversicherungen verkauft hat, trennt sich der Konzern nun von einer weiteren Gesellschaft. Aurora National Life geht an RGA. Künftig will sich Swiss Re auf das Run-off-Geschäft in Großbritannien konzentrieren.

Run-off: Ungewisse Zukunft

Die Abwicklung von deutschen Lebensversicherungen ist ein sensibles Thema. Noch umstrittener ist die Übertragung ins Ausland oder an ausländische Investoren. Gegen beides hat die Aufsicht keine grundsätzlichen Einwände, mit deutscher Beteiligung geht es aber leichter, sagte Felix Hufeld, der oberste Versicherungsaufseher.

Darf ein deutscher Lebens-Bestand ins Ausland?

Legal Eye – die Rechtskolumne: Lebensversicherungsbestände deutscher Versicherer haben bislang kaum den Weg ins EU-Ausland gefunden. Angesichts der zunehmenden Konsolidierung im europäischen Versicherungssektor könnte sich das ändern. Allerdings steht die BaFin der grenzüberschreitenden Übertragung von Beständen mit Überschussbeteiligung derzeit ablehnend gegenüber. Eine Ablehnung der Aufsicht wird jedoch schwer, wenn die Belange der Versicherten vertraglich abgesichert werden.

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