Schlagwort-Archiv für ‘Solvency II’

Italiens Versicherungsmarkt wächst zweistellig

Die Ratingagentur A.M. Best sieht die großen europäischen Versicherungsmärkte Deutschland, Frankreich und Italien auf Wachstumskurs. Allerdings bleiben die Rahmenbedingungen herausfordernd: Auch Deutschlands Nachbarn haben mit Niedrigzinsen, Preisdruck und höheren Kapitalanforderungen im Zuge von Solvency II zu kämpfen. A.M. Best hat auch eine neue Übersicht über die zehn größten europäischen Versicherer erstellt. Axa liegt vorn, gefolgt von Allianz und Generali.

Mondzinsen: Die Hoffnung stirbt zuletzt

 Meinung am Mittwoch:  Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa nimmt für die Berechnung der Rückstellungen für besonders lang laufende Versicherungsverträge unter den neuen Eigenkapitalregeln Solvency II einen unrealistisch hohen Zinssatz von 4,2 Prozent an. Die internationalen Versicherungsaufseher vom IAIS und der europäische Systemrisikorat ESRB halten diesen Zinssatz für zu hoch. Trotzdem will Eiopa vor Ende 2016 nicht an der Annahme rütteln. Die Aufseher setzen auf das Prinzip Hoffnung.

Lebensversicherer vor Konsolidierung

Die Zahl der Lebensversicherer in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren deutlich verringern, erwarten Teilnehmer einer Fachkonferenz in Köln. Das könne vor allem mittelgroße Anbieter betreffen, sagte Stuttgarter-Vorstand Wolfgang Fischer (Bild). Versicherungsanalyst Michael Huttner betonte, dass das Thema Kosten für die Anbieter das Wichtigste sei.

Rückversicherer und Solvency II

 Was die Woche bringt   An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Treffen der Rückversicherer in Baden-Baden und die SZ-Fachkonferenz „Finanztreffen der Assekuranz“

Run-off: Das Ende der Mikrochirurgie

 The Long View – Der Hintergrund  Die Versicherungswirtschaft erlebt eine Konsolidierungswelle – und zwar nicht nur im aktiven Versicherungsgeschäft, sondern auch bei Run-off-Transaktionen. In den vergangenen Monaten ist das Volumen der Deals stark angestiegen, wie die am Ende des Textes enthaltene Übersichtstabelle über Run-off-Deals im Jahr 2014 und der ersten Hälfte 2015 zeigt. Das liegt daran, dass immer mehr große Versicherer mitmischen, die ihre Geschäftsmodelle überdenken und optimieren. Dabei gilt: Damit Transaktionen wie die Übernahme von Wettbewerbern oder die Abgabe von Altgeschäft einen spürbaren Unterschied machen, müssen sie groß sein.

BaFin: Zinszusatzreserve kann überfordern

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft fordert schon seit längerem eine Änderung der Regeln zur Berechnung der Zinszusatzreserve. Während die Vorschläge bei einer Konferenz des Verbands zur Versicherungsaufsicht bei Experten von SPD und CDU auf wenig Verständnis stießen, zeigte sich der neue Versicherungs-Chefaufseher Frank Grund offener. Er sagte, dass die BaFin auf Antrag bereits für 2015 gewisse Erleichterungen ermögliche.

Regierung prüft Abschaffung des Höchstrechnungszinses

Die Bundesregierung will den Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung in der jetzigen Form abschaffen. Sollte sie sich damit durchsetzen, würde das eine jahrzehntealte Institution in der Lebensversicherung aufs Altenteil schicken – doch praktisch würde sich für die meisten Gesellschaften wenig ändern. Sie dürften weiter Garantien aussprechen, das Höchstniveau hinge aber vom Zinsniveau, der Kapitalkraft und der entsprechenden Zustimmung von Aktuaren und Wirtschaftsprüfern ab.

PKV meistert bislang schwieriges Umfeld

Bislang haben die privaten Krankenversicherer die Herausforderungen durch das Niedrigzinsumfeld und das schwache Wachstum im Wesentlichen gut bewältigt. Zu diesem Ergebnis kommt das Analysehaus Morgen & Morgen in seinem PKV-Rating für das Jahr 2014. Bei den Sicherheitsmitteln und der Eigenkapitalquote sieht das Unternehmen einen positiven Trend. Im Vergleich zum Vorjahr konnten sechs Versicherer ihre Bewertung verbessern, wohingegen fünf sich verschlechtert haben.

Schiffshaftpflichtversicherer in ruhigerem Fahrwasser

Nach einem Jahr mit wenigen Großschäden veröffentlichen die P&I Clubs, reedereigene Versicherungsvereine für Haftpflichtdeckungen, gute Zahlen. Die Kapitalausstattung vieler Clubs ist so gut wie noch nie. Das ist zwar im Hinblick auf die Einführung der neuen EU-Eigenkapitalregeln Solvency II gut, könnte mittelfristig aber zu Konflikten mit den Mitgliedern führen.

NN: “Höhere Priorität für die Kapitalanlage”

Lutz Morjan ist Head of Insurance Solutions bei NN Investment Partners in Frankfurt. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er darüber, wie gut er die Assekuranz auf Solvency II vorbereitet sieht. Er warnt die Versicherer davor, das Thema zu zögerlich anzugehen. Außerdem sollten Versicherer die Kapitalanlage nicht stiefmütterlich behandeln. Viele Häuser verwalteten sehr hohe Geldsummen mit sehr wenigen Leuten, so Morjan.

A.M. Best: Versicherer lassen Banken links liegen

Nach einer Phase der Vernachlässigung rücken die Kapitalerträge wieder in den Fokus der europäischen Versicherer, glaubt die Ratingagentur A.M. Best. Statt den Umweg über Banken zu gehen, treten sie zunehmend selbst als Kreditgeber auf und investieren in Sachwerte. Nicht nur Infrastrukturprojekte sind nach Ansicht der Analysten interessante Investitionsobjekte für Versicherer. Auch die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen könnte ihnen hohe Erträge bescheren.

Transparenz nur für Experten

 Meinung am Mittwoch  Im Rahmen von Solvency II müssen Versicherer deutlich mehr Informationen über ihre finanzielle Lage veröffentlichen. Für Experten wird das hilfreich sein. Die neuen Berichtspflichten werden aber nicht dazu führen, dass auch für den Verbraucher mehr Transparenz herrscht. Die Regeln zur Berichterstattung sind so kompliziert, dass weiterhin großer Erklärungs- und Interpretationsbedarf besteht.

Finanzchef von Delta Lloyd tritt zurück

 Leute – Aktuelle Personalien  Der niederländische Versicherer Delta Lloyd verliert zwei Top-Manager: Finanzchef Emiel Roozen und Aufsichtsratschef Jean Frijns treten von ihren Ämtern zurück. Hintergrund ist eine Niederlage des Versicherers vor dem Verwaltungsgericht in Rotterdam. Es ging um einen Streit mit der niederländischen Aufsicht. Zudem hat die Helvetia Werner Bauer zum Vertriebsleiter ihrer Deutschlandtochter und zum Vorstandsmitglied von Helvetia International bestellt.

Herbert Fromme

Verkehrte Welt in der Krankenversicherung

 Herbert Frommes Kolumne  Spricht man mit Branchenkennern, die sich mit dem Krankenversicherungssystem in den USA oder in anderen Ländern auskennen, erntet man leicht Kopfschütteln. Sie verstehen nicht, wie das deutsche System funktioniert – ein System, in dem die PKV-Gesellschaften nur sehr zögerlich ihre Marktmacht einsetzen und stattdessen stolz darauf sind, dass sie viel mehr für die gleiche Versorgung ihrer Kunden bezahlen als die gesetzlichen Kassen. Langfristig haltbar ist der Zustand nicht. Die Versicherten können das nicht mehr bezahlen.

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