Der oberste Versicherungsaufseher Felix Hufeld musste sich im Finanzausschuss des Bundestags kritischen Fragen zur Rolle der BaFin bei der Aufdeckung und Aufklärung von Missständen in der Versicherungswirtschaft stellen. In der Vergangenheit seien Schieflagen regelmäßig von anderen Behörden als der BaFin entdeckt worden, behaupten Kritiker.
Archiv ‘Solvency II’
S&P sorgt sich um Skandale bei DAS UK
Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Bewertung „A“ der britischen DAS Legal Expenses Insurance auf Beobachtungsstatus mit negativem Ausblick gesetzt („Watch Negative“). Damit reagiert S&P auf mögliche Aufsichtsdefizite, die durch die Freistellung des Unternehmenschefs Paul Asplin ans Licht kamen. Der britische Versicherer gehört zu Ergo und damit Munich Re. Die deutschen Eigner haben auf die Probleme in Bristol reagiert und im Verwaltungsrat drei Manager ausgetauscht, Ergo-Vorstand Jochen Messemer ist jetzt Vorsitzender.
Der Markt bewegt sich – aber langsam
Herbert Frommes Kolumne: Der deutsche Versicherungsmarkt ist weiterhin stark fragmentiert – auch wenn sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat. Das zeigt die jüngste Kivi-Studie zu den Marktanteilen deutscher Konzerne. Klar ist auch, dass die Zeit der sehr kleinen Konzerne mit Universalangebot vorbei ist. Kleine Spezialisten wird es dagegen weiter geben.
Versicherungen müssen einfacher werden
Was die Verständlichkeit angeht, landen Versicherungen oft auf den hintersten Plätzen. Hauptgrund ist die Komplexität der Produkte. Erst wenn die Verträge entschlackt werden, lassen sie sich auch transparent darstellen, glauben Experten.
Ombudsmann rechnet mit mehr Beschwerden
Versicherungsombudsmann Günter Hirsch schlichtet bei Auseinandersetzungen zwischen Verbrauchern und Versicherern. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt er, warum er glaubt, dass die Zahl der Beschwerden durch das Lebensversicherungsreformgesetz steigen wird.
Erste Regeln für systemrelevante Versicherer
Die internationale Versicherungsaufseher-Vereinigung hat Basiskapitalanforderungen für systemrelevante Versicherer entwickelt. Ab kommenden Jahr sollen die Gesellschaften die entsprechenden Werte melden. Hinzu kommen noch weitere Anforderungen. Das Paket soll ab 2019 bindend sein.
Rückversicherer in der Sinnkrise
Herbert Frommes Kolumne: Das globale Treffen in Baden-Baden hat gezeigt: Die Rückversicherer können nicht einfach so weitermachen wie bisher. Die Veränderungen im Markt sind viel größer, als viele von ihnen erwartet hatten, und sie haben auch nur zum Teil mit dem Eindringen von alternativem Kapital zu tun. Neue Ideen sind gefragt – und liegen möglicherweise auf der grünen Wiese.
Run-off: Ungewisse Zukunft
Die Abwicklung von deutschen Lebensversicherungen ist ein sensibles Thema. Noch umstrittener ist die Übertragung ins Ausland oder an ausländische Investoren. Gegen beides hat die Aufsicht keine grundsätzlichen Einwände, mit deutscher Beteiligung geht es aber leichter, sagte Felix Hufeld, der oberste Versicherungsaufseher.
Ferma: Zurückhaltung bei Cyber
Laut einer Studie der europäischen Risikomanagervereinigung Ferma sind die europäischen Unternehmen Cyber-Policen eher abgeneigt. Vor allem die Deutschen kaufen die Deckungen ungern. Beim Thema Frauenförderung haben europäische Konzerne einiges nachzuholen: Weibliche Risikomanager sind unterrepräsentiert – und unterbezahlt.
Gegensätzliche Strategien bei Pflegepolicen
Bei Pflegetagegeldpolicen bieten manche private Krankenversicherer den Kunden eine Beitragsbefreiung schon in Pflegestufe 0 oder 1 an, andere halten das für zu riskant. Ihr Argument: Bei einer frühen Beitragsbefreiung droht den verbleibenden zahlenden Kunden eine Beitragsexplosion.
Umstrittenes Geschäft
Die einen wollen sie unbedingt haben, die anderen machen einen großen Bogen darum – Einmalbeiträge sind in der Assekuranz höchst umstritten. Ob sie Versicherern und ihren Kunden guttun oder ihnen eher schaden, hängt vor allem von der Art der Policen ab, die die Gesellschaften gegen Einmalzahlung verkaufen.
„Solvency II darf nicht zum Auslaufmodell werden“
Die Assekuranz fürchtet, dass neue internationale Regulierungsvorhaben die EU-Eigenkapitalregeln Solvency II marginalisieren könnten. Auch Versicherungsaufseher Hufeld warnt vor Doppelstrukturen. Er ist mit den Vorbereitungen der Branche auf Solvency II zufrieden, mahnt aber die Versicherer, jetzt nicht nachzulassen.
Versicherer zögern bei Investitionen in Infrastruktur
Vertreter der deutschen Politik haben die Versicherer auf einer GDV-Konferenz in Berlin zu mehr Investitionen in Infrastrukturprojekte ermuntert. Allerdings gab es keine konkreten Zugeständnisse bei der Unterlegung solcher Investments mit Eigenkapital, wie sie sich die Branche erhofft hatte. Der GDV hält die in den sogenannten Delegated Acts vorgesehene Quote von 59 Prozent für deutlich zu hoch.
Am Ziel vorbei geschossen
Was die Woche bringt: An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Die Internationale Konferenz zur Versicherungsaufsicht.
Makler sorgen sich um VAG-Novelle
Die Bundesregierung reformiert das Versicherungsaufsichtsgesetz, um den Vorschriften von Solvency II Rechnung zu tragen. Doch Berlin schießt weit über das Ziel hinaus, klagen die Versicherungsmakler. Sie fürchten einen Kostenschub, der nur die Makler trifft, nicht aber die Vertreter. Weitere Themen der Pressekonferenz des Verbands Deutscher Versicherungsmakler: Der Einbruch im Lebens-Neugeschäft und Probleme in der Schadenabwicklung bei Mittelständlern.












