Archiv ‘USA’

Opioide: Milliardenklage gegen Versicherer

Der US-Einzelhändler Walmart, dem zahlreiche Apotheken und Drogerieabteilungen in seinen Supermärkten gehören, klagt gegen eine Reihe von Industrieversicherern, weil sie nicht für Schäden aus der Opioid-Krise zahlen wollen. Es geht um Milliarden. Walmart hat Opfern Entschädigungen von 3,3 Mrd. Dollar angeboten, dazu kommen Kosten und weitere Ausgaben. Das erinnert an die Asbest-Krise.

Zurich profitiert von steigenden Preisen

Die steigenden Preise in der Industrieversicherung beflügeln das Wachstum des Schweizer Versicherers Zurich. Vor allem im Geschäft mit Ernteversicherungen in Nordamerika legte der Konzern im dritten Quartal kräftig zu. Die Preise seien hoch genug, um den steigenden Schadentrend auszugleichen, betonte der Versicherer. Hurrikan „Ian“ kostete die Zurich 550 Mio. Dollar netto vor Steuern.

„Nanmadol“ und „Fiona“ sorgen für Schäden

Erst trifft der Super-Taifun „Nanmadol“ auf Japan, dann sucht der Hurrikan „Fiona“ Puerto Rico und die Dominikanische Republik heim. Vor allem der Taifun in Japan dürfte für Milliardenschäden sorgen. Auch wenn die diesjährige Hurrikan-Saison glimpflich begonnen hat, kann sie noch teuer für Versicherer und Rückversicherer werden, glaubt der Allianz-Industrieversicherer AGCS.

Allianz muss noch lange mit Skandal leben

Die Allianz kann nicht, wie sie gehofft hatte, den Structured-Alpha-Skandal in den USA schnell hinter sich lassen. Denn der Betrugsprozess gegen Gregoire Tournant, der die Fonds leitend gemanaged hat, soll erst am 5. Februar 2024 beginnen, also in rund 16 Monaten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Gericht begründet das mit der Komplexität des Vorgangs. Für Allianz-Chef Oliver Bäte ist das keine gute Nachricht. Er muss damit fertig werden, dass der Aktienkurs sich deutlich schlechter entwickelt als Kurse von Rivalen. Dabei spielt der US-Skandal eine Rolle.

Moody’s: Rückversicherungspreise steigen weiter

Die Preise kennen in der Rückversicherung derzeit nur einen Trend: nach oben. Gleichzeitig reduzieren viele Rückversicherer ihre Kapazitäten und decken weniger Risiken. Damit machte die Branche in den USA und den Bermudas in diesem Jahr bislang ein gutes Geschäft. Abreißen wird der Trend auch im kommenden Jahr nicht, prognostiziert die Ratingagentur Moody’s.

At-Bay kauft Plattform-Spezialisten Relay

Der junge Cyberversicherer At-Bay aus San Francisco hat den kanadischen Plattformanbieter Relay übernommen. Relay bietet Maklern und Vermittlern eine digitale Plattform für gewerbliche Spezialversicherungen an und setzt hierbei seinen Schwerpunkt auf Cyberrisiken. Der neue Eigentümer At-Bay war bei Investoren zuletzt sehr erfolgreich. Auch große Player wie die Munich Re haben in das kalifornische Unternehmen investiert.

US-Insurtechs setzen auf Kostensenkung

Die Talfahrt der Insurtech-Aktien an den US-Börsen hat dafür gesorgt, dass die Unternehmen sich darauf konzentrieren, profitabel zu werden. Wachstum steht nicht mehr im Vordergrund, stattdessen sollen die Kosten sinken. Ein Mittel dafür sind Entlassungen. Als nächstes könnten die Insurtechs außerdem ihre Marketingausgaben drosseln, erwartet die S&P Global Market Intelligence in einem Marktbericht. Langfristig rechnet S&P damit, dass auch die Ausgaben für Technologieentwicklung zurückgehen werden.

Friederike Krieger

Berechtigte Nachfragen bei der Allianz

 Kommentar  Die BaFin hat der Allianz wegen des Structured Alpha-Skandals ein Schreiben mit Forderungen geschickt. Die Aufseher verlangen von dem Konzern Verbesserungen bei den internen Kontrollen und eine klarere Regelung von Verantwortlichkeiten. Dieser Schritt ist vollkommen richtig, vor allem, wenn die Finanzaufsicht nach dem Wirecard-Skandal ihrem Versprechen, mehr Biss zu zeigen, Taten folgen lassen will.

Gefährdet die US-Rechtsprechung globale Programme?

 Meinung am Mittwoch  Insbesondere in der Haftpflichtversicherung werden US-Risiken mittlerweile in internationalen Programmen mitgezeichnet, die sogenannte Single Tower Solution. Das ermöglicht eine einheitliche Schadenbearbeitung innerhalb des internationalen Netzwerks, hat aber auch Nachteile. Im Streitfall wird die Homogenität oft ausgenutzt, um exorbitante Klageforderungen in den USA zu generieren, zunehmend tauschen sich Kläger auch untereinander aus. Die Assekuranz gerät unter Zugzwang, kurz- oder mittelfristig zur doppelgleisigen Twin Tower-Deckung zurückzukehren. Das hätte auch Vorteile für Versicherungsnehmer.

Gallagher Re: Das Ende der Überbewertung für Insurtechs

Junge Versicherungs-Start-ups werden besonders schwer von der aktuell unsicheren Marktsituation getroffen. In den ersten sechs Monaten 2022 sanken die Investitionen in Insurtechs laut einem Bericht des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re um 50,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Darin sieht Gallagher Re eine notwendige Marktbereinigung, die den aufgeblasenen Bewertungen ein Ende setzt und die Insurtech-Spreu vom Weizen trennt. Besonders interessant ist die Entwicklung in Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Überschwemmungen in Australien, Dürre in Europa

Überschwemmungen, Erdbeben und Stürme haben im ersten Halbjahr wirtschaftliche Schäden von rund 65 Mrd. Dollar verursacht, davon war etwas mehr als die Hälfte versichert, berichtet der Rückversicherer Munich Re. Das ist zwar erheblich weniger als in den ersten sechs Monaten 2021. Allerdings sind die Folgen der Dürre in vielen Teilen der Welt noch nicht mit eingerechnet. Zudem verloren bei Naturkatastrophen mehr Menschen das Leben als in den Vorjahren.

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