Legal Eye – Die Rechtskolumne Regulierungsthemen in der Versicherungswirtschaft stoßen zunehmend auf politisches Interesse. Das gilt vor allem für Bestandsübertragungen von Lebensversicherern oder Pensionskassen. Das hat auch Auswirkungen auf die Praxis der Finanzaufsicht BaFin. Sie hat bereits ein Aufsichtsniveau eingeführt, das sich nicht ohne Weiteres aus den gesetzlichen Vorgaben ableiten lässt. Dabei beruft sie sich auf die Wahrung der Belange der Versicherten. Hier droht die Gefahr, dass die BaFin zur früheren materiellen Versicherungsaufsicht zurückkehrt, die eigentlich als verabschiedet galt.
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Großer Druck auf Lloyd’s of London
Scharfer Wettbewerb, hohe Kostenquote, Personalfluktuation, Brexit – der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hat mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Beim Rückversicherungstreffen in Monte Carlo sind die Probleme des Marktes ein wichtiges Thema. Viele Experten beklagen, dass der Markt seit Jahren im Rückversicherungsbereich kein Geld mehr verdient. Lloyd’s-Manager Jon Hancock hat bereits die Syndikate nachdrücklich aufgefordert, ihr Geschäft auf Profitabilität zu trimmen. Die Experten in Monte Carlo sind sich uneins, was die Auswirkungen der Sanierung angeht.
„Scor braucht keinen Zusammenschluss“
Scor-Chef Denis Kessler hat sich vehement für die fortdauernde Unabhängigkeit seines Unternehmens ausgesprochen. Scor brauche keinen Zusammenschluss, sagte er beim Welt-Rückversicherungstreffen in Monte Carlo. Vor zwei Wochen hatte der französische Versicherer Covéa dem Scor-Verwaltungsrat ein Gesprächsangebot gemacht und 8,3 Mrd. Euro für das Unternehmen geboten. Der Verwaltungsrat lehnte ab. Scors unabhängiger Ansatz habe zu erheblichem Wachstum geführt. Vorstandsmitglied Victor Peignet hat Zweifel an der Cyberversicherung.
Schicksalsfrage für Rückversicherer
Wenn die Rückversicherer keine Lösung für die Versicherung von Cyberrisiken finden, wird die Branche überflüssig, befürchtet Munich Re-Vorstand Torsten Jeworrek. Beim Welt-Rückversicherungstreffen in Monte Carlo sagte er, dass der traditionelle Rückversicherungsmarkt „mäßiges Wachstum“ zeige und die digitale Transformation neue Möglichkeiten für Rückversicherer biete. Cyberrisiken gehörten zu den größten Risiken. Chief Underwriter Stefan Golling warnte davor, im Rahmen der Cyberversicherung Netzausfälle von Strom und Internet abzudecken.
Alle reden über die Lebensversicherung
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Rückversicherungstreffen in Monte Carlo, Jahrestreffen des Prüfdienstes der PKV, Continentale-PKV-Forum, BdV-Analyse der Solvenzberichte und Pressekonferenz der Allianz Leben
Aon bietet Rückversicherung für Silent Cyber
Versteckte Cyberdeckungen in anderen Industriepolicen, die gar nicht auf die Deckung dieser Risiken ausgelegt sind, bereiten Versicherern zunehmend Kopfzerbrechen. Vor allem wenn sie zusätzlich noch reguläre Cyberverträge verkaufen, besteht die Gefahr, dass ein Schaden sie gleich mehrfach trifft. Der Makler Aon will die Anbieter beim Umgang mit den sogenannten „Silent Cyber“-Gefahren unterstützen und hat Rückversicherungskapazitäten über 350 Mio. Dollar für den Schutz gegen die versteckten Gefahren organisiert.
Die Übernahmewelle rollt
Herbert Frommes Kolumne Die Scor-Führung unter Denis Kessler hat das Übernahmeangebot des französischen Erstversicherers Covéa abgelehnt. Covéa wollte 8,3 Mrd. Euro zahlen, ein Aufschlag von 21 Prozent auf den Börsenkurs. Kessler hatte gute Gründe für seine Entscheidung. Aber es wird nicht das letzte Angebot für Scor sein. Ohnehin steht die Branche vor einer Welle von Übernahmen und Zusammenschlüssen. Der Deal zwischen Axa und XL war erst der Anfang. Zu den Gründen für die neu zu spürende Bewegung zählen ausgerechnet die steigenden Zinsen.
John Neal soll neuer Lloyd’s-Chef werden
Leute – Aktuelle Personalien Lloyd’s of London hat offenbar einen Nachfolger für die scheidende Vorstandschefin Inga Beale gefunden: Medienberichten zufolge soll John Neal, der frühere Chef des australischen Versicherers QBE Insurance Group, den Versicherungsmarkt ab 2019 leiten. Seine Ernennung soll in den nächsten Tagen erfolgen. Außerdem: Der Industrie- und Rückversicherer XL Catlin hat ein neues Führungsteam für sein Rückversicherungsgeschäft zusammengestellt. Daljitt Barn hat beim japanischen Versicherer Tokio Marine Holdings die Leitung der Abteilung für Cyberrisiken übernommen. Der seit 1998 amtierende Vorstandschef John Haley bleibt an der Spitze des Beraters und Maklers Willis Towers Watson, sein Vertrag wurde bis 2021 […]
Industrie hadert mit Cyber-Kapazitäten
Die Industrieversicherer sind in der Cyberversicherung deutlich vorsichtiger geworden und stellen weniger Kapazitäten zur Verfügung. Das monieren immer mehr Risikomanager. Am Freitag nutzte BASF-Risikomanager und GVNW-Vorstand Eberhard Faller das Symposium des Verbandes für deutliche Kritik. Sein Unternehmen habe zwar ausreichend Kapazitäten, es gebe aber viele Firmen, die sich höhere Deckungen wünschten, sagte er. Zurich-Managerin Sierra Signorelli verwies auf die kritischen Fragen von Investoren und Ratingagenturen, denen sich die Versicherer stellen müssen. Mohsen Sohi, Chef des Technologiekonzerns Freudenberg, will frühestens in ein paar Jahren eine Cyberversicherung abschließen. Er setzt vor allem auf ein solides Finanzkonzept für den Konzern mit Hauptsitz in […]
Lohrmanns Verunsicherung CCLXII
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Ernsthafte Krisenzeichen über Monte Carlo
Blockchain hat Potenzial, passt aber nicht für jeden
Entpuppt sich die Blockchain-Technologie als Hype, oder bringt das virtuelle Transaktionsregister tatsächlich einen echten Umbruch? Blockchain-Technologie kann helfen, die Prozesse schlanker zu gestalten und die Kosten zu senken, glaubt zumindest Markus Bassler, Head Energy Onshore und Special Risks bei Partner Re. Das sagte er während einer Veranstaltung auf dem GVNW-Symposium in München. Jens-Daniel Florian vom Makler Marsh Deutschland erwartet durch die Transparenz, die Blockchain schafft, positive Effekte bei der Sicherheit.
Run-off-Anbieter erwarten mehr Geschäft
Die beiden Abwickler von geschlossenen Beständen Athora und Viridium erwarten, dass sich noch mehr Lebensversicherer in den kommenden Jahren für einen externen Run-off entscheiden werden. Das sagten beide Anbieter auf einer Lebensversicherungskonferenz in Köln. Wie groß der Markt einmal werden wird, ist aber umstritten. Hürden für das Wachstum sind das Reputationsrisiko, Regulierung durch die Politik und der hohe Kommunikationsaufwand, der dem hierzulande ungewohnten Geschäftsmodell innewohnt.











