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Lage in der Industrieversicherung verschärft sich

Die derzeitige Phase steigender Prämien und sinkender Kapazitäten in der Industrieversicherung wird noch länger anhalten, erwartet der Makler Marsh in seinem aktualisierten Marktreport für Deutschland. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß, in dem sich der Markt verhärtet hat, habe selbst Brancheninsider überrascht. Verschärft wird die Lage noch durch den Personalmangel bei den Anbietern, so Marsh. Immer häufiger geben Versicherer kein Angebot ab, weil ihre Personalkapazitäten ausgeschöpft sind.

Frauengehälter: Fairness Fehlanzeige

Wie in den meisten Branchen verdienen Frauen auch in der Versicherungswirtschaft im Schnitt deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Das ist auch in Führungspositionen nicht anders, die zudem vorwiegend mit Männern besetzt sind. „Von Diversity kann da nicht die Rede sein“, moniert Henrike von Platen, Gründerin und Chefin des Fair Pay Innovation Lab in Berlin. Dabei könnten gemischte und fair bezahlte Teams zahlreiche Probleme der Versicherer lösen, beispielsweise bei den Themen Fluktuation, Fachkräftemangel, Teammotivation und Produktivität. Wer aktiv wird, gewinnt. „Nichtstun ist teurer“, warnt von Platen die Versicherungsvorstände.

PKV kritisiert Stimmungsmache

 Exklusiv  Der Vorstandsvorsitzende der Signal Iduna Ulrich Leitermann fordert eine Versachlichung der Debatte über die Beteiligung der privaten Krankenversicherer (PKV) an den Zusatzbelastungen durch die Corona-Pandemie. Er empfindet den immer wieder gehörten Vorwurf, die Branche würde sich aus der Verantwortung stehlen, als unfair und nicht durch die Zahlen belegt. Nach Angaben des PKV-Verbands tragen die Privatversicherten die Kosten der Krise überproportional mit.

Konnektivität: Fluch und Segen für Versicherer

Jeder Verbraucher könnte in wenigen Jahren im Schnitt vier vernetzte Geräte besitzen. Für die Versicherer ist das Herausforderung und Chance zugleich, schreibt das Beratungsunternehmen Bearing Point in einer aktuellen Studie. Die Konnektivität ermögliche exaktere und individuellere Abschätzungen von Risiken und damit individuellere Angebote mit ausgeprägter Servicekomponente über den Versicherungsschutz hinaus. Die Versicherer müssten sich aber auch darauf einstellen, dass der moderne Kunde jederzeit, überall und über jedes Gerät bedient werden will.

Allianz trennt sich von SE-Vorstand Peiris

 Leute – Aktuelle Personalien  Die Allianz verlängert den Vertrag von SE-Vorstand Niran Peiris nicht. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor verlässt der 59-jährige Manager Ende des Jahres die Gruppe. Nachfolger soll Chris Townsend (Bild) werden, der bis Februar 2020 bei AIG gearbeitet hat. Mit der Trennung von Peiris zieht Konzernchef Oliver Bäte eine weitere Konsequenz aus der schwierigen Lage des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty, für die Peiris auf SE-Ebene zuständig ist.

Allianz SE startet digitales Vorsorgeprodukt

Die Allianz verkauft auf dem deutschen Markt ab sofort ein rein digitales Angebot zur Altersvorsorge und Vermögensbildung, das nicht über Allianz-Vertreter erhältlich ist. Dafür hat die Konzernmutter Allianz SE mit der Allvest eine eigene Tochter gegründet. Das sei keine Konkurrenz zur Allianz Leben, die in die Entwicklung des Produkts einbezogen war, hieß es. Die Verträge enthalten auf Wunsch auch Garantieelemente. Die Kostenbelastung soll niedrig sein, verspricht das Unternehmen.

Schutzschirm in der Kritik

Die Holzwirtschaft beklagt sich über den Warenkreditversicherer Euler Hermes, weil die Absicherung von Lieferungen an Handwerker gegen Zahlungsunfähigkeit teils zum Jahresende ausläuft. Der Verband GD Holz vermutet, dass der Maßnahme keine Bonitätsprüfung voranging, da es der Branche sehr gut gehe. Angesichts dessen sei eine Verlängerung des staatlichen Schutzschirms für Kreditversicherer fragwürdig, findet der Geschäftsführer. Er hat sich per Brief an die Versicherer und Wirtschaftsminister Peter Altmaier gewandt. Euler Hermes weist den Vorwurf zurück.

Munich Re lockt Investoren mit Green Bond

Premiere bei der Munich Re: Der Rückversicherer hat seine erste „grüne Anleihe“ platziert. Die Einnahmen von 1,25 Mrd. Euro sollen nur in Projekte investiert werden, die fest definierten Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Die Münchener sehen sich damit als Vorreiter, auch wenn sie nicht der erste Versicherer sind, der in diesem Segment aktiv ist. Das Geld gibt dem Unternehmen die Chance, den harten Rückversicherungsmarkt für weiteres Wachstum zu nutzen.

A.M. Best erwartet sinkendes Rückversicherungskapital

Die Ratingagentur A.M. Best glaubt, dass das auf dem Rückversicherungsmarkt verfügbare Kapital in diesem Jahr zurückgehen wird. Gemeinsam mit dem Rückversicherungsmakler Guy Carpenter prognostizieren die Analysten ein Volumen von 471 Mrd. Dollar. Das wäre ein Minus von 21 Mrd. Dollar gegenüber 2019 und zudem der erste Rückgang des weltweiten Rückversicherungskapitals seit mindestens acht Jahren. Bei den anstehenden Erneuerungsrunden dürfte das die Preiserhöhungen stützen.

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