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ESG-Kriterien wichtiger für Kapitalanlage

Versicherer weltweit beschäftigen sich bei der Anlage der Versichertengelder am Kapitalmarkt zunehmend mit Nachhaltigkeitsthemen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Goldman Sachs Asset Management, für die Manager von 273 Gesellschaften befragt wurden. Für die meisten ist der zentrale Beweggrund die Verringerung von Risiken in ihren Anlageportfolios. Allerdings sehen die Teilnehmer auch Schwierigkeiten bei der Implementierung von sozialen oder ökologischen Anlagekriterien.

Eiopa ist auf dem Vormarsch

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Die 2010 gegründete europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hatte lange kaum direkten Einfluss auf die Versicherungsgesellschaften. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit schien eher die indirekte Überwachung und Beobachtung des Versicherungsmarktes zu stehen. Das ändert sich allerdings zunehmend. Es wird immer klarer, dass die Behörde ihre Rolle im Hintergrund verlässt und unmittelbar tätig wird. Ein Grund mehr auch für nationale Versicherungsunternehmen ein Auge auf Eiopa zu haben.

Chinas Aufsicht übernimmt Versicherer

Die Aufsichtsbehörden in China haben vier Versicherer, zwei Treuhandfirmen und drei Wertpapierhändler der Tomorrow-Gruppe übernommen. Das ist Teil der Aufräumaktion, mit der die Führung in Beijing mit den hohen Risiken durch Finanzkonglomerate fertig werden will, die mit Milliardenschulden und undurchsichtigen Firmenkonstruktionen arbeiten. Die Tomorrow-Gruppe des Geschäftsmanns Xiao Jianhua wehrt sich: Die Aufseher wollten sich nur als Manager ihren Ruhestand versüßen.

FDP klopft Haftung bei E-Autos ab

Der Ausbau der Elektromobilität wirft Fragen nach der Haftung für Gebäudeschäden durch Brände aus. Das schreibt der FDP-Abgeordnete Hagen Reinhold in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung. Er interessiert sich dafür, welche Versicherung zuständig ist, wenn ein E-Auto während des Ladevorgangs Feuer fängt.

Betriebsschließung: Neuer Prozess in Bochum

Etliche Restaurantbetreiber und Hoteliers klagen momentan gegen ihre Versicherer, weil diese sich weigern, Corona-Schäden zu übernehmen. Präzedenzfälle gibt es bis auf das vom Landgericht Mannheim Mitte Mai ergangene Urteil bisher kaum. Das könnte sich bald ändern. Vor dem Landgericht Bochum will die Familie Teubner, die ein Restaurant mit Hostel in Recklinghausen betreibt, per einstweiliger Verfügung die Westfälische Provinzial zur Zahlung von Betriebsschließungsschäden zwingen. Der Fall weist einige Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zu dem Verfahren in Mannheim auf.

Allianz erwartet langen Weg aus der Krise

Die Covid-19-Pandemie wird in der Weltwirtschaft noch lange nachhallen, glaubt die Allianz. Für das laufende Jahr rechnet Allianz-Chefökonom Ludovic Subran mit einem Rückgang der globalen Wirtschaft um 4,7 Prozent. Die Zahl der weltweiten Insolvenzen wird stark zunehmen. Die Allianz erwartet einen Anstieg um 35 Prozent im laufenden und im kommenden Jahr. Deutschland sieht Subran im Ländervergleich auf der Pole-Position, was die Erholung der Wirtschaft angeht. Staatliche Hilfen spielten eine große Rolle. Dennoch sei an eine schnelle Rückkehr zum Tagesgeschäft nicht zu denken.

BaFin kritisiert ORSA-Berichte der Versicherer

Unter Solvency II müssen die Versicherer regelmäßig ihre eigenen Risikobeurteilungen erstellen, die sogenannten ORSA-Berichte. Die Finanzaufsicht BaFin ist mit der Qualität vieler dieser Berichte allerdings nicht einverstanden. Sie kritisiert im aktuellen BaFin-Journal vor allem die unternehmensindividuellen Stresstests, die Versicherer dafür nutzen. Hier sei oft unklar, welche Kriterien die Gesellschaften anwenden. Auch mit der Anpassung an die veränderte wirtschaftliche Lage hapert es offenbar.

Grüne fragen nach Run-off und Corona

Die Lebensversicherer bleiben Gesprächsthema. Nachdem sich die Branche in den vergangenen Tagen gegen die Ergebnisse einer Studie zur Solvenz zur Wehr gesetzt hat, rückt jetzt eine Anfrage der Grünen das Thema externer Run-off in den Fokus. Der Abgeordnete Stefan Schmidt erkundigt sich nach anhängigen Transaktionen und den Folgen der Corona-Krise für spezialisierte Run-off-Plattformen. Er will auch wissen, wie die Regierung zu einem Vorschlag des Bundes der Versicherten nach einem Wechselrecht für betroffene Kunden steht.

GDV: Verkehrsrisiko parkendes Auto

Fahrradfahren gewinnt in Deutschland immer mehr an Popularität, ist aber nicht ungefährlich, wie die Unfallzahlen zeigen. Die Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) macht jetzt auf ein häufig unterschätztes Risiko für Radler und Fußgänger aufmerksam: parkende Autos. Nach einer aktuellen Studie ist jeder fünfte Unfall mit einem verletzten Radfahrer oder Fußgänger darauf zurückzuführen, während offizielle Statistiken von fünf Prozent ausgehen. Polizei und Versicherer erfassen Unfälle durch geparkte Autos nicht systematisch.

Rauer Ton im Streit um Solvenz der Lebensversicherer

Der Streit zwischen den Versicherern und dem Analysten Carsten Zielke um eine Solvenzanalyse, die er im Auftrag des Bundes der Versicherten (BdV) erstellt hat, geht weiter. Nach harscher Kritik an der Studie durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wehrt sich jetzt der Analyst. Er ist empört über den Vorwurf handwerklicher Fehler und fordert von den Versicherern mehr langfristiges Engagement in Aktien zur Steigerung der Solvenzquote.

Corona: Versicherer müssen Produkte prüfen

Versicherer müssen ihre Produkte Corona-tauglich machen, fordert die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa. Die Gesellschaften sollten systematisch Versicherungsprodukte identifizieren, deren Hauptmerkmale, Deckungen oder Garantien stark von der Covid-19-Pandemie beeinflusst werden – und sie gegebenenfalls an die neuen Erfordernisse anpassen, fordert die Behörde. Es ist schon das zweite Mal, dass Eiopa die Versicherer dazu ermahnt.

BdV: BaFin soll mutiger werden

Der Bund der Versicherten (BdV) macht sich Sorgen um die finanzielle Stabilität von Lebensversicherern, die sich im Run-off befinden. Chef Axel Kleinlein (Bild) attestiert ihnen in einer Analyse eine geringe Transparenz und zum Teil besorgniserregende Solvenzquoten. Die BaFin soll Bestandsübertragungen gewissenhafter prüfen und sich für das Verbot von Gewinnabführungsverträgen stark machen, fordern die Verbraucherschützer und der Analyst Carsten Zielke. Sonst laufe die BaFin am Ende Gefahr, sich ähnliche Kritik wie im Fall Wirecard gefallen lassen zu müssen.

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