Leute – Aktuelle Personalien Der Berliner Versicherer Ideal regelt die Nachfolge für Vorstandschef Rainer Jacobus. In zwei Jahren will Jacobus in den Ruhestand gehen, dann soll Maximilian Beck (Bild) Vorstandsvorsitzender werden. Zunächst kommt er als einfaches Vorstandsmitglied nach Berlin. Aktuell ist Beck Vorstand bei der Basler. Außerdem: Lloyd’s bekommt eine neue Europa-Chefin, die Axa einen neuen Group Chief Innovation Officer und die Pensionskasse BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes einen neuen Finanzchef. Neue Gesichter gibt es auch bei Thomas Miller Specialty und MS Amlin Underwriting Limited.
Industrieversicherung
Captives werden beliebter
Firmeneigene Versicherer sind für Industriekunden attraktiver. Wegen steigender Prämien und verschärfter Bedingungen infolge der Corona-Pandemie sehen laut dem Swiss Re Institute immer mehr Unternehmen in Captives eine Alternative zum traditionellen Versicherungsschutz. Der Trend in Richtung Captives greift danach von Nordamerika und Europa auch auf Asien und Lateinamerika über. In den reiferen Märkten sehen auch mittelgroße Unternehmen zunehmend die Vorteile von solchen Modellen – ohne dafür unbedingt selbst einen Versicherer aufsetzen zu müssen.
Sollers: Traut euch, mehr zu delegieren!
Versicherer müssen bei der Digitalisierung dicke Bretter bohren. Der Prozess verlangt den Führungskräften der Branche viel Mut und Entscheidungskraft ab. Doch nicht jeder Beschluss kann von ganz oben kommen, glaubt Michal Trochimczuk, Managing Partner beim IT-Berater Sollers Consulting. Er fürchtet, dass nach der Krise wieder Mammut-Projektmeetings auf der Tagesordnung stehen – bei denen nicht selten 50 Experten versuchen, gemeinsam bei Digitalthemen wie Clouds, Robotics oder künstlicher Intelligenz voranzukommen. Mit Mut zum Delegieren wird die Arbeit wirklich agil, empfiehlt er. Davon würde der Digitalisierungsprozess immens profitieren.
Crebita: Digitale Kreditversicherung ist möglich
Die Kreditversicherung gilt als beratungsintensiv. Das macht einen Online-Abschluss schwierig. Das ist jedenfalls die gängige Meinung. Das Insurtech Crebita ist vor rund zwei Jahren mit dem Ziel gestartet, das Gegenteil zu beweisen. Mithilfe eines eigenen Algorithmus und der Zusammenarbeit mit der R+V hat das Kölner Start-up den kompletten Abschluss von Kreditversicherungen digitalisiert. Die Pandemie hat dem automatisierten Underwriting des Start-ups allerdings einen Dämpfer verpasst. In anderen Bereichen ist die Corona-Krise hingegen zuträglich.
Britische Zurich hat Ärger wegen Baumängel-Skandal
Ein Bericht der Sunday Times erhebt schwere Vorwürfe gegen die britische Zurich-Gesellschaft. Das Unternehmen habe bei der Inspektion und Abnahme von neuen Wohnungen Mängel nicht gesehen oder sehen wollen, und diese dennoch versichert. Nun wolle das Unternehmen nicht zahlen, obwohl die Mängel schon vorher bekannt gewesen seien. In Großbritannien gibt es schon länger Probleme mit Pfusch am Bau. Der Versicherer weist die Vorwürfe zurück.
Londoner Start-up holt Ex-Versicherungschef von Uber
Leute – Aktuelle Personalien Das auf Versicherungsschutz für Selbstständige spezialisierte britische Start-up Collective Benefits erhält prominente Verstärkung: Russell Corbould-Warren, ehemaliger Versicherungschef in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika) beim US-Fahrdienstvermittler Uber, wird Chief Underwriting Officer und Europachef bei dem jungen Londoner Unternehmen. Außerdem: Axa XL hat einen neuen Verantwortlichen für die Transport- und Seekaskoversicherung, Ex-Lloyd’s-Chefin Inga Beale steht vor einem neuen Aufsichtsratsmandat, und der Rückversicherungsmakler Willis Re verstärkt sich im Underwriting.
Niederländische Tochter beflügelt Athora
Die Zahlen des Abwicklungs-Spezialisten Athora für das vergangene Jahr könnten ein erster Hinweis darauf sein, dass der Run-off-Markt endlich an Fahrt aufnimmt, wie es viele Experten prognostiziert haben. Die Gesellschaft konnte 2020 ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 652 Mio. Euro steigern. Auch die Nettoprämieneinnahmen legten gewaltig zu – außer bei der deutschen Tochter. Allerdings beruht der Erfolg zum größten Teil auf der Übernahme des niederländischen Versicherers Vivat.
Aon/Willis wohl nicht in Deutschland
Die Fusion zwischen Aon und Willis Towers Watson ist beschlossen – aber die EU als Kartellbehörde sträubt sich. Jetzt will Willis mit Einverständnis von Aon Teile des Geschäfts separat verkaufen, um die Kartellwächter gnädig zu stimmen. Dazu könnte auch die deutsche Tochter gehören, heißt es in Marktkreisen, die einen Bericht im Londoner Fachdienst Insurance Insider teilweise bestätigten. Unter anderem gibt es Gespräche mit dem US-Makler Arthur J. Gallagher, dessen Chef Patrick Gallagher seit Jahren nach Deutschland will. Das könnte das Hamburger Maklerhaus Funk – aktuell der Gallagher-Partner hierzulande – empfindlich treffen.
Ever Given: Ägypten fordert eine Milliarde
Das Containerschiff „Ever Given“, das für die Reederei Evergreen fährt, liegt nicht mehr im Suez-Kanal fest. Jetzt ankert es im Großen Bittersee. Aber ob das Schiff weiterfahren darf, hängt auch davon ab, ob sich die Kanalbehörde mit den Eignern und ihren Versicherern über den Schadenersatz einigt. Die Behörde verlangt mehr als eine Milliarde Dollar. Die Reederei hat inzwischen Havarie Grosse oder General Average erklärt. Das heißt, dass sich die Besitzer der Ladung an den Bergungskosten beteiligen müssen.
Neuer Job für Felix Hufeld
Am Mittwoch hatte der scheidende BaFin-Präsident Felix Hufeld seinen letzten Arbeitstag. Jetzt wird er ein Jahr lang nicht tätig sein, das ist die „Cooling off“-Periode. Aber nach Informationen des Versicherungsmonitors hat Hufeld bereits einen lukrativen Job in der Tasche, den er am 1. April 2022 antreten wird: Er soll dann Aufsichtsratschef des neu gegründeten Spezialversicherers CR Associates SE werden. Die in Berlin ansässige Gesellschaft will die Gehaltszahlungen von Vorstandsmitgliedern bei Versicherern auch nach einer möglichen Insolvenz sicherstellen. Gründer sind Harald Christ und Ulrich Rüther. Für die Risikobeurteilung der neuen Gesellschaft sei Hufelds Wissen über den Zustand der Versicherer „unbezahlbar“, heißt […]
Corona treibt Lloyd’s in rote Zahlen
Die Corona-Schäden, allen voran Veranstaltungsausfälle, haben deutliche Spuren in der Bilanz des Londoner Versicherungsmarktes Lloyd’s hinterlassen. Rund 6,2 Mrd. Pfund hat der Markt für Corona-Schäden zurückgestellt beziehungsweise ausbezahlt. In der Folge schloss Lloyd’s das vergangene Jahr mit einem Minus von rund 900 Mio. Pfund ab. Trotzdem zeigte sich CEO John Neal zufrieden. Er sieht große Fortschritte, was die Bemühungen um eine höhere Profitabilität angeht.
Gastronomie: Kündigungswelle bei Policen erwartet
Exklusiv Der Gewerbeversicherer Mailo erwartet eine Kündigungswelle von Gastronomen und Einzelhändlern, die durch die Pandemie in finanzielle Not geraten sind. Es zeichne sich der besorgniserregende Trend ab, dass die Unternehmer immer häufiger bei ihren Policen den Rotstift ansetzten, so die Gesellschaft. Makler sehen vermehrt Aufschübe bei den Prämien. Klar ist: Da kommt noch was auf die Branche zu.











