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Assekuranz in Umbruchstimmung

 Medienanalyse  Das Niedrigzinsumfeld, die fortschreitende Digitalisierung, der zunehmende Kostendruck und das sich wandelnde Kundenverhalten stellen die Assekuranz vor enorme Herausforderungen. Gravierende Auswirkungen hat dies vor allem auf die Unternehmensstrukturen und die Beschäftigungslage. In der westeuropäischen Versicherungsbranche könnte in den nächsten zehn Jahren jeder vierte Arbeitsplatz verloren gehen, prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey. Signal Iduna, Generali und Zurich haben Umstrukturierungen und Stellenstreichungen in großem Umfang angekündigt und damit ein beachtliches Medienecho ausgelöst. Auch spektakuläre Personalwechsel im Management beherrschten die Berichterstattung.

Talanx Deutschland versucht Neustart

Der Versicherungskonzern Talanx geht die längst überfällige Sanierung der IT für sein deutsches Privat- und Firmenkundengeschäft an. Er will drastisch sparen und die Produktlandschaft umbauen. In der Schadenversicherung will das Unternehmen wettbewerbsfähiger werden, in der Lebensversicherung setzt es auf neue Produkte mit geringerem Kapitalbedarf. Außerdem will Jan Wicke, Chef der Talanx Deutschland, die bisher geübte Kulanz gegenüber Lebensversicherungs-Altkunden aufgeben – so sollen sie künftig für die Neuausstellung von Versicherungsscheinen Gebühren zahlen. Auch neu: Mit Autoherstellern verhandelt der Versicherer über den Zugang zu Werkstattsystemen.

Anlagepolitik der Allianz in der Kritik

Die Allianz muss sich erneut Kritik an ihrer Investmentpolitik stellen. Ein aktueller Bericht des Vereins Facing Finance stellt 20 global agierende Unternehmen vor, die Menschenrechtsverletzungen oder andere Verstöße gegen etablierte Standards zu verantworten haben. Laut Facing Finance unterhält die Allianz zu jedem von ihnen finanzielle Beziehungen. Zwar lobt der Verein die Entscheidung der Allianz, sich aus Investments in Kohle weitgehend zurückzuziehen, fordert aber weitergehende Maßnahmen.

Darag übernimmt Hannover Rück-Bestand

Der Rückversicherer Hannover Rück hat einen Teil des Bestands der Tochtergesellschaft International Insurance Company of Hannover (Inter Hannover) an den Run-off-Spezialisten Darag zur Abwicklung übertragen. Die Transaktion wurde bereits im vergangenen Jahr vollzogen, aber erst jetzt bekannt. Es geht um britisches Kfz-Geschäft. Die Inter Hannover zeichnet Einzelrisiken in Bereichen wie Luftfahrt, Energiewirtschaft und Schifffahrt und vergibt Zeichnungsvollmachten an Makler und Zeichnungsagenturen.

Eher moderate Beitragsentwicklung in der PKV

Die privaten Krankenversicherer haben in den vergangenen 15 Jahren die Beiträge in der Vollversicherung für Angestellte im Schnitt um 3,7 Prozent im Jahr angehoben. Bei Beamten waren es 2,8 Prozent. Das geht aus dem neuen Rating zur privaten Krankenversicherung des Map-Reports hervor. Einbezogen in die Erhebung waren 17 PKV-Anbieter, die rund zwei Drittel des Marktes repräsentieren. Einige relevante Krankenversicherer fehlen. Gesamtsieger ist die Debeka, vor Signal und Provinzial.

HDI Global versichert Zugunglück

Die Talanx-Tochter HDI Global ist Haftpflichtversicherer des Eisenbahnunternehmens, dessen Züge bei dem Unglück nahe Bad Aibling am 9. Februar 2016 frontal zusammenstießen. Der Hannoveraner Versicherer bestätigte entsprechende Informationen von Versicherungsmonitor und Süddeutscher Zeitung. Elf Menschen starben bei dem Unglück. Sollte sich herausstellen, dass der Streckenbetreiber Deutsche Bahn beziehungsweise ein Mitarbeiter für den Unfall verantwortlich sind, wird HDI Global sehr wahrscheinlich Regress bei der DB beziehungsweise ihren Versicherern nehmen.

Karnevalsstürme kosten Versicherer 100 Mio. Euro

Die Stürme „Ruzica“ und „Susanna“, die Rosenmontag und Veilchendienstag über Deutschland hinweggefegt sind, kosten die Versicherer voraussichtlich 100 Mio. Euro. Das schätzt die aktuarielle Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss. Verglichen mit dem Sturm „Niklas“ im vergangenen Jahr fallen die Schäden relativ gering aus. Vor allem die Gebäude- und die Kfz-Kaskoversicherung sind betroffen. Aber auch für den Ausfall von Karnevalszügen werden Versicherer zur Kasse gebeten.

Talanx: Sanierung erfolgreich

Gleich in drei Sparten musste der Industrieversicherer HDI Global, früher HDI Gerling, mit erheblichen Problemen fertig werden: Jahrelang waren die Ergebnisse in Feuer, Kraftfahrt und Transport überhaupt nicht so, wie sich Industriechef Christian Hinsch das vorstellte. In mehrjähriger Sanierungsarbeit hat das Unternehmen die Situation gedreht, sagt Hinsch im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Außerdem berichtet er über internationale Expansionspläne und die Digitalisierung der Industrieversicherung.

Rieß verpasst Ergo eine neue Struktur

Paukenschlag beim Versicherer Ergo: Der neue Chef Markus Rieß verpasst der Gesellschaft eine völlig neue Unternehmensstruktur. Ähnlich wie die Allianz bündelt Ergo ihre deutschen Tochtergesellschaften in einer eigenen Holding. Daneben soll es zwei weitere Einheiten für das internationale und das Digital- und Direktgeschäft geben. Außerdem holt Rieß mit Andree Moschner einen Weggefährten aus Allianz-Zeiten in den Vorstand der neuen Dachgesellschaft.

Versicherer leiden unter hohen Schäden

Die deutschen Versicherer haben ihre gesamten Beitragseinnahmen 2015 um 0,5 Prozent auf 193,6 Mrd. Euro gesteigert. Das zeigen vorläufige Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Enttäuschend: Der versicherungstechnische Gewinn in der Schaden- und Unfallversicherung ging deutlich auf 2,1 Mrd. Euro zurück.

S-Direkt lässt Telematik-Tarif auslaufen

Die Sparkassen Direktversicherung ist der Pionier bei Telematik-Tarifen für die Autoversicherung in Deutschland. Das bestehende Telematik-Angebot des Versicherers ist allerdings zum Jahresende 2015 ausgelaufen. Zurzeit hat die S-Direkt keinen Telematik-Tarif im Angebot. Der Probelauf hat gezeigt: Die Kosten waren zu hoch. Der Versicherer arbeitet aber an einem Nachfolge-Angebot. Ob es kommt, ist noch ungewiss.

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