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Swiss Re mit hohen Corona-Schäden
Die Pandemie kommt den Rückversicherer Swiss Re teuer zu stehen: Corona-Schäden und Rückstellungen summierten sich im vergangenen Jahr auf 3,9 Mrd. Dollar, vor allem durch Betriebsunterbrechungen und eine höhere Mortalitätsrate. Der Konzern musste einen Verlust von 878 Mio. Dollar verbuchen, nach einem Gewinn von 727 Mio. Dollar im Vorjahr. Swiss Re-Chef Christian Mumenthaler glaubt dennoch, genug Vorsorge getroffen zu haben, damit in diesem Jahr alles besser wird. Es gibt aber auch Faktoren, die außerhalb seines Einflussbereiches liegen.
USA: Wintereinbruch sorgt für Milliardenschaden
Bei minus 4 Grad Celsius, die sich laut Wetterdienst wie minus 8 Grad Celsius anfühlen, ohne Heizung und Strom in Wintermäntel zu Hause sitzen – das ist aktuell die Realität von vielen Texanern. Ein überraschender Wintereinbruch hat das Stromnetz überfordert. Geplatzte Leitungen, andere Gebäudeschäden sowie Kfz-Schäden werden Versicherer Milliarden kosten, erwarten Experten. Der Katastrophenmodellierer Karen Clark & Company rechnet damit, dass es der bislang teuerste Wintersturm für Versicherer werden könnte.
Allianz mit durchwachsener Bilanz
Die Allianz rechnet für das laufende Jahr mit weiteren Belastungen durch die Covid-19-Pandemie, allerdings deutlich weniger als die 1,3 Mrd. Euro im Jahr 2020. Das sagte Konzernchef Oliver Bäte bei der Vorstellung der Zahlen für das vergangene Jahr. Das Neugeschäft litt, Umsatz und Gewinn gingen zurück. Heftig in den roten Zahlen war der Industrieversicherer AGCS, er soll 2021 wieder profitabel sein. Bäte sieht die Gefahr einer Blase an den Aktienmärkten. Die Situation ähnele der vor den Krisen von 2008 und 2000.
Wer bei Impfschäden wann haftet
Exklusiv Eine logistische Herausforderung, bei der die Beteiligten derzeit an ihre Grenzen kommen – die aktuelle Impfkampagne gegen das Corona-Virus läuft, wenn auch nicht in dem Tempo wie gewünscht. Doch der Einsatz neuer, in Rekordzeit entwickelter Impfstoffe wirft Fragen auf: Wer haftet bei möglichen Langfristschäden? Die Assekuranz bietet private Policen für Verbraucher, doch bei den Impfstoff-Herstellern lehnt sie dankend ab.
Talanx ernennt Diversity-Managerin
Exklusiv Raha Anssari wird Managerin für Diversity & Inclusion beim Talanx-Konzern. Die 36-Jährige soll eine Diversitätsstrategie erarbeiten und die Bedeutung des Themas im Unternehmensalltag erhöhen. Damit geht der der Konzern ein Problem der Branche an. Denn bei vielen Versicherern ist bei den Themen Diversität und Inklusion noch Luft nach oben.
BSV: OLG Stuttgart weist Gastronomen-Klagen ab
Nach dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat sich ein weiteres Gericht der zweiten Instanz mit dem Streit um Betriebsschließungspolicen (BSV) befasst. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat zwei Klagen von Gastronomen aus Baden-Württemberg abgewiesen, die Ansprüche gegen ihre Versicherer aufgrund der Schließung ihrer Betriebe im ersten Corona-Lockdown geltend machen wollten. Auch die Richter in Hamm hatten zugunsten der Versicherer entschieden. Unterdessen hat die Kanzlei Wilhelm Rechtsanwälte eine Kooperation mit einem britischen Prozessfinanzierer geschlossen, um auch Gastronomen eine Klage zu ermöglichen, die es sich sonst nicht leisten könnten.
Clyde: M&A-Aktivitäten legen 2021 zu
Trotz der Corona-Krise bleibt die Zahl der Übernahmen und Fusionen (M&A) in der globalen Versicherungswirtschaft im Jahr 2020 stabil. Eine Pandemie-bedingte Delle ist bislang nicht zu erkennen, zeigt ein Bericht der Anwaltskanzlei Clyde & Co. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der abgeschlossenen Transaktionen um 2,9 Prozent nur leicht zurückgegangen. Doch Europa verzeichnet ein deutliches Minus der M&A-Aktivität.
Zurich holt DA-Direkt-Chef Stockhorst in den Vorstand
Leute – Aktuelle Personalien Die Zurich Deutschland befördert Peter Stockhorst (Bild), den Chef ihres Direktversicherers DA Direkt, in den Vorstand der Zürich Beteiligungs-AG. Der 55-Jährige soll dort künftig das neu geschaffene Vorstandsressort „Direct & Digital“ leiten, seinen Posten bei der Direktversicherungstochter behält er. Und: Die Schweizer Konzernmutter Zurich hat einen neuen Regionalchef für Skandinavien. Zudem stellt der Industrieversicherer HDI Global SE seine Haftpflicht-Sparte neu auf und erweitert dazu das Führungsteam von Vorstand Mukadder Erdönmez.
Das Homeoffice wird bleiben
Im Zuge der Corona-Krise haben die Versicherer einen Großteil der Arbeitsplätze in das Homeoffice verlegt. Schon jetzt ist klar: So wie vorher wird es nach der Pandemie nicht mehr werden. Langfristig werden nur noch 40 Prozent der Mitarbeiter im Büro sein, sagte Gothaer-Chef Oliver Schoeller auf der Kurzkonferenz Breakfast Lectures des Versicherungsmonitors. Büros werden allerdings weiter gebraucht. Dass Führungskräfte nur von zu Hause arbeiten, kann er sich nicht vorstellen. Auch Christian Macht vom Digitalversicherer Element und Lukas van Grunsven vom Softwarehaus Keylane erwarten, dass es dauerhafte Änderungen in der Arbeitskultur geben wird.
Veranstalter fordern staatlichen Ausfallfonds
Die Veranstaltungsbranche bangt in der Krise um den Neustart. Wann es wieder Großveranstaltungen geben kann, hängt nicht nur von der Infektionslage ab. Es gibt aktuell keinen Versicherungsschutz für infektionsbedingte Ausfälle. Die Veranstalter zeigen sich vom Wirtschaftsgipfel mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier enttäuscht und setzen sich für einen staatlichen Ausfallfonds ein. In den Niederlanden ist ein solcher Fonds für Großveranstaltungen, die für die zweite Jahreshälfte geplant sind, bereits beschlossene Sache.
MSG will Töchter zusammenlegen
Leute – Aktuelle Personalien Das Softwareunternehmen MSG stellt sich neu auf. Die Ismaninger Gruppe hat für Personengleichheit in den Vorständen der Töchter MSG Life und MSG Nexinsure gesorgt. Vorstandschef des gemeinsamen Führungsgremiums ist Rolf Zielke. Künftig sollen die beiden Unternehmen unter einer Marke firmieren. Außerdem: Der zur Allianz gehörende Kreditversicherer Euler Hermes hat eine neue Vertriebsdirektorin für Deutschland, Österreich und die Schweiz ernannt, Swiss Re Corporate Solutions hat einen neuen Haftpflichtchef, und der Rückversicherungsmakler Willis Re wirbt einen versierten Lloyd’s-Kenner von Partner Re ab.
Aon beklagt „Heckenschützenmentalität“
Exklusiv In der deutschen Industrie hat sich viel Wut über das Verhalten der Versicherer in der jüngsten Erneuerungsrunde aufgebaut, haben Kai-Frank Büchter (Bild) und Hartmuth Kremer-Jensen beobachtet. Der Chef und der Vizechef der Industrieversicherungsseite bei Aon kritisieren Intransparenz, erdrutschartig späte Aktionen der Versicherer und rabiate Preiserhöhungen. An die Kosten müsse die Branche unbedingt ran, sagt Büchter. Im Interview geht es auch um die Maklerfusionen und die Auswirkungen der Pandemie auf Aon.











