Axa XL, die Industrie- und Rückversicherungseinheit des französischen Axa-Konzerns, muss im zweiten Halbjahr 2019 überdurchschnittlich hohe Schäden aus Naturkatastrophen verkraften. Sie werden voraussichtlich um 400 Mio. Euro über dem durchschnittlichen Niveau liegen, sagte Finanzchef Gérard Harlin. Die Entwicklung liege aber im Bereich der normalen Schwankungen und stelle das Engagement der Axa in diesem Bereich trotz der immer noch zu niedrigen Preise nicht in Frage. Der Umsatz der Axa ist in den ersten neun Monaten um 5 Prozent auf 79,7 Mrd. Euro gestiegen, Wachstumstreiber waren die Industrieversicherung und die Krankenversicherung.
Nachrichten
Hiscox erwartet Konsolidierung im US-Cybermarkt
Fünf Anbieter vereinnahmen mehr als die Hälfte der Prämien, 148 Gesellschaften kommen jeweils auf weniger als 5 Mio. Dollar Spartenumsatz – der US-Cyberversicherungsmarkt ist von einem starken Ungleichgewicht geprägt. Nach Ansicht von Robert Dietrich, Deutschlandchef des Spezialversicherers Hiscox, sollten sich kleinere Anbieter die Frage stellen, ob sie sich nicht besser mit anderen Gesellschaften zusammenschließen. Trotz 13 Millionen Schadenmeldungen im vergangenen Jahr war die US-Cybersparte 2018 insgesamt noch profitabel. Die Spanne der gemeldeten Schadenquoten reichten allerdings von 4,8 Prozent bis 184 Prozent. Sorge bereitet Dietrich der zunehmende Preiskampf auf dem deutschen Markt.
Regierung wegen Steuer auf Feuerrisiken in der Kritik
Die FDP wirft der Bundesregierung mangelnde Einsatzbereitschaft bei einer möglichen Vereinfachung der Besteuerung von Feuerrisiken vor. Es geht um die vom Bundesrechnungshof empfohlene Integration der Feuerschutzsteuer in die Versicherungssteuer. Die Behörde verspricht sich davon einen Abbau der Bürokratie, weil die Notwendigkeit für Doppelstrukturen etwa in der IT wegfiele. Das Bundesfinanzministerium sieht das offenbar ähnlich und strebt eine Umsetzung in der laufenden Legislaturperiode an. Allerdings ist die dafür nötige Diskussion mit den Ländern bisher ausgeblieben – zum Ärger der FDP.
Interview: Allianz-Deutschlandchef Röhler sieht Wende
Die Allianz Deutschland hat im ersten Halbjahr bei den Beiträgen um 15 Prozent zugelegt. „Wir haben einen sich selbst verstärkenden Wachstumskreislauf in Gang gesetzt“, sagte Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Vorher sei das nur der Allianz Leben gelungen. Röhler spricht auch über die Digitalisierung, IT-Ausfälle, über den Plan, in der Kfz-Versicherung wieder die Nummer eins zu werden, über den Vertrieb der Stuttgarter Allianz Leben in Italien und über die Positionierung der Allianz Deutschland gegenüber der neuen Allianz Direct. Hier der Wortlaut des Gesprächs.
Guidewire: Auf den Webauftritt kommt es an
Künftig werden Schaden- und Unfallversicherer nicht mehr ihre Policen verkaufen, sondern ihren Webauftritt. Davon ist der neue Guidewire-Chef Mike Rosenbaum überzeugt. Hat ein Kunde die Wahl zwischen zwei Policen, wird er sich immer für diejenige mit dem besseren Online-Auftritt entscheiden, sagte er auf der Jahreskonferenz des Softwareunternehmens in Washington D.C. „Das ist nicht unbedingt fair, aber die Welt verändert sich.“ Damit Versicherer bei diesem Trend mithalten können, müssten sie auf standardisierte Cloud-Systeme setzen und sich mithilfe von Datenanalysen Alleinstellungsmerkmale erarbeiten.
Microsoft beteiligt sich an Allianz-Tochter Syncier
Der Softwareriese Microsoft hat sich an dem Allianz-Tochterunternehmen Syncier beteiligt. Der Konzern hat zehn Prozent an dem Start-up erworben. Syncier, vormals inSphere, wurde von der Allianz gegründet, um das konzerneigene Allianz Betriebssystem, kurz ABS, zu verwalten. Die Allianz bietet das System als Open Source-Lösung anderen Unternehmen an. Microsoft spielt bei der Entwicklung von Cloud-Diensten eine große Rolle, davon könnte die Allianz bei der Weiterentwicklung profitieren.
Allianz investiert 1 Mrd. Dollar in China
Die Allianz hat sich an dem chinesischen Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzern Taikang Insurance Group beteiligt. Dazu haben die Münchener der Investmentbank Goldman Sachs vier Prozent ihrer Anteile an dem Konzern abgekauft. Laut Medienberichten soll die Allianz dafür 1 Mrd. Dollar gezahlt haben. Es handele sich um eine reine Finanzbeteiligung, betont der Versicherer.
Erste Abschlüsse bei Joonko
Joonko-Chefin Carolin Gabor zieht zwei Wochen nach Start des neuen Online-Vergleichsportals für Versicherungen ein positives Fazit. Das Ende Oktober 2019 online gegangene Angebot des Unternehmens werde von den Kunden wahrgenommen, und es gibt bereits erste Abschlüsse, sagte sie am Rande des Insurance Summit des Handelsblatts in München. Auch die Zahl der gelisteten Versicherer nehme stetig zu – mit S-Direkt, Barmenia Direkt, Signal Iduna und Friday haben sich bereits die nächsten vier Gesellschaften angekündigt. Zudem präsentierte Gabor den neuen vierköpfigen, hochkarätig besetzten Transparenzbeirat ihres Unternehmens.
Hannover Rück muss für Thomas Cook-Pleite zahlen
Der Rückversicherer Hannover Rück hat in den ersten neun Monaten 2019 erstmals die Gewinnmarke von 1 Mrd. Euro überschritten. Gewinntreiber war vor allem die Personenrückversicherung, wo sich die Sanierungsbemühungen im US-Geschäft mit Mortalitätsrisiken auszahlten. Auch beim Kapitalanlageergebnis konnte die Talanx-Tochter zulegen. In der Schadenrückversicherung sprengten Großschäden im dritten Quartal dagegen das Budget – dabei spielte auch die Thomas Cook-Pleite eine Rolle.
Keese: „Wir müssen Verlustbringer rausschneiden“
Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hatte in den vergangenen Monaten Druck auf die Syndikate gemacht, sich von unprofitablem Geschäft zu trennen. Obwohl sich bereits Verbesserungen zeigen, will Lloyd’s es nicht dabei bewenden lassen. „Das ist ein kontinuierlicher Prozess“, sagt Burkhard Keese, Finanzchef des Versicherungsmarktes, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Künftig will Lloyd’s jedes Jahr das schlechte Geschäft aussortieren. Auch sonst hat sich der Markt viel vorgenommen. So will er sich stärker für das alternative Kapital öffnen.
Liverani: Run-off ist manchmal die einzige Lösung
Für eine Reihe von Lebensversicherern gibt es keine nennenswerten Alternativen zum Run-off, wenn es darum geht, die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen sicherzustellen. Davon zeigte sich Generali-Deutschlandchef Giovanni Liverani auf dem Insurance Summit in München überzeugt. Mit dem Anfang 2019 abgeschlossenen Verkauf der Generali Leben an den Abwickler Viridium habe der Konzern seine Kunden nicht fallenlassen, sondern eine nachhaltig tragbare Lösung für die Verträge finden wollen, betonte Liverani. Frank Grund, Chef der Versicherungsaufsicht bei der BaFin, hält es für unwahrscheinlich, dass es in naher Zukunft zu weiteren Run-off-Deals kommt.
Guidewire: Es geht nicht mehr nur um die Kernsysteme
In Zukunft wird ein gutes Kernsystem für Versicherer nicht mehr ausreichen. Davon ist Mike Rosenbaum, neuer Chef des Softwareanbieters Guidewire, überzeugt. Es braucht auch einen digitalen Auftritt und Datenanalysen. Auch Guidewire, dessen Augenmerk bisher in erster Linie auf der Entwicklung von Kernsystemen für Schadenversicherer lag, muss deshalb umdenken. Für Rosenbaum liegt die Lösung vor allem in Cloud-basierten Systemen und standardisierten Anwendungen. Auf der Jahreskonferenz des Softwareunternehmens in Washington D.C. stellte er erste Projekte vor.
Versicherungskammer Bayern steigt bei Finleap ein
Die Versicherungskammer Bayern (VKB) hat sich an dem Firmen-Inkubator Finleap beteiligt. Für einen zweistelligen Millionenbetrag haben die Bayern 5,7 Prozent am Unternehmen erworben, bestätigte die VKB. Zuerst hatte Finanz-Szene.de berichtet. Damit ist die VKB der fünfte Versicherungspartner der Berliner. Auch der chinesische Gigant Ping An sowie Hannover Rück, Signal Iduna und MS&AD haben sich beteiligt. Die VKB sieht die strategische Beteiligung an Finleap als „einem der führenden Ökosysteme“ als wichtigen Schritt, um nah an neuen Trends und Entwicklungen zu sein.
Swiss Re mit neuer Rückversicherungs-Finanzchefin
Leute – Aktuelle Personalien Bei der Swiss Re in Zürich wird das Vorstandsgremium weiblicher: Claudia Cordioli wird neue Finanzchefin im Bereich Rückversicherung bei dem Unternehmen. Sie folgt auf Gerhard Lohmann, der 2020 zur Credit Suisse wechselt. Cordioli ist bereits seit 16 Jahren für die Swiss Re tätig, zuletzt als Leiterin des Bereichs West- und Südeuropa in der Abteilung Rückversicherung. Außerdem: Annkathrin Stephan wird zur Leiterin des neu geschaffenen Bereichs Solutions Western & Southern Europe bei Swiss Re befördert.












