Erst- und Rückversicherer müssen sich nach dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA auf zahlreiche Änderungen für ihre Branche vorbereiten. Das betrifft vor allem die Bereiche Handelspolitik, Steuerreform, Regulierung und das Gesundheitswesen. Hier wird Trump an den Stellen ansetzen, an denen er zu Ende seiner letzten Amtszeit aufgehört hat, erwarten Experten.
Rückversicherer
Munich Re: Möglichst schnell schlagkräftige Regierung
Angesichts des Zerbrechens der Ampelkoalition hofft der Rückversicherer Munich Re auf baldige Neuwahlen. Das Interesse sei groß, möglichst schnell eine schlagkräftige Regierung zu haben, sagte Finanzchef Christoph Jurecka. Er äußerte aber auch Zuversicht, dass sich der Konzern durch die Wahlen in den USA und die Neuwahlen in Deutschland nicht aus dem Sattel werfen lässt. Das haben auch die zahlreichen Naturkatastrophen im dritten Quartal nicht geschafft. Wie angekündigt sank das Konzernergebnis, für das Gesamtjahr sieht sich die Munich Re aber auf Kurs.
Zurich dementiert Interesse an Baloise
Für die Zurich ist weder ein Erwerb der Baloise, die im Markt offenbar als Übernahmekandidat gehandelt wird, noch einzelner Geschäftsteile ein Thema. Konzernchef Mario Greco dementierte, dass der Konzern zu den Versicherern zählt, die laut Bloomberg über ein entsprechendes Angebot nachdenken. Zurich konnte in den ersten drei Quartalen in allen Geschäftsbereichen zulegen, allerdings stieg die Belastung durch Naturkatastrophen.
US-Haftpflicht: Swiss Re stockt Reserven massiv auf
Die Swiss Re muss ihre Rückstellungen für das US-Haftpflichtgeschäft in der Schaden- und Unfallrückversicherung im dritten Quartal deutlich um 2,4 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) aufstocken. Das gab der Rückversicherer eine Woche vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2024 bekannt. Die Erhöhung der Reserven sorgt für einen niedrigeren Quartalsgewinn, das Unternehmen muss die Gewinnprognose für das Gesamtjahr senken.
Wie sich die US-Wahl auf Versicherer auswirkt
Der Ausgang der US-Wahlen könnte Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft in den USA und Europa haben. Je nach Ergebnis könnten die Lebensversicherung sowie der Markt für Fusionen und Übernahmen bei US-Versicherern einen Boom erleben, schreiben Analysten der Deutschen Bank in einer aktuellen Analyse. Für europäische Versicherer dürften sich die Auswirkungen des Wahlausgangs eher in Grenzen halten, glauben die Analysten. Zuerst hatte der Branchendienst Reinsurancenews darüber berichtet.
Zurich findet neuen Underwriting-Chef bei der Axa
Leute – Aktuelle Personalien Die Zurich hat mit Alexander Schmidt einen Nachfolger für Claudia Max gefunden. Die Chief Underwriting Officer verlässt das Unternehmen zum Jahresende Richtung Allianz. Allerdings bleibt die Stelle womöglich zunächst einige Monate vakant: Das Startdatum von Schmidt hängt noch an Verhandlungen mit seinem aktuellen Arbeitgeber Axa. Personelle Neuigkeiten gibt es außerdem bei der Munich Re-Tochter New Re und der Stephan Unternehmens- und Personalberatung.
Flut in Spanien führt zu Milliardenschäden
Die schweren Unwetter in Spanien, bei denen mindestens 95 Menschen gestorben sind, könnten wirtschaftliche Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro verursachen. Das geht aus einer ersten Schätzung von Morningstar DBRS hervor. Die versicherten Schäden dürften weit über 1 Mrd. Euro liegen, so die Ratingagentur. Die Schäden übernimmt wohl zum großen Teil der staatliche Pool Consorcio de Compensación de Seguros.
Alexander Stampf wechselt zu Marsh
Leute – Aktuelle Personalien Der Financial Lines-Experte Alexander Stampf (Bild) hat den Makler Finlex verlassen und ist zum Konkurrenten Marsh gewechselt. Dort soll er Mitte kommenden Jahres die Nachfolge von Michael Rieger-Goroncy als Head of Global Corporate Marsh Finpro (Financial and Professional Services) antreten. Der Rückversicherer Everest Re hat eine neue International Reinsurance Operation Officer. Personelle Neuerungen gibt es auch beim Makler Aon.
HDI Global besetzt Positionen neu
Leute – Aktuelle Personalien Der Industrieversicherer HDI Global hat zwei Führungspositionen in Frankreich und der Schweiz neu besetzt. Eric Joly-Pottuz (Bild) wird Leiter des Geschäftsbereichs HDI Enablers, Hansjakob Frey übernimmt die Position des Head Claims der Schweizer Dependance des Hannoveraner Versicherers. Außerdem: Der Spezialversicherer Berkley Europe hat Daniel Rehschuh die neu geschaffene Position des Affinity Managers übertragen. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Rückversicherungsmakler Gallagher Re.
Neue Diskussionen über Frequenzschäden
Seitdem die Rückversicherer sich vor zwei Jahren aus der Deckung von Frequenzschäden zurückgezogen haben, steigt der Unmut der Erstversicherer, die seitdem mehr Naturkatastrophenschäden selbst schultern müssen. In den aktuellen Erneuerungsverhandlungen werden die Deckungen daher eine große Rolle spielen, hieß es beim Rückversicherungstreffen in Baden-Baden. Komplett ausgestorben sind sie aber ohnehin nicht – auch wenn einige Rückversicherer sich neue Namen für den Schutz ausdenken.
E+S Rück: „Irgendwas ist da falsch im System“
Obwohl es in diesem Jahr nicht besonders viele verheerende Großbrände gegeben hat, steckt die Industrie-Feuerversicherung mit einer Schaden- und Kostenquote von 106 Prozent nach wie vor in den roten Zahlen. Die Hannover Rück-Deutschlandtochter E+S Rück glaubt, dass die Prämien immer noch zu niedrig sind und will notfalls bei proportionalen Deckungen reagieren. Auch die Kfz-Versicherung bleibt aus Sicht des Rückversicherers eine Problemsparte.
SDK und Sautter trennen sich
Leute – Aktuelle Personalien Vorstand Gerd Sautter verlässt die SDK-Gruppe zum Ende des Jahres. Grund für seinen Weggang nach nur gut einem Jahr im Vorstand seien unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung der Krankenversicherung, teilt der Versicherer mit. Die Krankenversicherung ist das mit Abstand wichtigste Segment der SDK. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt. Veränderungen beim Personal gibt es auch bei der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, beim australischen Versicherer QBE und beim Industrieversicherer Axa XL.











