The Long View – Der Hintergrund Nach einem D&O-Schaden und auch bereits zuvor im Falle eines drohenden Schadens erhöhen Versicherer die Prämie oft kräftig. Neben dem Vermögensschaden durch das Fehlverhalten des Managers belastet diese Erhöhung das Unternehmen noch zusätzlich. Wäre es nicht toll, wenn die Firma diesen Betrag als Teil des Schadens bei den Managerhaftpflichtversicherern geltend machen könnte? Das klingt abwegig, ist aber in einem Vergleich in einem größeren D&O-Haftungsfall geschehen.
Versicherer
Moody’s: Flutschäden kosten bis zu 3 Mrd. Euro
Die Höhe der versicherten Schäden durch Starkregen und den daraus resultierenden Überflutungen in Süddeutschland steigt an. Besonders in Baden-Württemberg sind nahezu alle Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert. Die Schadenschätzung von Moody’s ist mit bis zu 3 Mrd. Euro die bisher höchste. Der GDV hatte vor einigen Tagen die versicherten Schäden noch auf rund 2 Mrd. Euro geschätzt.
Union will PKV-Beitragsanpassungen verstetigen
Die Bundestagsfraktion von CDU/CSU fordert eine Änderung der Regeln für Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung (PKV), um sprunghafte Beitragssteigerungen zu verhindern. Die Abgeordneten schlagen dafür eine Absenkung der Schwellenwerte bei den beiden sogenannten auslösenden Faktoren vor. Die Finanzaufsicht BaFin hat derweil anhand des Standardtarifes untersucht, wie es um die langfristige Stabilität der PKV-Beiträge bestellt ist.
Versicherungsrisiko EM
Wenn große Sportveranstaltungen wie die am Freitag startende Fußball-Europameisterschaft oder die am 26. Juli beginnenden Olympischen Spiele abgesagt oder verschoben werden müssen oder es zu Störungen im Betriebsablauf kommt, kann das für Versicherer teuer werden. Das hat nicht zuletzt das Corona-Jahr 2020 gezeigt. Für die diesjährigen Sportturniere sehen Experten allerdings andere Risiken, allen voran Terror- und Cybergefahren.
Erstversicherer wegen Frequenzschäden unter Druck
Dass Rückversicherer ihre Deckung für kleine bis mittlere Unwetter einschränken und die Preise erhöhen, macht den Erstversicherern zunehmend zu schaffen. Ihr Selbstbehalt für Wetterrisiken steigt, und laut einem Bericht der Ratingagentur Moody’s wird er vorerst auch nicht wieder sinken. Versicherer gehen deshalb dazu über, Präventionsmaßnahmen wie einen besseren Hochwasserschutz zu fördern. Doch kurzfristig verbessert das die Lage der Unternehmen nicht.
PKV-Verband wirbt für Kapitaldeckung
Um die Schieflage der umlagefinanzierten Kranken- und Pflegeversicherung infolge der Alterung der Gesellschaft in den Griff zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die private Krankenversicherung (PKV) und ihre kapitalgedeckte Vorsorge, sagte der stellvertretende Vorsitzende des PKV-Verbands Ulrich Leitermann (Bild) auf der Jahrestagung in Berlin. Bundesverkehrsminister Volker Wissing erklärte Forderungen nach einer Lockerung der Schuldenbremse eine Absage. Er warb für eine konsequente Digitalisierung.
Wo Frauen netzwerken
Frauen in der Versicherungswirtschaft müssen mehr Raum bekommen und vor allem mehr Chancen. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Female Insurance Summit – ein Event für Frauen in der Branche. Auf dem zweiten Summit ging es jetzt um die Frauen im Vertrieb und in Führungspositionen, die Vereinbarkeit von Job und Familie, und auch der Gender Health Gap war ein Thema. Bei einem waren sich alle einig: Frauen müssen Frauen fördern.
S&P verbessert Ausblick für die Gothaer
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat ihren Ausblick für die Gothaer vor dem Hintergrund der Fusion mit der Barmenia von „stabil“ auf „positiv“ angehoben. Durch den Zusammenschluss werde sich die Wettbewerbsfähigkeit des Kölner Versicherers verbessern, insbesondere wegen der zunehmenden Diversifizierung, schreiben die Analysten. Unter bestimmten Umständen könnte das bestehende „A“-Rating in den kommenden ein bis zwei Jahren angehoben werden.
BGH bestätigt Schiedsverfahren in der Rechtsschutzversicherung
Lehnt ein Rechtsschutzversicherer die Deckung ab, kann der Versicherungsnehmer die Ablehnung mit einem Schiedsgutachterverfahren überprüfen lassen. So haben es viele Versicherer in ihren Bedingungen stehen. Diese weitverbreitete Praxis wollten die Verbraucherzentralen kippen, sind damit aber erfolglos geblieben. Der Rechtsstreit dauerte mehr als drei Jahre und ging bis zum Bundesgerichtshof (BGH). Das oberste Zivilgericht gab dem beklagten Versicherer jetzt Recht.
BGH moniert Vitality-Klauseln
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Rabattsystem teilweise beanstandet, mit dem die Generali-Tochter Dialog Lebensversicherung im Rahmen des Vitality-Programms gesundheitsbewusstes Verhalten von Kunden belohnt. Die Richter stellten das Belohnungssystem allerdings nicht grundsätzlich in Frage, sondern erklärten nur zwei Klauseln in einem Berufsunfähigkeitstarif als unwirksam. Geklagt hatte der Bund der Versicherten, der dem Anbieter Intransparenz und eine unangemessene Benachteiligung der Kunden vorgeworfen hatte.
Swiss Re benennt neue Risiken
Nach Pandemie und Inflation, inmitten des Kriegstreibens in Europa, hat der Rückversicherer Swiss Re untersucht, wo neue Gefahren für die Gesellschaft, aber auch für Versicherer liegen könnten. Das Unternehmen hat 13 aufkommende Risiken ausgemacht. Die drei Hauptrisiken liegen demnach im Rückgang der Investitionen in globale Lieferketten, in Kaskadeneffekten nach Naturkatastrophen und in der Unterfinanzierung von Gesundheitssystemen. Laut Experten des Rückversicherers werden diese Themen die Versicherer in den nächsten zehn Jahren umtreiben.
Mehr Kriegsdeckung für die Ukraine
Das Risiko von Kriegsschäden hält viele Unternehmen davon ab, in der Ukraine zu investieren. Die US-Behörde für Entwicklungsfinanzierung springt deshalb jetzt als Versicherer ein und hat gemeinsam mit einem ukrainischen Anbieter ein Unterstützungs-Paket mit einem Volumen von 350 Mio. Dollar geschnürt. Besonders Unternehmen aus den Bereichen Landwirtschaft und Gesundheit sollen von der neuen Deckung profitieren. Vermittelt hat dieses Programm der Großmakler Aon.
Gute Aussichten für deutsche Sachversicherer
Die schweren Überschwemmungen in Süddeutschland werden sich wohl nicht besonders auf die Kennzahlen deutscher Sachversicherer auswirken, erwartet die Ratingagentur Fitch in einem aktuellen Bericht. Der Grund: Die Kfz- und Gebäudeversicherer hierzulande haben zuletzt die Preise deutlich erhöht. Zudem dürfte ein großer Teil der Schäden rückversichert sein, so dass die Rentabilität der Erstversicherer nicht beeinträchtigt sein wird. Die Ratingagentur hat deswegen ihren Ausblick angehoben.
Startschuss für ADAC Zuhause Versicherung
Die Finanzaufsicht BaFin hat dem neuen Gemeinschaftsunternehmen des ADAC und der Allianz die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb erteilt. Die ADAC Zuhause Versicherung AG mit Sitz in München darf künftig Hausratversicherungen und Schutzbriefe verkaufen. Damit gehen die Unternehmen den bereits im vergangenen Jahr angekündigten Schritt zur Verknüpfung der Bereiche Wohnen und Mobilität.
„Value for Money“ stellt Versicherer vor Probleme
Die Lebensversicherer in der Europäischen Union werden von Aufsehern auf nationaler und auf EU-Ebene zunehmend daraufhin überprüft, ob ihre Produkte den Kunden ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten – Stichwort „Value for Money“. Die Kleinanlegerstrategie der EU und mehrere Produktaufsichtsmaßnahmen der Aufsichtsbehörden haben erhebliche Auswirkungen auf Produkt- und Preisgestaltung und möglicherweise auch auf den Vertriebsansatz, schreibt die Ratingagentur Moody’s in einem aktuellen Bericht.














