Moody’s RMS, der Schadenmodellierer der gleichnamigen US-Ratingagentur, sieht ungewöhnlich hohe Unsicherheiten bei der Vorhersage der Hurrikan-Saison 2023. Auch wenn viele Indizien auf einen durchschnittlichen Verlauf hindeuteten, könnten aktuelle Klimaereignisse im Westen und im Osten der USA für einen über- oder unterdurchschnittlichen Ausgang der Saison sorgen. RMS erinnerte an das vergangene Jahr. Auch 2022 galt eigentlich als durchschnittlich, brachte aber mit dem Hurrikan „Ian“ einen höchst zerstörerischen Sturm hervor.
Versicherer
Immobilienquote der Versicherer steigt – noch
Die deutschen Versicherer haben in den vergangenen Monaten den Anteil der Immobilieninvestitionen an ihren Kapitalanlagen weiter ausgebaut. Die Beratungsfirma EY hat im Mai und Juni insgesamt 32 Gesellschaften befragt und dabei eine Immobilienquote von 13 Prozent ermittelt – im Vorjahr waren es noch 12,1 Prozent. Allerdings deutet sich eine Trendwende an: Nur noch 14 Prozent wollen die Quote erhöhen, jede vierte Gesellschaft will sie sogar reduzieren. Das hat auch mit den deutlich nach unten korrigierten Renditeerwartungen bei Immobilienanlagen zu tun.
Zehn Jahre Versicherungsmonitor – ein Rückblick
Im Jahr 2013 erschien zum ersten Mal der Newsletter des Versicherungsmonitors hinter der Bezahlschranke. Das Top-Thema damals: Der Internet-Riese Google rudert aufgrund technischer Probleme mit seinem Vergleichsportal für Versicherungen zurück. In den folgenden Jahren gab es noch viele andere spannende Themen wie den Boom des externen Run-offs, einen neuen digitalen Krankenversicherer und das Insurtech Financefox, das sich zum Einhorn Wefox mausert. Der Versicherungsmonitor blickt auf interessante Deals, wichtige Personalien und die großen Ereignisse der vergangenen zehn Jahre zurück. Hier der erste von zwei Teilen.
Solvency II-Review nimmt nächste Hürde
Der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments hat Vorschläge zur Überarbeitung von Solvency II verabschiedet, die gegenüber dem Entwurf der Kommission eine Entlastung für die Branche bedeuten. Das soll den Weg freimachen für Langfristinvestitionen in eine grünere Wirtschaft. Der Versichererverband GDV begrüßt den Schritt. Die NGO Finance Watch kritisiert die Kapitalentlastung dagegen als Abkehr von einem rein risikobasierten Ansatz. Klimaschützer monieren, dass ihr Ruf nach zusätzlichen Kapitalanforderungen für neue Projekte mit fossilen Energien nicht gehört wurde.
Noch mehr Probleme für Zurich-Viridium-Deal
Exklusiv Die Vorgänge um den angeschlagenen italienischen Lebensversicherer Eurovita könnten den Run-off-Deal zwischen der Zurich und dem deutschen Spezialisten Viridium weiter verzögern oder im Extremfall sogar ganz kippen. Mehrheitsaktionär bei Eurovita und bei Viridium ist der Londoner Private-Equity-Investor Cinven. Jetzt will die italienische Aufsicht die Rolle Cinvens bei dem Mailänder Versicherer genau untersuchen. Die BaFin dürfte das mit Interesse verfolgen.
Rentenfaktor: Verbraucherzentrale geht in Berufung
Der Rechtsstreit um die Rentenfaktor-Senkung bei fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen der Allianz geht weiter: Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht nach der Niederlage vor dem Landgericht Stuttgart in Berufung. Besonders ärgerlich finden die Verbraucherschützer, dass der Versicherer den Rentenfaktor nicht wieder erhöhen muss, wenn sich die Kalkulationsgrundlagen wieder verbessern, die zuvor zur Absenkung geführt hatten. Zudem habe das Landgericht Köln in einem ähnlichen Fall anders geurteilt.
Richardson wird CUO von Munich Re Specialty
Leute – Aktuelle Personalien Der Spezialversicherer Munich Re Specialty Group lässt auf Worte Taten folgen und ernennt im Rahmen seiner Netto-Null-Bestrebungen Julian Richardson (Bild) zum neuen Chief Underwriting Officer in London. Er soll sich um die Klimaziele des Unternehmens kümmern. Außerdem: Der Technologie-Anbieter Verisk stellt sich in Kontinentaleuropa neu auf, die britische QBE ernennt einen neuen Non-Executive Director, und Sompo International hat einen neuen Chief Risk Officer. Außerdem begrüßt Howden Tiger zwei Neuzugänge, und Berkshire Hathaway befördert Mark Walker zum Head of National Business für Großbritannien.
R+V will 2023 die Trendwende schaffen
Nach einem Beitragsrückgang um mehr als zehn Prozent und 258 Mio. Euro Verlust im vergangenen Geschäftsjahr bemüht sich die R+V, das Ruder wieder herumzureißen. In den ersten sechs Monaten 2023 lagen die Beiträge bei 9,2 Mrd. Euro und damit noch leicht unter dem Vorjahreswert. Das Gesamtjahr will Konzernchef Norbert Rollinger aber mit einem Wachstum in der deutschen Erstversicherung von zwei bis drei Prozent abschließen. Dabei soll das Geschäft gegen laufende Beiträge helfen. Auch in Italien läuft es derzeit gut.
VZBV: Empfehlungen der Fokusgruppe enttäuschend
Die am Montag bekanntgewordenen Reformvorschläge der Fokusgruppe private Altersvorsorge treffen auf ein geteiltes Echo. Während sich Verbraucherschützer enttäuscht zeigen, begrüßen Vertreter der Fondsindustrie die Ergebnisse. Auch bei Lobbyisten der betrieblichen Altersvorsorge überwiegt die Zustimmung, während sie den Vorschlag für mehr Flexibilität bei der Auszahlung kritisieren. Bei den Vermittlern gibt es sowohl Beifall als auch Kritik.
GDV nicht glücklich über Altersvorsorge-Bericht
Die beim Bundesfinanzministerium angesiedelte Fokusgruppe hat ihren Abschlussbericht erstellt und Vorschläge für eine Reform der privaten Altersvorsorge vorgelegt. Die staatlich geförderte Vorsorge soll mit mehr Renditechancen, geringeren Kosten und einer einfachen Förderung für bessere Ergebnisse als Riester-Renten sorgen, auch Selbstständige sollen profitieren. Der Idee eines staatlich verwalteten Fonds erteilen die Mitglieder mehrheitlich eine Absage. Die Versicherer konnten mit ihrem Vorschlag einer Bürgerrente wenig Punkte machen, die Fondsgesellschaften setzten ihr Altersvorsorgedepot durch.









