Exklusiv Ransomware, Supercomputer, staatlich gestützte Hacker – all das hält Jörg Wälder, Chef des Cyber-Spezialisten Cogitanda, für beherrschbare Risiken. Nicht nur die digitalen Angreifer, sondern auch die Verteidiger haben aufgerüstet, sagt er im Interview. Aufgrund seiner Expertise sei es für den jungen Assekuradeur kein Problem, genügend Kapazität von Versicherern zu bekommen. Deshalb stehen die Zeichen bei Cogitanda auf weiterem Wachstum – bald auch für Großindustrie und Privatkunden.
Versicherer
In wessen Interesse handelt die BaFin?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Viele Aktionäre, die durch die Insolvenz des Zahlungsabwicklers Wirecard Verluste erlitten haben, pochen auf Entschädigung. Unter anderem versuchen sie, sogenannte Staatshaftungsansprüche bei der BaFin geltend zu machen. Die Finanzaufsicht sei Hinweisen auf Gesetzesverstöße nicht ausreichend nachgegangen, die Bilanzen seien nicht ausreichend geprüft worden, so die Argumentation. Das Landgericht Frankfurt hat jetzt vier Aktionärsklagen abgewiesen – und dabei definiert, in wessen Interessen die BaFin eigentlich handelt.
Funk mit neuem Geschäftsleiter
Leute – Aktuelle Personalien John-Asmus Burmester (Bild), seit 2020 für die digitale Unternehmensentwicklung der Funk-Gruppe verantwortlich, ist jetzt in die Geschäftsleitung aufgestiegen. Außerdem: Die Rücktrittswelle von Gegnern des Generali-Chefs Philippe Donnet geht weiter, Alina vom Bruck wechselt von der Gothaer Leben in den Vorstand der Gothaer Asset Management, Oliver Delvos verstärkt das US-Insurtech Corvus, die Allianz verzeichnet zwei Abgänge, und Prosperity hat eine neue Marketingchefin.
Big Data auf dem Prüfstand
Big Data gehört zu den Hoffnungsträgern der Versicherungsbranche. Die Aufarbeitung von großen Mengen strukturierter und unstrukturierter Daten soll Erkenntnisse liefern, die im besten Fall in einen Wettbewerbsvorteil münden. Noch überwiegen aber die Unsicherheiten. Wie steht die Gesellschaft zu Big Data? Und wie hinderlich ist der Datenschutz? Diesen und weiteren Fragen ist eine vom Versicherer HUK-Coburg geförderte Studie zum Thema „Big Data in der Mobilität“ nachgegangen.
bAV braucht Vielfalt
Der Koalitionsvertrag bleibt bei Plänen zur Altersversorge und vor allem zur Reform der betrieblichen Altersversorgung (bAV) vage. Das liegt unter anderem daran, dass die Parteien sehr unterschiedliche Vorstellungen haben, wie die bAV gefördert werden sollte. Doch die eine Lösung wird es nicht geben, sagte FDP-Sozialexperte Pascal Kober beim 6. Berliner bAV-Auftakt. Vielfalt sei der Schlüssel und die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer. Der Versichererverband GDV sieht das ähnlich.
GDV dringt nach Riester-Absatzplus auf Reform
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) blickt nach dem zweiten Pandemiejahr verhalten positiv in die Zukunft. Für 2022 rechnet der Verband mit einem spartenübergreifenden Beitragswachstum von 2 bis 3 Prozent, sagte Präsident Wolfgang Weiler auf der digitalen Jahresmedienkonferenz. Das vergangene Jahr war nicht zuletzt von den Rekordschäden durch Naturkatastrophen geprägt, die Schaden- und Unfallversicherer rutschten in die roten Zahlen. Überraschend stark fiel das Geschäft mit Riesterrenten aus. Für den Verband ist das ein Argument für seine Reformforderungen.
D&O: Preiserhöhungen für Kunden beste Lösung
Managerhaftpflichtversicherer, die ihre Profitabilität verbessern müssen, sollten lieber auf höhere Prämien setzen, anstatt die Kapazität zu verknappen oder den Deckungsumfang stark einzuschränken, sagte Armin Beier-Thomas vom Makler Krose auf der Euroforum Haftpflichtkonferenz. Die Preise müssten aber angemessen bleiben, betonte er. Nach zwei Jahren steigender Preise und stark geschrumpfter Kapazitäten ist immer noch unklar, wie sich der D&O-Markt weiter entwickeln wird.
Flutkatastrophe zeigt Grenzen des Standardmodells
Vor allem regional tätige Versicherer kommen mit dem Solvency II-Standardmodell nicht weit, wenn es um die Schätzung des Ausmaßes von Elementarschäden geht. Tommy Berg und Daniel Schoberl von der Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss veranschaulichten auf einer Presseveranstaltung, wie stark der Standardansatz das Schadenvolumen von Ereignissen wie dem Hochwasser infolge von Tief „Bernd“ im vergangenen Jahr unterschätzt. Wie relevant das Thema ist, zeigt der Schadenpool, den die regional aufgestellten öffentlichen Versicherer aufgesetzt haben.
Ohne IT-Maßnahmen keine Chance auf Policen
Das Risiko für Unternehmen steigt, Opfer eines Cyberangriffs zu werden. Wie es ist, von einem solchen Angriff getroffen zu werden, erläuterte Axel Paeger, Chef der Klinikgruppe Ameos, auf der Haftpflichtkonferenz von Euroforum. Der Konzern hat einiges aus dem Vorfall gelernt und danach umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Um hohe Investitionen in die IT-Sicherheit führt kein Weg mehr vorbei, wenn Unternehmen auf dem aktuell angespannten Cyberversicherungsmarkt Versicherungsschutz erhalten wollen. Makler wie Sven Erichsen begrüßen diese Entwicklung.
Altersvorsorge: Marktinitiative will mehr Transparenz
Verschiedene Hochrechnungsmethoden und nicht vergleichbare Renditepotenziale sind Hürden in der Altersvorsorge. Vor allem die Lebensversicherung gilt als intransparent. Um dem entgegenzuwirken haben sich sechs Akteure aus dem Versicherungsmarkt, darunter die Alte Leipziger und das Analysehaus Morgen & Morgen, zusammengeschlossen und die Marktinitiative „Neuer Renditestandard“ ins Leben gerufen. Das Ziel sei es, einen einheitlichen Standard für den gesamten Markt bei Renditeprognosen zu schaffen. Der Chef des Bundes der Versicherten Axel Kleinlein sieht den Vorstoß kritisch.









