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Kriegsausschluss: Moody’s moniert unklare Klauseln

Der Krieg in der Ukraine hat bisher nicht zu der befürchteten Welle an Cyberattacken geführt, die Risikolage in der Cyberversicherung bleibt durch den Konflikt aber angespannt. Sollte es zu Cybervorfällen in großem Umfang kommen, befürchtet die Ratingagentur Moody’s massive Unklarheiten und langwierige rechtliche Auseinandersetzungen beim Thema Kriegsausschluss. Die Vertragsklauseln seien noch nicht bei allen Anbietern und in allen Bereichen standardisiert. Problematisch sei auch die uneinheitliche Definition von „Cyberterrorismus“, der bei einigen Verträgen trotz eines vorhandenen Kriegsausschlusses versichert wäre.

Telefonische Erreichbarkeit 31 Prozent

 Exklusiv  Die Unruhe beim Versicherer HDI Deutschland reißt nicht ab. Mitarbeiter sind frustriert wegen starker Belastungen, das Unternehmen kämpft mit hohen Rückständen und entsprechend verärgerten Reaktionen von Kunden und Vermittlern. Ein negativer Rekord: Die telefonische Erreichbarkeit für Kunden im Bereich Haftpflicht, Unfall und Sach lag in der Kalenderwoche 22 bei 30,9 Prozent. Kunden, die nach der eigentlichen Schadenmeldung noch Nachfragen haben, leiden ebenfalls: Die Erreichbarkeit der HDI-Schadenexperten betrug frustrierende 38,9 Prozent.

Umsätze der Assekuradeure sprudeln

Die Einnahmen von Assekuradeuren und anderen mit umfangreichen Zeichnungsvollmachten ausgestatteten Gesellschaften sind im vergangenen Jahr um 21,7 Prozent auf 15,2 Mrd. Dollar (14,7 Mrd. Euro) gestiegen und damit deutlich stärker als die Umsätze des Versicherungsmakler-Sektors, der um 12,5 Prozent zulegen konnte. Das ist das Ergebnis einer Studie der Analysefirma Insuramore. Bis 2023 erwartet Insuramore ein Umsatzvolumen der General Agents, Managing General Underwriters und Coverholder von mehr als 20 Mrd. Dollar.

Gallagher erwartet inflationsbedingten Preisanstieg

Industriekunden müssen sich angesichts der hohen Inflationsrate auf weiter steigende Preise gefasst machen. Davor warnt der US-Makler Arthur J. Gallagher in einem aktuellen Bericht. Die Gesellschaft befürchtet, dass Versicherer die aufgrund der Inflation steigenden Schadenkosten früher oder später an die Versicherungsnehmer weitergeben werden. Ein weiterer Preistreiber ist die soziale Inflation, die nach Ansicht von Gallagher ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat.

Edelmeier wird neuer Kfz-Chef bei Zurich

 Leute – Aktuelle Personalien  Die Zurich Deutschland holt sich für seine Kfz- und Rechtschutz-Sparte gleich zwei neue Manager ins Unternehmen: Einer ist Frank Edelmeier, der die Gothaer im Streit mit Vorstand Thomas Bischof verlassen hatte. Er wird ab November 2022 neuer Head of Motor bei der Zurich. Zusätzlich holt der Versicherer noch Arndt Stange als Head of Legal Expenses an Bord. Außerdem: Der Ex-Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute Ulrich Zander wird Chairman bei der World Federation of Insurance Intermediaries.

Axa startet Gewerbeplattform

Die Axa hat eine neue digitale Plattform für Gewerberisiken aufgesetzt. Damit will der Versicherer im hart umkämpften Markt für kleine und mittelgroße Unternehmen punkten. Nutzer können ihre Risiken und Präventionsmöglichkeiten analysieren und erhalten Unterstützung für die nachhaltige Unternehmensführung. Die Gewerbeversicherung gilt in der Branche als hoch attraktiv, weil der Markt weder so ausgeschöpft ist wie in der Privatkundenversicherung noch so komplexe und kapitalintensive Risiken wie die Industrieversicherung enthält.

Lemonade: Metromile-Übernahme verspätet sich

Der Digitalversicherer Lemonade erwartet den Abschluss der Übernahme des Kfz-Insurtechs Metromile ein Quartal später als bisher prognostiziert. Damit verzögern sich auch die erhofften Cross Selling-Effekte. Lemonade ist im Heimatmarkt USA bereits in der Autoversicherung aktiv, allerdings bisher nur in drei Bundesstaten. Mit Metromile bekommt der Anbieter Zugriff auf 49 Bundesstaaten.

Swiss Re: Daten bringen den Umbruch

Die Nutzung von Daten ist in der Versicherungsbranche längst nicht mehr nur ein Thema für die IT-Abteilung. Davon ist der Rückversicherer Swiss Re überzeugt. Im Gegenteil: Aktuell sind Daten der Treiber für fundamentale Veränderungen in der Wertschöpfungskette, sagte Pravina Ladva, Group Chief Digital und Technology Officer, bei einer Veranstaltung. Besonders sichtbar ist das bei der Lieferkette. Die Swiss Re macht sich das bei einer neuen Plattform zunutze.

Starkes Wachstum, große Rückversicherungspläne

Der Kölner Versicherer DEVK hat seine Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro gesteigert. Deutlich zulegen konnte das Unternehmen in der aktiven Rückversicherung, die laut Vorstand Bernd Zens (Bild) auch perspektivisch als Hauptwachstumstreiber fungieren soll. Tief „Bernd“ und andere Naturkatastrophen haben die DEVK spürbar getroffen, allerdings profitierte sie von umfangreichem Rückversicherungsschutz beziehungsweise einer deutlichen Entlastung durch Retrozession in der eigenen Rückversicherung.

Ausweg aus der Cyberkrise gesucht

Die Zukunft der Cyberversicherung ist angesichts der aktuellen Krise mit steigenden Prämien und sinkenden Kapazitäten ungewiss. Darin waren sich Maya Bundt vom Rückversicherer Swiss Re und Eric Schuh vom Digitalversicherer Element auf einer Veranstaltung in Berlin einig. Schuh warb für mehr Gestaltungswillen der Branche, um von den Wachstumschancen zu profitieren. Wichtig sei es, Standards zu setzen.

So gewinnt man Versicherungsmuffel

Bei Menschen, die bisher nur wenig Bezug zu Versicherungen haben, könnten Embedded Insurance-Produkte das Bewusstsein für Deckungen schärfen. Davon geht die Ratingagentur A.M. Best in einem aktuellen Bericht aus. Gerade in bildungs- und einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen erleichtere das Geschäftsmodell den Zugang zu Policen. Für einen nachhaltigen Erfolg der Embedded Insurance müssen jedoch das Produktdesign und die Regulierung stimmen, schreiben die Analysten.

PKV-Mehrumsatz schrumpft leicht

 Exklusiv  Die Gewichte zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) bei den Leistungsausgaben haben sich im Jahr 2020 leicht verschoben. Die Ausgaben haben in der GKV stärker zugelegt, der sogenannte Mehrumsatz der PKV durch höhere Vergütungen war erstmals rückläufig. Gerade für den ambulanten Sektor bleibt er aber ein wichtiger Faktor. Das will der PKV-Verband auch mit einer Umfrage unter niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten unterstreichen.

Pflichtversicherung: Versicherer vor Milliarden-Schäden

Starkregen spielt für die Versicherer angesichts des Klimawandels eine immer größere Rolle. Sollte eine Elementar-Pflichtversicherung eingeführt werden, wären viel mehr Hausbesitzer dagegen versichert. Für die Versicherer bedeutet das, dass sie bei einem solchen Ereignis mit zusätzlichen Schäden von 7 bis 10 Mrd. Euro rechnen müssen, hat der Makler und Berater Aon mit seinem neuen Flutmodell berechnet. Es biete deutliche Vorteile gegenüber den bisherigen Modellen, beispielsweise getrennte Prognosen für Starkregen und für Flussüberschwemmungen, erklärt Stephan Schützeck, Analytics-Chef bei Aon Deutschland.

Signal Iduna testet ferngesteuerte Autos

Wirklich selbstständig fahrende Autos werden kommen, die Frage ist nur wann. Aktuell sind Technologie und Regulatorik jedenfalls noch nicht ausgereift. Die Signal Iduna testet deshalb zusammen mit dem Berliner Start-up Vay eine Zwischenstufe: Die Autos werden remote von speziell geschulten Fahrerinnen und Fahrern gelenkt.

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