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Talanx peilt Milliardengewinn an

Die Talanx sieht sich trotz hoher Großschäden unter anderem durch das Sturmtief „Bernd“ auf Kurs in Richtung Gewinnziel 2021. Für das kommende Jahr peilt der Versicherer einen Rekordgewinn von über 1,05 Mrd. Euro an. Bei der Diskussion über eine stärkere Verbreitung von Elementarschadendeckungen sieht Finanzchef Jan Wicke den Vorschlag für ein Gesamtpaket mit Abwahlmöglichkeit positiv. Kritisch äußerte er sich bei der Vorstellung der Quartalszahlen zum Wiederaufbau in den Flutgebieten.

Das KI-Radar für die Kundenlotsen

 Digitale Trends 2022  Bei den Krankenversicherern der Versicherungskammer Bayern kümmern sich speziell ausgebildete Lotsen um Versicherte mit schweren Erkrankungen und hohem Unterstützungsbedarf. Ein mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeitendes IT-System soll dafür sorgen, dass es nicht länger dem Zufall überlassen bleibt, ob und zu welchem Zeitpunkt diese Kunden entdeckt werden. Denn je früher die Hilfe ansetzt, desto besser ist das für den Patienten – und die Kostenentwicklung.

Vollversicherte zahlen im Schnitt 4,1 Prozent mehr

 Exklusiv  Die privaten Krankenversicherer (PKV) werden die Beiträge Anfang kommenden Jahres in der Vollversicherung im Schnitt um 4,1 Prozent anheben. Das ist mehr als im langjährigen Durchschnitt, aber weniger als der heftige Sprung Anfang 2021. Um PKV-Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat das Wissenschaftliche Institut der PKV wieder einen Vergleich der Beitragsentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung und der PKV veröffentlicht. Danach stehen die Privaten im langjährigen Vergleich momentan besser da.

V-Quiz setzt auf White-Label-Angebot

 Exklusiv  Bis zur Corona-Pandemie waren Präsenzseminare der Hauptweg für Makler und Vermittler, um ihre IDD-Weiterbildungspflichten zu erfüllen. In der Pandemie kam dann eine Menge digitaler Seminare dazu. Für das Start-up V-Quiz, das bereits zuvor Online-Kurse angeboten hat, hat das den Konkurrenzdruck erheblich erhöht. Gründer Thomas Köhler reagiert darauf mit einigen Änderungen, unter anderem einer White-Label-Version.

Wenn der Schaden schon da ist

 Digitale Trends 2022  Handy-Display kaputt und keine Versicherung? Dann zahlt man die dreistelligen Reparaturkosten eben selbst. Die Ergo Digital-Plattform Nexsurance bietet dazu eine Alternative: eine Police, die auch bei vorhandenem Schaden noch abgeschlossen werden kann. Das Prinzip hat Ergo schon bei der Zahnzusatzpolice erprobt. Es funktioniert nur, weil feste Verträge mit Dienstleistern dem Versicherer bessere Konditionen bescheren.

BdV wettert gegen legalen Betrug „made in Germany“

Der Bund der Versicherten (BdV) feuert erneut gegen die deutschen Lebensversicherer. Deren Geschäft bezeichnet Verbandschef Axel Kleinlein nicht zum ersten Mal provokant als legalen Betrug. Seine Kritik: Die Branche würde ihren Kunden ein falsches Sparprodukt vorgaukeln, mit deutlich zu hohen Lebenserwartungen kalkulieren und obendrein die Kontrolle über das Garantiegeschäft verlieren. Die Zinszusatzreserve nennt Kleinlein ein Feigenblatt.

Flutpflichtversicherung kommt wieder auf den Tisch

Vor vier Jahren war eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser schon einmal auf der politischen Agenda, wurde aber wegen verfassungsrechtlicher Bedenken wieder verworfen. Jetzt wollen die Justizminister der Länder erneut eine Arbeitsgruppe unter Federführung von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz prüfen lassen, ob eine obligatorische Absicherung für Hausbesitzer eingeführt werden sollte. Den Versicherern dürfte der Vorstoß nicht schmecken, sie haben eigene Pläne.

Grüne für Provisionsverbot

SPD, Grüne und FDP machen Tempo. Sie wollen in spätestens drei Wochen eine Regierung gebildet haben. Allerdings liegen ihre Positionen in vielen Fragen noch auseinander. Das gilt jedenfalls mit Stand Mittwoch für die Frage der Provisionen in der Lebensversicherung. Die Grünen sind für die schrittweise Abschaffung der Provisionen, die FDP will das jetzige System erhalten, und der SPD-Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der vergangenen Legislaturperiode den Provisionsdeckel als Gesetzentwurf eingebracht. Noch ist unklar, für welche Richtung sich eine mögliche Ampel-Koalition entscheidet. Ein völliges Verbot der Provisionen ist aber unwahrscheinlich.

Cyber-Schwachstelle Mensch

Wenn Mitarbeiter in die Firmenkasse greifen oder auf die Zahlungsanweisung eines externen Betrügers hereinfallen, brauchen Unternehmen eine Vertrauensschadenpolice. In der Pandemie verzeichnet der Kreditversicherer Euler Hermes deutlich mehr Fälle von Zahlungs- und Bestellungsbetrug. Der Experte bei der Gesellschaft Rüdiger Kirsch sieht dabei auch das Homeoffice als Treiber, der LKA-Experte Andreas Dondera beobachtet eine Professionalisierung der Täter. Beim Thema Fake President spielen gefälschte Videobilder bislang keine Rolle. Das kann sich in Zukunft aber ändern.

Deutsche Familienversicherung reduziert Verlust

Die Deutsche Familienversicherung (DFV) rechnet für dieses Jahr mit einem Verlust von nur 2 Mio. Euro statt den bisher angepeilten 4 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten hat das Frankfurter Unternehmen seine Kosten deutlich gesenkt, sodass sich die Schaden- und Kostenquote trotz eines deutlichen Anstiegs der Schadenaufwendungen verbessert hat. Firmenchef Stefan Knoll zeigte sich zufrieden mit dem gerade bekanntgegebenen Rückversicherungsdeal bei Careflex. „Auf die Art und Weise können wir auch an dem Careflex-Deal, dessen Grundidee von uns stammt, weiter partizipieren“, sagte er.

Generali wächst kräftig und hat Geld für Zukäufe

Der italienische Versicherer Generali, der kürzlich den Konkurrenten Cattolica gekauft hat und auch in Malaysia kräftig expandiert, kann durchaus noch mehr Übernahmen stemmen. Der Konzern verfüge über rund 1 Mrd. Euro Kapital, das wieder eingesetzt werden kann, sagte Finanzchef Christiano Borean. Das kann, muss aber nicht, in Zukäufe fließen. Generali hat in den ersten neun Monaten trotz Großschäden gut verdient. Konkurrent Zurich, der nur Umsatzzahlen vorlegte, ist dank steigender Preise vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung gewachsen.

MLP kauft Assekuradeur Asspario

 Exklusiv  Die MLP-Gruppe will ihr Geschäft mit Gewerbekunden weiter ausbauen und dafür den Assekuradeur Asspario in Bad Kreuznach übernehmen, der bisher dem Versicherer Bayerische gehört. Die Bayerische behält eine Minderheit, weitere Versicherer wollen sich beteiligen. Auf diesem Weg versuchen die Gesellschaften, ohne hohe eigene Investitionen in das lukrative Geschäftsfeld Gewerbe vorzudringen.

Wie sich Versicherer auf den Klimawandel vorbereiten

Der Sturm „Bernd“, der im Juli hohe Überschwemmungsschäden verursacht hat, kam für Versicherer nicht völlig unerwartet, hat in seiner Heftigkeit aber schon überrascht, erklärt der Chefaktuar der Gothaer Matthias Land. Zudem hat er vor Augen geführt, auf was sich die Branche künftig einstellen muss, wenn der Klimawandel voranschreitet. Es gilt jetzt nicht nur, Risikomodelle zu überarbeiten, sondern auch den Rückversicherungsschutz anzupassen. Land bezweifelt, dass zur Tragung von Großschäden immer der Staat nötig ist.

ESG-Wettrennen der Versicherer

Die Versicherer sind deutlich aktiver geworden in ihrer Berichterstattung, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Das ist das Ergebnis der Auswertung der Corporate Social Responsibility-Berichte (CSR) durch den Analysten Carsten Zielke und das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen. „Es ist ein spannender Wettbewerb entstanden. Die Versicherer nehmen das Thema ernst und versuchen, besser zu werden“, sagt Zielke. Gerade im ESG-Risikomanagement seien sie auf dem richtigen Weg. Einigen Gesellschaften fällt es aber immer noch schwer, ihre CO2-Emissionen transparent darzustellen, und auch bei der Anlagestrategie gibt es Nachholbedarf. Am besten schnitt die Axa ab.

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