Leute – Aktuelle Personalien Mark Branson (Bild) hat seine Arbeit bei der deutschen Finanzaufsicht aufgenommen. Bei seinem Amtseintritt hat der Nachfolger von Felix Hufeld ambitionierte Ziele verkündet. Außerdem: Der Großmakler Aon stellt sein neues globales Führungsteam vor. Das Hamburger Start-up Nect expandiert nach Spanien, und die beiden Banken Credit Suisse und JP Morgan werben Manager von Allianz Global Investors und Hiscox ab.
Versicherer
Insurtechs: Der Gründungsboom ist vorbei
Die Geschäftsmodelle der meisten Insurtechs aus dem deutschsprachigen Raum haben sich während der Pandemie bewährt. Viele Gesellschaften konnten ihr Neugeschäft in den vergangenen 18 Monaten sogar stark ausbauen. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle „Insurtech-Radar“ des Beraters Oliver Wyman und des Policenaufkäufers Policen Direkt. Der große Gründungsboom scheint beendet zu sein. Grund zur Beunruhigung ist das nach Ansicht der Studienverantwortlichen aber nicht.
Allianz-Aktie verliert 7 Prozent
Die Aktie der Allianz hat am Montag bis 14 Uhr 7,1 Prozent verloren. Grund dafür ist eine Untersuchung des US-Justizministeriums in Fonds, die das Unternehmen in den USA anbietet. Anleger verlangen 6 Mrd. Dollar Schadenersatz, unter ihnen Pensionsfonds von Lehrern und U-Bahn-Fahrern. Die Allianz hatte am Sonntag über die Untersuchung informiert. Anleger sind nicht begeistert, auch wenn Konzernchef Oliver Bäte am kommenden Freitag wohl ordentliche Halbjahreszahlen vorlegen kann. Die Ratingagentur Standard & Poor’s warnt indirekt vor einer Herabstufung.
Buberl zufrieden mit Industrieversicherung
Nachdem hohe Corona-Schäden die Ergebnisse 2020 verhagelt hatten, spricht Axa-Chef Thomas Buberl von einem guten ersten Halbjahr für die Industrieversicherungseinheit Axa XL. Er sieht deutliche Verbesserungen bei der Organisation der Tochter, der Portfolio-Struktur und bei den Preisen. Vom Rückversicherungsgeschäft scheint sich der Konzern trotz Gerüchten über einen möglichen Verkauf an den Versicherer Covéa nicht trennen zu wollen. Sturm „Bernd“ wird die Axa mit 400 Mio. Euro belasten.
Der gern übersehene Paragraf 1a VVG
Legal Eye – Die Rechtskolumne Seit 2018 sind Versicherer über Paragraf 1a des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) gesetzlich verpflichtet, stets ehrlich, redlich, professionell und im bestmöglichen Interesse des Versicherungsnehmers zu handeln. Das ist in der Praxis weniger selbstverständlich, als es erscheinen mag – wie der aktuelle Streit um Betriebsschließungspolicen zeigt. Künftig könnten Versicherungsnehmer auf Grundlage dieser Norm in Verbindung mit dem Schadenersatzrecht oder Deliktsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches möglicherweise Schadensersatz vom Versicherer verlangen.
Schweizer Vergleichsportal zahlt Lösegeld
Comparis, das nach eigenen Angaben führende Vergleichsportal der Schweiz, ist vor drei Wochen Opfer eines Angriffs mit Erpressungssoftware geworden. Zwar konnte das Unternehmen nach der Attacke den Großteil der internen Systeme wiederherstellen, essenzielle Dateien ließen sich jedoch nur mit Mühe entschlüsseln. Jetzt sind Lösegeldzahlungen an die Hacker geflossen. Solche Zahlungen sind meist das letzte Mittel, zu dem Unternehmen greifen. Im Fall von Comparis schien der Schaden für die Gesellschaft mit jedem Tag größer zu werden.
Lloyd’s will noch grüner werden
Der Druck wird größer: Investoren, Kunden und Klimaaktivisten fordern mehr nachhaltiges Engagement von den Versicherern. Erst kürzlich haben Umweltschützer das Hauptquartier von Lloyd’s of London mit grüner Farbe beschmiert und lautstark gegen die Zeichnungspolitik gegenüber der fossilen Brennstoffindustrie protestiert. Der Versicherungsmarkt will jetzt zeigen, wie umweltfreundlich er ist, und hat einen neuen Klimaschutz-Aktionsplan veröffentlicht. Dieser legt dar, wie Lloyd’s zu einer emissionsarmen Wirtschaft beitragen will.
HUK-Coburg Autowelt bietet Abo und zieht um
Auto-Abos werden immer beliebter. Man muss das Auto weder kaufen noch leasen und gegen eine monatliche Rate sind fast alle Kosten wie Steuern, Wartung und die Kfz-Versicherung inkludiert. Für Autoversicherer wie HUK-Coburg ist das eine Gefahr, denn Autohersteller und Abo-Anbieter haben feste Kooperationen mit Versicherern. Deshalb steigen die Coburger ebenfalls in das Geschäft mit den Abo-Autos ein. Ende des Jahres steht außerdem der Umzug des Düsseldorfer Autohauses der HUK-Coburg an.
Weitere Schätzungen und Hilfen nach „Bernd“
Nach den katastrophalen Überschwemmungen durch das Sturmtief „Bernd“ gibt es weitere Schätzungen zu den versicherten Schäden. Der Münsteraner Versicherer LVM geht für sein Unternehmen mittlerweile von 165 Mio. Euro aus. Der größte Einzelschaden aus einer Elementarschadendeckung ist dabei siebenstellig. Gleichzeitig unterstützt der LVM ehrenamtliche Aufräumhelfer mit einer kostenlosen Unfallpolice.
Bipro vereint Konkurrenten
Die Makler Aon und Ecclesia an einem Tisch, das kommt eher selten vor. Bei diesem Projekt aber schon: Im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes der Normungsinitiative Bipro wollen die beiden großen Maklerhäuser die Digitalisierung der Vermittlerabrechnung voranbringen. Im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor erklären Holm Schröder von Aon und Dirk Borsetzky von Ecclesia, was dieses Projekt von anderen unterscheidet und warum es wirklich Standards setzen kann.









