Versicherer
Corona-Roundup: Lloyd’s, Genesene, Kreditversicherer
Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s reagiert auf die strengeren Corona-Restriktionen der britischen Regierung und schließt seine Büroräume. Dank virtuellem Underwriting-Room und erprobter Arbeit im Homeoffice sieht sich Lloyd’s aber gut gerüstet, den Geschäftsbetrieb weiterhin am Laufen zu halten. In Indien und in der Schweiz müssen Corona-Genesene mit Beeinträchtigungen in der Krankenversicherung rechnen. Großbritannien hat die staatliche Garantie für Kreditversicherer bis Mitte des Jahres verlängert.
Regierung ohne Plan bei Riester-Reform
Ein Regierungspapier zur Reform der staatlich geförderten Riester-Rente lässt weiter auf sich warten. Die Meinungsbildung sei noch nicht abgeschlossen, schreibt das Bundesfinanzministerium auf eine Anfrage der FDP. Für den Abgeordneten Frank Schäffler ist der Zug für eine Reform in der laufenden Legislaturperiode damit abgefahren. Er spricht von einem Armutszeugnis. SPD und Union hatten sich im Koalitionsvertrag auf die Schaffung eines Riester-Standardvertrags verständigt. Die staatlich geförderte Riester-Rente ist umstritten, Kritiker fordern einen Ausstieg.
Drei Europäer gehören zu den Weltgrößten
Ein aktuelles Ranking der Ratingagentur A.M. Best sieht drei europäische Versicherer unter den Top Ten der globalen Versicherungsbranche. Insgesamt hat A.M. Best 25 global tätige Unternehmen bewertet. Zwei Gesellschaften konnten große Sprünge machen, getrieben vor allem durch Zukäufe und Geschäftsausweitungen. Es gibt jedoch auch einen Absteiger.
Ex-Wefox-Mitarbeiter gründen Helvengo
In der Schweiz steht der neue Assekuradeur Helvengo in den Startlöchern. Aufgebaut wird er von Vedran Pranjic, Benedikt Andreas und Felix Huemer. Alle drei sind ehemalige Mitarbeiter von Wefox, der Unternehmensgruppe von Gründer und Chef Julian Teicke. Helvengo spezialisiert sich auf Versicherungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Noch in diesem Jahr wollen die Gründer auch in Deutschland und Österreich das Geschäft aufnehmen.
„Die Garantieprodukte der Versicherer sind erledigt“
Exklusiv Das Beratungshaus für betriebliche Altersversorgung (bAV) Auxilion hat sich auf Mittelständler spezialisiert und organisiert eine Direktzusage statt Versicherungslösungen. Während die gesamte Branche unter enormen Druck steht, verspricht Auxilion mit seinem Modell eine Verzinsung von vier Prozent. Jetzt sieht Gründer Joachim Bangert durch die anhaltend niedrigen Zinsen und die Corona-Krise seine Chance gekommen, endlich mehr Marktanteile von den großen Versicherern zu erobern.
Nexible verliert Chef an Ergo
Leute – Aktuelle Personalien John-Paul Pieper (Bild) hat seinen Job als CEO von Ergos digitalem Versicherer Nexible an den Nagel gehängt. Er ist nun direkt für die Ergo tätig. Außerdem: Beim Gothaer-Konzern haben mit Sylvia Eichelberg und Thomas Bischof zwei Vorstandschefs die Arbeit aufgenommen. Die Versicherungskammer Bayern hat mit Isabel Martorell Nassl und Katharina Jessel zwei neue Vorständinnen für die Kranken- und Reiseversicherung. Die Kanzlei Bach Langheid Dallmayr gab gleich vier Neubesetzungen bekannt.
SV Sachsen kauft tschechische Ergo-Tochter
Die Ergo hat bei ihrem Bemühen, die Struktur deutlich zu vereinfachen, einen Erfolg erzielt. Die sehr kleine Tochter in Prag wurde von der Sparkassen-Versicherung Sachsen übernommen. Für die Dresdner Gesellschaft macht der Zukauf Sinn: Viele Kunden der Sparkassen, zu denen der Versicherer gehört, wohnen in Tschechien. Für sie haben die Sachsen jetzt auch gleich das Versicherungsangebot.
Warweg baut Maklergruppe auf
Exklusiv Tobias Warweg, bis März 2020 Vorstand der HDI Vertriebs AG, baut eine Maklergruppe aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen auf, die vor allem im Industriegeschäft im Mittelstand tätig sind. Mindestens drei Firmen mit zusammen mehr als 200 Mitarbeitern hat Warweg schon gekauft – mit Hilfe eines Geldgebers aus der Private Equity-Branche. Bislang ist nicht klar, was genau er mit diesen Unternehmen vorhat.
DFV: Teilrückzug aus der Chemie-Pflegerente
Die Deutsche Familienversicherung (DFV) ist nicht mehr Mitglied des Careflex-Konsortiums, das die Pflegezusatzversicherung für die Chemieindustrie anbietet. Auch als IT-Dienstleister zieht sich die Gesellschaft aus der bislang größten tarifvertraglich vereinbarten Zusatzversicherung zurück. Stattdessen agiert sie als Rückversicherer für die Barmenia, die zusammen mit der R+V jetzt das Konsortium bildet. Der Hintergrund sind Forderungen der BaFin und eine negative Einschätzung der Gesellschaft zum Verlauf der Wirtschaft angesichts der Pandemie. Für 2021 rechnet der börsennotierte Versicherer erneut mit einem Verlust.
Debeka und SDK teilen sich Gesundheitsdienstleister
Exklusiv Die privaten Krankenversicherer Debeka und Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) teilen den Gesundheitsdienstleister Carelutions unter sich auf. Das dritte Gründungsmitglied, die auf Dienstleistungen und Beratung im Gesundheitswesen spezialisierte Viamed GmbH, steigt aus dem Projekt aus. Die Debeka kommt damit auf einen Anteil von 65 Prozent an Carelutions, die SDK hat die restlichen 35 Prozent.









