Die Finanzaufsicht BaFin hat ein neues Rundschreiben veröffentlicht, das sich an kleine Versicherer mit Prämieneinnahmen unter 5 Mio. Euro richtet. Das Schreiben, das am 1. April 2020 in Kraft treten soll, definiert die Mindestanforderungen der Aufsicht an die Geschäftsorganisation dieser Gesellschaften. Dabei hat die BaFin viele Kritikpunkte an dem ursprünglichen Entwurf aufgegriffen – aber nicht alle.
Versicherer
Euler Hermes will beruhigen
Der Kreditversicherer Euler Hermes erwartet zwar negative Auswirkungen des Corona-Virus auf den Welthandel. Aber die wirtschaftlichen Auswirkungen dürften sich in Grenzen halten, teilt das Unternehmen mit. Das Wachstum der Weltwirtschaft soll 2020 mit 2,2 Prozent um 0,2 Punkte niedriger ausfallen als 2019, die Zahl der Insolvenzen um 7,5 Prozent steigen. Über die möglichen Folgen für das eigene Unternehmen schweigt sich die Allianz-Tochter aus.
Corona kann D&O-Versicherer treffen
Die D&O-Versicherung ist die nächste Sparte, für die Experten jetzt Folgen aus der Corona-Krise vorhersagen. Unternehmen werden sich Klagen der Aktionäre oder Gesellschafter gegen das Management ausgesetzt sehen, glauben sie. Die Argumentation: Die Chefs haben nicht oder nicht rechtzeitig über die Folgen des Virus für das Unternehmen informiert oder sie haben nicht genug getan, um finanziellen Schaden zu minimieren. Selbst wenn die Vorwürfe sich angesichts der Neuartigkeit der Krise nicht bestätigen, bleiben die D&O-Versicherer auf den Abwehrkosten sitzen.
Der zähe Kampf um strukturierte Daten
Der moderne Versicherungskunde nimmt mit seinem Versicherer per E-Mail Kontakt auf. Die Gesellschaften stellt das vor ebenso große Herausforderungen wie ein Brief oder ein Anruf – da waren sich die Teilnehmer beim Breakfast Briefing des Versicherungsmonitors am Donnerstag einig. E-Mails sind zwar modern und in puncto Schnelligkeit gegenüber dem Postweg im Vorteil, Daten in strukturierter Form liefern sie allerdings genauso wenig wie Schriftstücke auf Papier. Wenn es um Automatisierung und Dunkelverarbeitung geht, steht den Versicherern das im Wege.
Wo bleiben Provisionsdeckel und IT-Sicherheitsgesetz?
Die Regierung hat noch einige angekündigte Projekte im Verbraucherschutz abzuarbeiten, betonen die Grünen in einer Kleinen Anfrage. Die Abgeordnete Tabea Rößner will wissen, wann mit dem angekündigten Provisionsdeckel für Lebens- und Restschuldversicherungen zu rechnen ist. Die Grünen haben dazu einen eigenen Vorschlag eingebracht. Außerdem erkundigt sie sich nach dem Verbleib des im Koalitionsvertrag angekündigten IT-Sicherheitsgesetzes 2.0.
Petersen: Es geht um den Kunden, nicht um Kosten
Bei der Digitalisierung und Automatisierung in den Versicherungsunternehmen geht es in erster Linie um Erfüllung der sich ändernden Kundenerwartungen – und nicht um schnöde Kostenersparnisse im Back-Office. Das sagte Hanno Petersen, IT-Vorstand des Arag-Konzerns, beim Breakfast Briefing des Versicherungsmonitors in Köln. Im Wettbewerb sei es entscheidend, die Prozesse an der Kundenschnittstelle zu verbessern und zu beschleunigen. Die dadurch gewonnenen Wettbewerbsvorteile wirkten sich automatisch positiv auf die Kostenseite aus. Vom digitalen Aufpolieren der Altsysteme hält Petersen nicht viel.
Bildergalerie: Versicherungsmonitor Breakfast Briefing
„Der digitale Umbau: Dokumentenmanagement und andere Großbaustellen im Backoffice“ – das war das Thema des 15. Breakfast Briefings des Versicherungsmonitors. Am Donnerstagmorgen trafen sich im Hotel Mondial am Dom in Köln Experten von Versicherern, Maklern, Dienstleistern und Technologieexperten, um über dieses spannende Thema zu diskutieren. Die Bildergalerie gibt einen Eindruck von der Veranstaltung.
Beim Breakfast Briefing diskutierten Experten […]
Schildknecht bleibt noch vier Jahre
Leute – Aktuelle Personalien Die Zurich Gruppe ist sehr zufrieden mit der Arbeit des Deutschlandchefs Carsten Schildknecht, deshalb hat der Versicherer seinen Vertrag jetzt vorzeitig verlängert. Damit beendet Zurich eine Serie häufiger Wechsel an der Spitze der Deutschland-Tochter. Außerdem: Der Versicherer Hanse Merkur strukturiert seinen Reiseversicherungsvertrieb um und der Kreditversicherungsmaklers VIA Delcredere hat einen neuen Geschäftsführer.
Wenn die Praxis wegen Corona schließen muss
Der Makler Ecclesia registriert eine steigende Nachfrage von niedergelassenen Ärzten nach Deckungskonzepten für den Fall der Schließung ihrer Praxis aufgrund des Corona-Virus. Die nach wie vor für solche Fälle häufig empfohlenen Praxisausfallversicherungen hält Nadja Bürger, Geschäftsführerin von Ecclesia med, nicht mehr für adäquat. Besser sind ihrer Erfahrung nach Betriebsschließungspolicen. Allerdings haben manche Anbieter die Deckung für Infektionen mit Covid-19 bereits eingeschränkt, sagt Bürger dem Versicherungsmonitor.
Fitch: Hybride Lebenspolicen allein reichen nicht
Europäische Lebensversicherer müssen sich dringend an die andauernden Niedrigzinsen anpassen. Aktuell setzten deshalb viele von ihnen auf neuartige hybride Produkte, bei denen klassische Garantien mit fondsgebundenen Komponenten kombiniert werden, schreibt die Ratingagentur Fitch in einer aktuellen Analyse. Doch nicht in allen Ländern reiche das aus, um die niedrigen Renditen auszugleichen. Auch in Deutschland ist das der Fall. Dafür sind deutsche Lebensversicherer bei den Solvency II-Quoten besser aufgestellt als Anbieter aus anderen europäischen Ländern.
Hypoport beteiligt sich an ePension
Der Finanzdienstleister Hypoport will seine Versicherungsplattform Smart Insur weiter ausbauen. Dafür beteiligt sich das Unternehmen mit 49 Prozent an dem auf betriebliche Altersversorgung (bAV) spezialisierten Softwareanbieter ePension – mit der Option, in ein paar Jahren die restlichen Anteile zu übernehmen. Kennengelernt hat Hypoport das Unternehmen, das eine Plattform zur Verwaltung von bAV-Verträgen betreibt, als Kunde.
bAV kauft man beim Makler
Beim Vertrieb von Produkten der betrieblichen Altersversorgung (bAV) spielen Makler und Mehrfachagenten die größte Rolle beim Neugeschäftsvolumen. Das geht aus einer Studie des Maklers und Beraters Willis Towers Watson zu Vertriebswegen in der Lebensversicherung 2018 hervor. Auch bei den großen Lebensversicherern ist die bAV mittlerweile oft die wichtigste Produktgruppe.











