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Mylife erfindet sich neu

Der Lebensversicherer Mylife in Göttingen meldet hohe Wachstumszahlen bei seinen Netto-Produkten. Damit will die kleine Gesellschaft, die dem Investor Augur Capital gehört, den Verlust von 38 Prozent des Umsatzes ausgleichen. Grund für den Rückgang: Die Von Essen Bank platziert ihr Restschuldgeschäft nicht mehr bei Mylife. Mylife-Chef Michael Dreibrodt erwartet weitere Runoff-Deals für den Versicherer. Zusammen mit dem Bocholter Professor Christian Kruse untersucht das Unternehmen außerdem die Möglichkeiten zur Digitalisierung des eigenen Geschäfts.

Munich Re mit schwachem Auftaktquartal

Der weltgrößte Rückversicherer fällt im ersten Quartal hinter seine Erwartungen zurück. Zahlen nannte Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard auf der Hauptversammlung noch nicht, sagte aber, dass das Ergebnis deutlich niedriger als im ersten Quartal 2015 ausgefallen sei. Auch bei den Aussichten für das Gesamtjahr 2016 blieb von Bomhard zurückhaltend. Er bestätigte das Gewinnziel von 2,3 bis 2,8 Mrd. Euro. Allerdings seien Kosten für die Ergo-Restrukturierung darin nicht erhalten. Analysten werteten das als Gewinnwarnung.

Allianz: Globales Prämienwachstum wird schwächer

In den vergangenen Jahren sind die Prämieneinnahmen von Versicherern weltweit trotz diverser Krisen stärker gewachsen als die allgemeine Wirtschaftsleistung. Ganz so dynamisch wird es aber nicht weitergehen. Die Volkswirte der Allianz rechnen damit, dass sich das Wachstum bis 2026 von 5,3 Prozent im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 3,8 Prozent abschwächen wird. Während sich in den Industrieländern eine Marktsättigung abzeichnet, steigt in den Schwellenländern die Nachfrage nach Versicherungen. Vor allem China prognostiziert die Allianz glänzende Wachstumsaussichten.

Hanse Merkur wartet auf politische Klarheit

Der Hamburger Versicherer Hanse Merkur konzentriert sich auf  Wachstum in der Krankenversicherung und im Bereich Reise und Freizeit. In der Altersvorsorge will Unternehmenschef Eberhard Sautter zunächst nicht weiter zulegen – bis die politischen Rahmenbedingungen geklärt sind. Zum Darlehen an den umstrittenen Leipziger Vergleichsportalanbieter Unister und zum gescheiterten Kauf des Portals Geld.de wollte sich Sautter nicht äußern. Auch zum Dienstleister Aurum will das Unternehmen nicht viel sagen.

Steiniger Weg zur digitalen Schadenregulierung

Viele Führungskräfte von Kompositversicherern haben keine klare Vorstellung, wohin die Reise bei der Digitalisierung der Schadenregulierung gehen soll. Das zeigt eine Befragung durch die Unternehmensberatung 67Rockwell Consulting. Bei der automatisierten Verarbeitung von Schäden, der sogenannten Dunkelverarbeitung, haben sich die Gesellschaften zwar konkrete Ziele gesetzt, bleiben dahinter aber derzeit noch weit zurück. Weiteres Ergebnis: Das Privatkundengeschäft in der Kfz-Versicherung spielt eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung des Schadenmanagements.

SV: Fusionsgespräche eher später

Im Lager der Sparkassen gibt es momentan lebhafte Diskussionen über mögliche Fusionen von Kreditinstituten, Bausparkassen und auch von Versicherern, die zum Finanzverbund gehören. Es könnten allerdings noch bis zu drei Jahre ins Land gehen, bevor es hier zu Gesprächen kommt, sagt jedenfalls Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl, Vorstandsvorsitzender der Sparkassenversicherung in Stuttgart. Dass es konkrete Pläne über ein Zusammengehen des Versicherers mit der Provinzial Nordwest gibt, hatten die Eigner bisher dementiert. Die Sparkassenversicherung hat 2015 trotz hoher Schäden gut verdient.

VGH: Kostenquote von 24 Prozent bis 2020

Der öffentliche Versicherer VGH konnte seinen Umsatz in der Schaden- und Unfallversicherung 2015 steigern, in der Lebensversicherung ging das Beitragsvolumen leicht zurück. Vorstandschef Hermann Kasten zeigte sich mit den Ergebnissen angesichts der Niedrigzinsen und weiteren Herausforderungen zufrieden. So gelang eine Absenkung der Kosten bei der Tochter Brandkasse. Kasten kündigte weitere Kostensenkungen in der Sparte bis 2020 an. So sollen die rückläufigen Renditen aus der Kapitalanlage aufgefangen werden.

GDV-Präsident Erdland macht weiter

 Leute – Aktuelle Personalien  GDV-Präsident Alexander Erdland, 64, macht nach Ablauf seiner Amtszeit im November noch ein Jahr weiter. Nach Informationen des Versicherungsmonitors hat das Präsidium des Verbandes ihn gebeten, ein weiteres Jahr im Amt zu verbleiben. Erdland hat zugestimmt und stellt sich deshalb im November erneut zur Wahl. Beim Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische, den Erdland leitet, will er Anfang 2017 aufhören. Offenbar sieht Erdland seine Mission in Berlin noch nicht als beendet an.

Aba fordert rasches bAV-Gesetz

Die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (Aba) fordert nach der Veröffentlichung zweier Gutachten zur Reform der bAV einen darauf aufsetzenden Gesetzentwurf bis zur Sommerpause. Angesichts der insgesamt zu geringen zusätzlichen Vorsorge der Deutschen sei die Stärkung von Betriebsrenten noch in der laufenden Legislaturperiode dringend nötig, sagte Aba-Chef Heribert Karch. Die auf dem Tisch liegenden Vorschläge hält er in der Summe für vielversprechend. Voraussetzung für den Erfolg sei aber die Klärung strittiger Punkte im Rahmen eines Runden Tisches.

GKV und PKV: duales System voller Ungleichheiten

Privatpatienten erhalten im Vergleich zu den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schneller und häufiger Zugang zu Innovationen. Das kann, muss aber nicht immer ein Vorteil sein, findet der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem (Bild). Zum Teil profitieren auch die gesetzlich Versicherten von der liberaleren Kostenübernahme in der privaten Krankenversicherung (PKV). Dem stehen allerdings Entsolidarisierungseffekte gegenüber. Der Bremer Wissenschaftler Heinz Rothgang hält ein einheitliches Versicherungsmodell – Stichwort Bürgerversicherung – aus Gerechtigkeitsgründen für notwendig, sieht darin aber auch eine Zukunft für die PKV.

Axa erhält Versicherungskäse des Jahres

Der Bund der Versicherten hat die Relax Rente mit Indexbeteiligung der Axa Lebensversicherung zum „Versicherungskäse des Jahres“ gekürt. Die Rentenversicherung mit Indexpartizipation ist nach Einschätzung der Jury intransparent und für Verbraucher eigentlich nicht zu verstehen. Auch die Werbung mit Selbstverständlichkeiten und die hohe Kostenbelastung waren für die Verbraucherschützer ein Grund für die Negativ-Auszeichnung. Nominiert für den Preis waren auch „Mehrsicherung.de“ von MyLife und der Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz der Arag für Käufer einer bestimmten Lautsprecher-Marke.

Union nimmt PKV in die Pflicht

Der CDU-Politiker Michael Hennrich sieht dringenden Handlungsbedarf in der privaten Krankenversicherung (PKV). Für vordringlich hält er größere Wechselmöglichkeiten für Privatversicherte durch eine Mitgabe der Alterungsrückstellungen. Hier müsse sich die Branche bewegen. Gegen den Widerstand der SPD könne die Union zurzeit keine Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für PKV-Kunden in Angriff nehmen, bedauerte Hennrich. PKV-Vertreter signalisierten auf der Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten Handlungsbereitschaft, warnten aber vor radikalen Schritten.

Karsten Crede geht zu Ergo

 Leute – Aktuelle Personalien  Karsten Crede, Spezialist für die Zusammenarbeit mit Autokonzernen, geht nach Informationen des Versicherungsmonitors zur Munich Re-Tochter Ergo. Dort soll er einen Bereich aufbauen, der ähnlich funktioniert wie Allianz Global Automotive bei Credes bisherigem Arbeitgeber Allianz. Allerdings kann die Ergo nicht das Netz an Ländergesellschaften aufweisen, das die Allianz hat. Dennoch ist es ein Erfolg für Munich Re-Konzernlenker Nikolaus von Bomhard und Ergo-Chef Markus Rieß, Crede gewonnen zu haben.

Barmenia sucht digitales Wachstum

Das Hauptproblem der Barmenia liegt auf der Hand: Zuviel Kranken- und Lebensversicherung, zu wenig Schadenversicherung. Mit einer Wachstumsoffensive versucht das Unternehmen, hier aufzuholen. Billig ist das nicht, die Kostenquoten sind hoch. Dennoch zeigt sich der Vorstand unter Konzernchef Andreas Eurich zufrieden mit der Entwicklung, denn Umsatz und Gewinn steigen. Er sieht das Unternehmen als digitalen Vorreiter. Zur geplanten Kooperation mit anderen privaten Krankenversicherern wollten die Vorstände nichts sagen.

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