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Bundestag ändert Lobbyregister

Der Bundestag hat eine Änderung seines Lobbyregisters beschlossen. Interessenvertreter sollen künftig angeben, auf welche Vorhaben sie konkret Einfluss nehmen. Entsprechende Stellungnahmen und Gutachten sollen sie hochladen, Angaben zur Finanzausstattung werden verpflichtend. Der Verein Lobbycontrol begrüßt die Änderungen, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Dazu gehört ein sogenannter legislativer Fußabdruck. Kritik kommt aus der Opposition.

Borean: „Eurovita ist ein Einzelfall“

Die Schieflage des italienischen Lebensversicherers Eurovita ist kein Zeichen dafür, dass die europäische Lebensversicherungsbranche insgesamt vor einer Krise durch die Zinswende steht. Das betonte Cristiano Borean, Finanzchef des Generali-Konzerns, auf dem Bayerischen Finanzgipfel. Es handele sich um einen Einzelfall, Grund seien schwere Managementfehler. Borean äußerte sich auch zum Verbleib von Generali in der Klimainitiative NZIA und zu dem schon früh im Jahr überschrittenen Großschadenbudget des Konzerns.

Die Bayerische regionalisiert Zahnzusatzpolicen

Die Bayerische wagt sich in der Zahnzusatzversicherung auf ein neues Terrain vor. Sie setzt künftig auf das Regionalprinzip: Bei der Bemessung der Prämie spielt auch der Wohnort der Versicherten eine Rolle. Überall dort, wo der Zahnersatz günstiger ist als anderswo, profitieren die Kunden. Damit will sich die Münchener Gruppe im Preiswettbewerb profilieren. Punkten will sie auch mit dem Angebot, bereits begonnene Behandlungen mitzuversichern.

Zurich-Tochter Real Garant holt neuen COO

 Leute – Aktuelle Personalien   Der Garantieversicherer Real Garant hat einen neuen COO, der bisher in der Automobilbranche tätig war. Beim Mutterkonzern Zurich leitet ab sofort Mattias Fritz das Nordeuropageschäft. Für Heidi Polke schuf die Allianz eine neue Stelle in der Unternehmenskommunikation als Head of Media Relations. Beim Spezialversicherer Dual M&A leitet Thomas Voss die Steuerabteilung. Das Inkasso-Fintech Pair Finance, das auf Versicherer spezialisiert ist, hat mit Sven Schneider einen neuen, aber branchenerfahrenen COO.

Cyberdirekt fordert mehr Standardisierung

Obwohl das Underwriting und das Schadenmanagement in der Cyberversicherung in den vergangenen Jahren stark professionalisiert worden seien, sieht der Spezialmakler Cyberdirekt Verbesserungsbedarf. Aktuell gebe es große Unterschiede bei den Bedingungen. Das hat eine Analyse von 16 Bedingungswerken der führenden Anbieter ergeben. Das Unternehmen wünscht sich mehr Transparenz am Markt. Das ist unter anderem durch mehr Standards möglich.

Munich Re: Mehr Kapazität zu höheren Preisen

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re sieht sich in einer guten Ausgangslage für die bevorstehenden Erneuerungsverhandlungen mit den Erstversicherern. Bei den Kunden gibt es deutlich mehr Bedarf an Rückversicherungs-Kapazitäten, das Angebot sei aber kaum mitgewachsen, sagte Vorständin Clarisse Kopff vor dem Branchentreffen in Baden-Baden. Munich Re ist bereit, mehr Risikoschutz zur Verfügung zu stellen, falls die Preise stimmen – also weiter steigen.

Kfz-Versicherer erhöhen ihre Preise zweistellig

Die von Inflation und erhöhten Kosten in der Schadenregulierung hart getroffenen Kfz-Versicherer werden ihre Preise um bis zu 16 Prozent erhöhen. Davon geht das Vergleichsportal Verivox aus. Die bislang beobachteten Prämienanstiege sind bereits zweistellig. Was Kunden belastet, ist für die Branche existenziell, um nicht noch weiter in tiefrote Zahlen zu rutschen. Doch Wechselkunden könnten vom anhaltenden Preiskampf profitieren – sagen zumindest diejenigen, die an solchen Wechseln verdienen.

Wochenspot: Lobbyregister und Aufsitzrasenmäher

 Wochenspot – der Podcast  Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Chefredakteurin Friederike Krieger und Berlin-Korrespondent Jonas Tauber über die Reform des Lobbyregisters des Bundestags und die Versicherungspflicht für Aufsitzrasenmäher.

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Daten: Science-Fiction ist Realität

Die Europäische Union will mit dem Data Act Nutzerinnen und Nutzern von Geräten und Maschinen das Recht über die Entscheidung zur Weitergabe von Daten einräumen. Die Allianz begrüßt den Vorstoß, hat aber konkrete Vorstellungen, wie der Data Act ergänzt werden sollte. So fordert Vorstand Klaus-Peter Röhler die Datenübertragung in Realtime und das Verbot des heimlichen Handels mit den Daten. Ohne diese und weitere Regelungen wäre das Gesetz sinnlos, findet er.

Allianz Trade erwartet Anstieg der Firmenpleiten

Schwindende Liquiditätspuffer und eine sich verschlechternde Rentabilität gefährden weltweit viele Branchen. Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet deswegen einen globalen Anstieg der Firmenpleiten um sechs Prozent für das laufende Jahr, für 2024 sogar um zehn Prozent. An seiner Prognose für Deutschland hält das Unternehmen fest. Einige Branchen sind aufgrund der gestiegenen Zinsen besonders bedroht.

Swiss Re: Kein kategorischer PFAS-Ausschluss

Die deutsche Industrie beklagt, dass immer mehr Versicherer die in vielen Produkten enthaltenen PFAS-Chemikalien nicht mehr decken wollen. Nach Einschätzung der Swiss Re gibt es aber keine Ausschlüsse durch die Bank weg. Auch der Konzern selbst reagiere nicht mit kategorischen Deckungsverweigerungen darauf, betonte Swiss Re-Manager Thorsten Steinmann bei einem Pressegespräch. Allerdings hält der Rückversicherer es für wichtig, das PFAS-Exposure genau zu analysieren, denn das Schadenpotenzial ist hoch. Bei der laufenden Erneuerungsrunde rechnet Swiss Re mit einer steigenden Nachfrage, vor allem bei Rückdeckungen gegen Naturkatastrophen.

GDV: Autodiebstähle nehmen wieder zu

Die Zahl der Autodiebstähle hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen, berichtet der Gesamtverband der Versicherer (GDV). Die Zahl entwendeter Fahrzeuge stieg gegenüber 2021 um 25 Prozent – allerdings erfasst die GDV-Statistik nur kaskoversicherte Autos. Hochburg des Autodiebstahls ist Berlin. Am beliebtesten bei den Dieben sind hochwertige SUVs. Die teuersten Fahrzeuge wurden in Düsseldorf gestohlen.

Kleinunternehmen mehr an Versicherung interessiert

Mehr als ein Drittel aller Klein- und Kleinstunternehmen wollen trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen mehr Geld für Risikoabsicherung und Vorsorge ausgeben. Gleichzeitig wissen die Unternehmer immer besser Bescheid über die eigenen Vorsorgelücken und die Möglichkeiten der Gewerbeversicherung. Das könne mit der Multikrisen-Situation zusammenhängen, sagte Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsführung beim Assekuradeur Finanzchef24, bei einem Pressegespräch. „Immer, wenn die Gewitterwolken dunkler werden, fängt man an, sich mit den Risiken zu beschäftigen.“

Oliver Brüß verlässt Ende 2024 die Gothaer

 Leute – Aktuelle Personalien  Ende 2024 ist Schluss für Oliver Brüß bei der Gothaer. Der Vertriebs- und Marketingvorstand hat entschieden, seinen Ende nächsten Jahres auslaufenden Vorstandsvertrag nicht zu verlängern. Er will sich neuen Aufgaben zuwenden. Mit der anstehenden Fusion des Kölner Versicherers mit der Barmenia hat der Schritt nichts zu tun, betont die Gothaer. Er werde den Zusammenschluss eng begleiten.

Homeoffice: Smart Working oder Good Faulenzing?

 Meinung am Mittwoch  Arbeit im Homeoffice – in der Versicherungswirtschaft wie in vielen anderen Branchen längst Arbeitsalltag und nicht mehr wegzudenken. Etwa ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland arbeitet laut Umfragen des Ifo-Instituts aktuell regelmäßig von zu Hause aus. Der jüngst aufgeflammte Streit zwischen den Unternehmerpersönlichkeiten Wolfgang Grupp und Carsten Maschmeyer zeigt jedoch, wie kontrovers die Entwicklung auf der Managementebene beurteilt wird. Homeoffice als Paradies für diejenigen, die sich vor ihren Aufgaben drücken wollen? Oder der Schlüssel zu einer modernen Arbeitswelt?

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