Firmen mit Cyberversicherungsschutz und einem hohen IT-Sicherheitsniveau erweisen sich als widerstandsfähiger gegen Cyberangriffe, zeigt eine aktuelle Studie von Allianz Commercial. Eine große Rolle spielen dabei Erkennungssysteme, die auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhen. Unternehmen, die darin investieren, können sich zunehmend von der Schadenentwicklung der übrigen Volkswirtschaft entkoppeln. Cyberkriminelle verlagern ihre Aktivitäten derweil auf schlechter geschützte kleinere Unternehmen.
Top News
Emil erweitert Kernsystem mit KI-Assistent
Der Berliner Softwareanbieter Emil hat sein cloudbasiertes Kernsystem um die KI-Assistentin „Emily“ erweitert. Mit ihr sollen Versicherer ihre Geschäftsprozesse per Prompt anpassen können – ohne Programmierarbeit. Emily ist nicht mit einem klassischen Chatbot zu vergleichen, erklärt Vertriebschef Matthias Kaiser im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor.
Digitalversicherer Freeyou steht vor dem Aus
Der Online-Versicherer Freeyou steht vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem die DEVK-Tochter schon im Vorjahr das digitale Kfz-Geschäft eingestellt hat, gab das Unternehmen nun eine Reihe von Lizenzen zurück. Dies geht aus einer Mitteilung der Finanzaufsicht BaFin hervor. Pläne der Muttergesellschaft, mit Freeyou neue Produkte an den Markt zu bringen und digitale Prozesse zu testen, haben sich offensichtlich nicht erfüllt.
Neuer Chef für Munich Re-Vermögensverwalter Meag
Markus Hummel, aktuell Chief Risk Officer der Munich Re, übernimmt zum 1. Januar 2026 den Vorsitz der Geschäftsführung des konzerneigenen Vermögensverwalters Meag. Er folgt auf Andree Moschner, der Ende dieses Jahres in den Ruhestand geht. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Rückversicherungsmakler Lockton Re und beim belgischen Assekuradeur Alta Signa.
Cyber im Fokus
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Cyber-Insurance-Jahrestagung des Handelsblatts und Global Wealth Report der Allianz
Kunden unzufrieden mit Preisen und Schadenbearbeitung
Die deutschen Versicherer bekommen von ihren Kunden insgesamt gute Noten. Besonders mit der Qualität der Produkte sind sie zufrieden, zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Instituts für Service-Qualität in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender ntv. Kritik hagelt es allerdings an den Preisen und der Schadenbearbeitung. Umfragesieger ist ein eher kleiner Versicherer aus Süddeutschland.
Klage nach Air India-Absturz ruft Allianz auf den Plan
Eine Klage in den USA könnte die Schäden durch den Absturz der Air India-Maschine 171 im Juni noch weiter erhöhen. Vier Kläger werfen dem Flugzeughersteller Boeing sowie einem Zulieferer unter anderem grobe Fahrlässigkeit vor. Das ruft die Haftpflichtversicherer der beiden Unternehmen auf den Plan, zu denen die Allianz gehört. Auch D&O-Versicherer sollten den Fall beobachten.
Johannes Dick neuer Vorstand bei der Axa
Johannes Dick (Bild) übernimmt zum 1. November 2025 das Vorstandsressort People Experience bei der Axa Deutschland. Er wird Nachfolger von Sirka Laudon, die den Versicherer auf eigenen Wunsch verlässt. Außerdem: Dual Deutschland hat Gunnar Harlacher zum Head of M&A in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz ernannt. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei der Allianz in der Schweiz, bei Allianz Trade in Asien sowie bei Marsh in Österreich.
Neue Risiken kennen keine physischen Grenzen
Die Welt ist in stetigem Wandel, was direkten Einfluss auf Risikomodelle und Bewertungen hat. Im Fokus stehen vor allem geopolitische Risiken, Klimarisiken und die wachsende Herausforderung durch Cyberattacken. Nationale Lösungen sind nicht mehr ausreichend, Risikomanagement muss global gedacht werden. Es braucht ein Zusammenspiel von öffentlichem und privatem Sektor, damit die Versicherungslücke nicht noch größer wird.
Convista mit neuem Managing Partner
Das IT-Beratungshaus Convista hat Julian Markopolsky zum Managing Partner für den Geschäftsbereich Versicherungen ernannt. Außerdem: Dual Europe hat einen Cyber-Experten von der Allianz geholt und zwei Mitarbeitende befördert. In der Ecclesia Pension & Benefits GmbH hat der Makler seine Vorsorgeeinheiten gebündelt, die künftig unter der Marke ecpension&benefits auftritt. Munich Re bekommt einen neuen Chef für das Afrika-Geschäft und der ehemalige Chief Digital Officer der Allianz verlässt den Aufsichtsrat von ICICI Prudential Life Insurance.
Funk: Trend zur Trennung von bAV und Risikopolicen
Immer häufiger trennen Firmen bei ihren Zusatzleistungen die Angebote der betrieblichen Altersversorgung (bAV) von Risikoversicherungen wie Todesfall- oder Invaliditätsschutz ab. Das hat eine Umfrage des Versicherungsmaklers Funk ergeben. Während früher die Altersleistungen mit anderen Risikoleistungen kombiniert waren, geht der Trend in Deutschland jetzt zur Abkopplung. Der Vorteil: Im Leistungsfall können Einkommensverluste besser aufgefangen werden. Verbreitet sind diese Angebote vor allem bei Firmen mit gehobenem Gehaltsniveau.
Plattformen sind keine Tools
In der Versicherungsbranche ist das Wort „Plattform“ schnell gesagt, wenn es um technologische Infrastruktur oder Anbindung geht. Doch so nützlich diese Perspektive ist – sie greift zu kurz. Denn Plattformen sind keine Tools. Sie sind Marktplätze, auf denen sich Rollen, Regeln und Relevanz ordnen. Wer sie nur als Erweiterung der eigenen Systemlandschaft betrachtet, wird ihrer Wirkung nicht gerecht.
Stoïk stellt Deutschlandvertrieb unter Doppelspitze
Der Cyber-Assekuradeur Stoïk hat Jan Meurer zum Direktor Vertriebsmanagement ernannt. Damit hat der Deutschlandvertrieb nun eine Doppelspitze, zu der neben Meurer noch Daniel Berger gehört. Ziel ist es, die Bereiche Policen und Cybersicherheit enger zu verbinden. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei Liberty Specialty Markets, Axa XL, Allianz Technology und Hiscox.
Die Zukunft der internationalen Produkthaftung
Mit Vorlagebeschluss vom 8. April 2025 (VI ZR 43/22) hat der Bundesgerichtshof dem Europäischen Gerichtshof einige grundlegende Fragen zur Auslegung von Artikel 5 der Rom II-Verordnung gestellt. Im Zentrum stehen Reichweite und Struktur des Inverkehrbringens im internationalen Produkthaftungsrecht. Die Antworten könnten das Haftungsregime für Hersteller und Zulieferer dogmatisch und auch in praktischer Hinsicht mit erheblichen Konsequenzen verändern. Im Kern geht es um die Frage, wie weit ihre internationale Haftung tatsächlich reicht.
Rückblick zu Monte Carlo
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: ein Rückversicherungsworkshop von Guy Carpenter, der Insurance & Pension Day von Natixis Asset Managers und eine Diskussion zum Sofortprogramm der Bundesregierung bei der Generali in Berlin














