Dem kleinen dänischen Versicherer Gefion droht Ärger auf dem polnischen Markt. Die in Kopenhagen registrierte Gesellschaft verkauft dort ohne eigene Niederlassung Kfz-Haftpflichtversicherungen zu Dumping-Preisen über einen lokalen Vermittler. Das geht offenbar zulasten der Kundenzufriedenheit im Schadenfall: Der polnische Versicherungsombudsmann berichtet von einer Klagewelle polnischer Verbraucher über die Schadenregulierung, die der US-Schadendienstleister Crawford für Gefion erledigt. Die anhaltenden Beschwerden haben dazu geführt, dass die Regierung Polens im Sommer ein Sondergesetz einführen will, das Sanktionen gegen ausländische Anbieter ermöglicht.
Top News
PKV warnt vor Überlastung der Pflegeversicherung
Wegen der Alterung der Gesellschaft ist für die Zukunft mit einem Anstieg des Beitragssatzes in der gesetzlichen Pflegeversicherung auf mindestens 4,1 Prozent bis 2040 zu rechnen. Zu diesem Schluss kommt das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP). Eine Ausweitung der Leistungen in der Pflegeversicherung sollte deshalb nicht über das Umlageverfahren finanziert werden, findet das WIP. Stattdessen sollten die Menschen mehr kapitalgedeckt vorsorgen.
Transportrisiken bei gefälschten Produkten
Legal Eye – Die Rechtskolumne Weltweit sind Fälscher am Werk, die Produkte imitieren und damit gewerbliche Schutzrechte missachten. Beim Gedanken an Container voller gefälschter Luxusartikel mag man dazu neigen, Käufer und Verkäufer offensichtlicher Plagiate als nicht schutzwürdig zu erachten. Aber nicht jede Patent- oder Markenrechtsverletzung ist – insbesondere dem Käufer – offensichtlich. Und nicht jede behauptete Verletzung bestätigt sich auch als eine solche. Dennoch beeinträchtigt ein solcher Vorwurf den Transport enorm und verursacht oftmals erhebliche Kosten. Sind die hiermit einhergehenden Schäden und Kosten versichert? Welcher Versicherer deckt die Risiken, die mit einer zumindest behaupteten Verletzung gewerblicher Schutzrechte einhergehen?
Daten und Prognosen
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Finanzierung in der Pflege, Quartalszahlen der Allianz, MLP und der Bayerischen sowie Verantstaltungen zu Datenanalysen von Swiss Re und Generali
Munich Re versichert Kryptowährung
Der Münchener Rückversicherer Munich Re hat eine Partnerschaft mit dem Krypto-Start-up Curv geschlossen. Curv bietet sogenannte Crypto-Wallets an. Das sind digitale Geldbörsen, in denen Kryptowährungen wie Bitcoins aufbewahrt und gehandelt werden können. Munich Re versichert den Verlust dieser Währungen unter anderem durch einen Hackerangriff. Möglich sei das aufgrund der neuartigen Technologie von Curv, die sicherer sei als die anderer Blockchain-Wallets. Die Deckungssumme beträgt 50 Mio. Dollar.
PSV: Zahl der Schäden sinkt, Schadensumme nicht
Die Zahl der Firmenpleiten, die den Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) getroffen haben, ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken und lag bei nur noch 372, nach 468 im Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg die Schadensumme marginal an. Der Beitragssatz für 2018 blieb mit 2,1 Promille deutlich unter dem Wert, den der Verein prognostiziert hatte. Für das laufende Jahr geht er von einem „moderaten Schadengeschehen“ aus.
Berkshires neue Einfachheit
Herbert Frommes Kolumne Oliver Bäte will die Allianz radikal vereinfachen. Damit ist er nicht allein. In den USA haben Berkshire Hathaway, Allstate und Starr Companies unabhängig voneinander Gewerbeversicherer auf den Markt gebracht, die sehr einfach und billig sein sollen. Sie verkaufen direkt ohne Makler und andere physische Vermittler. Damit booten die Anbieter nicht nur die Makler aus, sondern auch Versicherer, die noch nach Sparten anbieten. Denn alle drei haben All-Risk-Policen im Angebot, die den Gewerbetreibenden ruhig schlafen lassen sollen.
Personalwechsel bei Chubb, Pimco und Munich Re
Leute – Aktuelle Personalien Der Versicherer Chubb verstärkt seine Großkundensparte. Die zwei neu geschaffenen Stellen als Global Client Executives übernehmen Brigitte Vorrath (Bild) und Karine Paul, beide langjährige Mitarbeiterinnen des Industrieversicherers. Weitere personelle Veränderungen gibt es bei Pimco und Munich Re. Der Allianz-Vermögensverwalter Pimco lässt sich von Nobelpreisträger Richard Thaler beraten. Linus Phoon wird bei Munich Re Chief Executive Officer für Singapur und Südostasien.
Provinzial Nordwest mit neuem Gewerbeversicherer
Mit einem neuen Digitalversicherer will die Provinzial Nordwest kleine Gewerbekunden für sich gewinnen. Der Anbieter Andsafe hat schon einen Internetauftritt, demnächst soll eine Betriebshaftpflichtversicherung darüber abgeschlossen werden können. Aber auch Makler und Vergleichsportale sollen als Vertriebsweg dienen. Der Prozess soll möglichst einfach bleiben, um die online-affine Kundschaft nicht abzuschrecken.
Ecclesia: Provisionsdeckel wirkt auch bei Sachpolicen
Kommt der Provisionsdeckel für Lebens- und Restschuldversicherungen so, wie es der Entwurf des Finanzministeriums vorsieht, würde er auch für Maklervergütungen in der Sachversicherung gelten. Zu diesem Schluss kommt der Versicherungsmakler Ecclesia in einer an das Ministerium adressierten Stellungnahme. Bei den geplanten Änderungen am Versicherungsaufsichtsgesetz seien bestimmte Regelungen beabsichtigt oder versehentlich so angeordnet und formuliert worden, dass sie für alle Versicherungssparten gelten – und damit auch für die Schadenversicherung, kritisieren Ecclesia-Holdingchef Tilman Kay und Syndikus Uwe Fleischer.
Mit Baloise dreckige Wäsche waschen
Nachschlag – Der aktuelle Kommentar Was hat eine Versicherung mit einem Umzugsunternehmen und einer Wäscherei zu tun? Die neue Kooperation der Baloise-Tochter MOVU, einer Umzugsplattform, mit dem Textilpflege Start-up Bubble Box gibt Rätsel auf. Okay, einen Umzug zu versichern, ist nicht die schlechteste Idee, aber wir fragen uns, was soll das mit der Wäscherei, liebe Baloise? Soll denn jetzt noch meine Unterhose versichert werden? Wer kennt das nicht: Der Umzug steht an und die Kleidung wird schnell in einen Umzugskarton geworfen. Wie unpraktisch, wenn die verpackte Wäsche dennoch wieder dreckig wird und nochmal gewaschen werden muss. Die Chefetage der […]
Ältere Insurtechs bekommen mehr Geld
Der Appetit von Investoren auf junge, Technik-affine Unternehmen aus dem Versicherungsbereich lässt nicht nach. Im ersten Quartal 2019 gab es mit weltweit 85 Transaktionen so viele Deals wie noch nie. Nach Angaben des aktuellen Insurtech Briefings des Beraters und Maklers Willis Towers Watson bekamen die Insurtechs insgesamt 1,42 Mrd. Dollar. Dabei stiegen vor allem die Investitionen in Start-ups, die schon länger im Markt aktiv sind. Mit Wefox und Friday sicherten sich deutsche Insurtechs zwei der drei größten Investments.
Carl, der Datensammler
Nachdem das Insurtech Getsafe seinen Chatbot Carla vorgestellt hat, folgt nun Carl. Hinter dem Namen verbirgt sich eine digitale Versicherungsplattform, die das Ziel verfolgt möglichst viele Informationen über den Kunden zu speichern. Von der Akquise über den Vertragsabschluss bis hin zur Kündigung sollen Daten gesammelt und analysiert werden. Dadurch will der Versicherer unter anderem frühzeitig erkennen, ob bestimmte Policen Risiken bergen und welche Kanäle die meisten Kunden nutzen. Auch Versicherungsbetrug soll das neue System entlarven.
Prisma Life setzt auf Expansion und Nachhaltigkeit
Mit einer Neuausrichtung will der Liechtensteiner Lebensversicherer Prisma Life die Probleme aus der Vergangenheit hinter sich lassen und verloren gegangenes Vertrauen wiedergewinnen. Mit seinen fondsgebundenen Nettopolicen will das Unternehmen neben Deutschland und Liechtenstein weitere Märkte erschließen und dabei mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit punkten. 2018 stagnierte Prisma Life bei den Prämieneinnahmen und legte beim Gewinn von einem niedrigen Niveau leicht zu. Hauptvertriebspartner ist nach wie vor der Finanzvertrieb Afa von Sören Patzig. Seiner Onesty Gruppe gehört die Prisma Life. Die Suche nach einem neuen Eigner ist nach Angaben von Verwaltungsratschef Helmut Posch vom Tisch.
Mit Big Data erfolgreich Unternehmen führen
Die Digitalisierung bietet Versicherern viel mehr Möglichkeiten als den Verkauf über das Internet. Mithilfe von Advanced und Predictive Analytics können sie Schlüsse auf Trends und Entwicklungen ziehen, Risiken schneller erkennen und besser in die Prävention gehen. Allerdings herrscht in vielen Gesellschaften noch ein Silo-Denken in einzelnen Sparten und Geschäftsbereichen vor, das die Unternehmen hindert, ganzheitliche Schlüsse aus den vorhandenen Daten zu ziehen. Darüber waren sich die Referenten beim Breakfast Briefing des Versicherungsmonitors einig. Nötig ist ein übergreifendes System, das Daten bündelt und so auch eine bessere Unternehmenssteuerung ermöglicht. Allerdings sollte die Branche der Macht der Algorithmen nicht blindlings vertrauen.














