Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Hauptversammlung der Zurich und Konferenz zur Lebensversicherung der Universität St. Gallen.
Top News
Funk: Interessenkonflikt bei Schadenregulierung
Die Versicherungsmakler haben vor kurzem eine Niederlage vor dem Bundesgerichtshof einstecken müssen. Der BGH urteilte, dass sie keine Schäden mehr für den Versicherer regulieren dürfen. Thomas Abel, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Funk erklärt im Interview mit dem Versicherungsmonitor, was das Urteil für die Branche bedeutet. Außerdem spricht er über Schadenregulierung, Digitalisierung und sagt, warum es ihn freut, dass Georg Bräuchle vom Konkurrenten Marsh Präsident des Maklerverbands VDVM geworden ist.
Autoversicherung: Revolution oder Extinktion
The Long View – Der Hintergrund Das autonom fahrende Auto wird trotz aller Bedenkenträger kommen – und zwar schon früher, als die meisten erwarten. Das hat Folgen: Der klassische Kfz-Versicherungsmarkt wird wesentlich kleiner werden. Das bietet aber auch Chancen für Kfz-Versicherer. Allerdings nur für diejenigen, die Maßnahmen ergreifen und bereit sind, sich zu wandeln. Dazu gehören strategische Partnerschaften und Kompetenzen in der Flottenversicherung. Den anderen könnte es wie der Energiebranche ergehen.
Ratingagentur: Lebensversicherer vor Problemen
Die Ratingagentur Moody‘s bescheinigt dem deutschen Lebensversicherungssektor eine schwierige Zukunft. Die Niedrigzinsen führen zu niedrigeren Anlagegewinnen und bedrohen die Profitabilität der Anbieter, heißt es in einem aktuellen Bericht. Die Ratingagentur belässt den Ausblick für die Branche auf negativ. Die Analysten erwarten, dass sich der Trend zu neuartigen Lebensversicherungen in dieser Situation beschleunigen wird. Das könne den Gesellschaften auch bei der Erfüllung der neuen Eigenkapitalregeln Solvency II helfen. Allerdings sei eine erfolgreiche Umstellung kein Selbstläufer.
Generali-Chef Liverani meldet Teil-Vollzug
Die deutsche Generali-Gruppe hat ihre Ziele 2015 weitgehend erreicht – sowohl beim Firmenumbau als auch beim Ergebnis. Das sagte Deutschlandchef Giovanni Liverani vor Journalisten. Der operative Gewinn stieg um 5 Prozent auf 792 Mio. Euro an, bei den Kosten konnte das Unternehmen bereits eine erhebliche Senkung durchsetzen. Jetzt hat sich Liverani mit den Betriebsräten auch auf die Einzelheiten des geplanten Stellenabbaus bis 2018 geeinigt.
Swiss Re: Kfz-Versicherer sollten Big Data nutzen
Neue Mobilitätskonzepte und Fahrassistenzsysteme werden den Kfz-Versicherungsmarkt bis 2020 kräftig schrumpfen lassen. Davon geht eine Studie des Rückversicherers Swiss Re in Zusammenarbeit mit dem Online-Kartendienst Here aus. Die Anbieter sollten jedoch nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich Strategien überlegen, wie sie der Konkurrenz durch Autohersteller und Softwarespezialisten etwas entgegensetzen können. Die Nutzung von Big Data wäre eine gute Möglichkeit.
Generali startet mit Vitality
Die Generali geht in die digitale Offensive: Im Juli soll das Vitality-Programm auf den Markt kommen, bei dem Kunden durch gesundes Verhalten Vergünstigungen wie niedrigere Gebühren bei Fitness-Centern und geringere Versicherungsprämien erhalten können. Das kündigte Generali-Deutschlandchef Giovanni Liverani vor Journalisten an. Zunächst soll das Programm für Verträge in den Bereichen Risikoleben und Berufsunfähigkeit eingeführt werden, später auch in der privaten Krankenversicherung. Gleichzeitig startet das Unternehmen einen Telematik-Tarif sowie – ebenfalls im zweiten Halbjahr – ein Angebot um das smarte Heim.
Basler leidet unter Großschäden
Die zur Schweizer Baloise gehörenden Basler Versicherungen setzen die Sanierungsbemühungen in Deutschland fort. Maßnahmen wie der Abbau von bisher 300 Stellen führten im vergangenen Jahr zu geringeren Kosten, allerdings litt das Geschäft unter teuren Großschäden. Die Schaden- und Kosten-Quote stieg auf knapp 107 Prozent. Der Gewinn auf Gruppenebene sank zwar deutlich auf 512 Mio. Franken, allerdings hatte die Baloise im Vorjahr von einem Sondereffekt in Höhe von 160 Mio. Franken profitiert.
De Castries: „Axa war nie gewöhnlich“
Thomas Buberl wird ab 1. September die Axa-Gruppe leiten. Henri de Castries geht früher als erwartet in den Ruhestand. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor sprachen beide über die Berufung eines Deutschen an die Spitze des französischen Konzerns, die anstehenden Aufgaben für den neuen Chef und die Rolle, die Axa bei der Konsolidierung der Branche spielen soll.
PKV in schwierigem Spagat
Medienanalyse Die privaten Krankenversicherer (PKV), insbesondere die DKV, sorgten im März mit teilweise drastischen Beitragserhöhungen in der Vollversicherung für negative Schlagzeilen. In der Berichterstattung wird deutlich, dass der Kostenapparat im Gesundheitswesen nicht der einzige Grund dafür ist, dass Privatpatienten für ihren Versicherungsschutz immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Der neue Sündenbock der PKV heißt Mario Draghi: Seine Europäische Zentralbank (EZB) drückt die Zinsen auf ungekannte Tiefststände und schädigt damit nicht nur das gesamte Geschäftsmodell der Lebensversicherer nachhaltig, sondern in zunehmendem Maße auch das der PKV.
Axa: Buberl will Strategie am 21. Juni vorstellen
Am Montag hat der scheidende Axa-Chef Henri de Castries seinen Nachfolger Thomas Buberl offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Der Stolz, es an die Spitze eines der größten Versicherungskonzerne der Welt geschafft zu haben, ist Buberl anzusehen. Die Sanierung des Deutschlandgeschäfts sieht er noch nicht als abgeschlossen an, seine Strategie für den Gesamtkonzern will er am 21. Juni vorstellen.
Transportversicherer vor großen Risiken
Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty macht sich Sorgen um die Sicherheit der Schifffahrt. Die Totalverluste von großen Schiffen sind im vergangenen Jahr zwar wieder zurückgegangen, aber das ist kein Grund für Entwarnung, so das Unternehmen. Die schwierige finanzielle Lage vieler Reedereien wirkt sich auf die Instandhaltung von Frachtern aus. Dazu kommen Cyber-Risiken, schwere Stürme und die schwierige Bergung der immer größeren Schiffe. Die Branche müsse sich auf mögliche Schäden von mehr als 1 Mrd. Dollar einstellen.
Talanx erhöht Gewinnprognose
Der Hannoveraner Talanx-Konzern hat seine Gewinnprognose für 2016 angehoben. Der Versicherer rechnet jetzt damit, 750 Mio. Euro zu verdienen. Bislang hatte er „über 700 Mio. Euro“ als Gewinnziel genannt. Vorstandschef Herbert Haas setzt auf weiteres Wachstum aus dem Privat- und Geschäftskundengeschäft im Ausland, die vollzogene Sanierung in der Industrieversicherung und weiterhin gute Zahlen des Rückversicherers Hannover Rück. Im Privatkundengeschäft in Deutschland sollen 2016 zusätzlich zu den 600 Stellen aus der Beschäftigungsgesellschaft weitere Stellen in der Vertriebsgesellschaft wegfallen. Die Zahl will das Unternehmen Mitte des Jahres nennen.
Wegfall von Kartellrechts-Ausnahmen droht
Beim Austausch von Informationen zur Kalkulation von Risiken und bei der gemeinsamen Versicherung von Großrisiken waren Versicherer bisher von der Anwendung des Kartellrechts befreit. Ermöglicht hat das eine sogenannte Gruppenfreistellungsverordnung. Nun hat die EU-Kommission signalisiert, dass sie die Verordnung zum 31. März 2017 auslaufen lassen möchte. Sie hält die Zusammenarbeit der Versicherer bei Informationen und Mitversicherung zwar für sinnvoll. Dazu ist aber nach Ansicht der Kommission keine gesonderte Ausnahme vom Kartellrecht mehr nötig. Der GDV kritisiert den Vorschlag der EU-Kommission.
Rollinger wird R+V-Chef
Leute – Aktuelle Personalien Der zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehörende Versicherer R+V bekommt einen neuen Vorstandschef. Für die Nachfolge von Friedrich Caspers hat sich ein interner Kandidat durchgesetzt: Schaden- Unfallchef Norbert Rollinger wird ab 1. Januar die Geschicke des Unternehmens leiten. Ob der studierte Jurist und Betriebswirt erfolgreich sein wird, hängt unter anderem davon ab, wie er mit den Eignern der R+V, den Genossenschaftsbanken, zurechtkommt.














