Exklusiv Die Signal Iduna muss nach Informationen des Versicherungsmonitors wegen Mängeln an ihrer IT befürchten, dass die BaFin einen Aufschlag auf ihre Solvenzkapitalanforderungen anordnet. Seit Ende 2022 verwendet die Aufsicht dieses Mittel, damit besondere Risiken aus IT-Problemen unter Solvency II durch zusätzliches Kapital abgedeckt werden. Neben der Signal Iduna sind bislang die Axa Kranken und die Allianz SE betroffen. Die Allianz SE hat sich jetzt mit der Behörde geeinigt. Sie muss aktuell keinen Kapitalaufschlag befürchten.
Archiv ‘BaFin’
Nicht dem Beispiel der Deutschen Bank folgen
Herbert Frommes Kolumne Die Deutsche Bank und ihre Tochter Postbank haben in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass selbst gutwillige Kunden eine tiefe Verärgerung über das Geldhaus entwickeln. Grund ist die katastrophale IT-Umstellung bei der Postbank. Schadenfreude der Versicherer ist völlig unangebracht. Bei ihnen stehen Umwälzungen an, die mindestens so tiefgreifend sind wie die bei der Postbank, und die ähnliche Folgen haben können. Besser ist es, wenn man es nicht so macht wie die Deutsche Bank.
Zurich-Viridium-Deal vor dem Scheitern
Exklusiv Die Übernahme eines großen Lebens-Bestandes der Zurich Deutschland durch den Run-off-Spezialisten Viridium wird wohl nicht zustande kommen. Die BaFin soll nach Informationen des Versicherungsmonitors klargemacht haben, dass sie das Geschäft nicht genehmigen würde. Ein Grund dürfte die Schieflage des italienischen Lebensversicherers Eurovita sein, der ebenso wie Viridium eine Gesellschaft des Londoner Investors Cinven ist.
Versicherer Swiss Life Deutschland wird SE
Die Swiss Life Deutschland will ihr Versicherungsgeschäft in die Rechtsform einer Europäische Aktiengesellschaft (SE) überführen. Der Schritt sei rein formal und habe keine Konsequenzen für Kunden, Vertriebspartner oder die Belegschaft, betont das Unternehmen. Die Umfirmierung betrifft nur das Versicherungsgeschäft, nicht aber die Finanzberatung, zu der unter anderem der Vertrieb Swiss Life Select gehört.
Cyberversicherer geben mehr Geschäft in Rückdeckung
Die in Deutschland aktiven Cyberversicherer behalten immer weniger Risiken und Prämien in den eigenen Büchern und geben einen zunehmenden Anteil in Rückdeckung, also an Rückversicherer und andere Erstversicherer weiter. Das zeigt die lange erwartete Neuauflage der Cyberversicherungs-Abfrage der Finanzaufsicht BaFin. Referatsleiter Ramon Platt stellte die Ergebnisse bei der Euroforum-Jahrestagung Cyber Insurance vor. Die Untersuchung bietet den bislang umfassendsten Einblick in die deutsche Cyberversicherung.
Wochenspot: Von Frauen und feuchtfröhlichen Abenden
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Redakteurin Katrin Berkenkopf und Herausgeber Herbert Fromme über Frauen in der Branche und über alkoholreiche Abende in den vergangenen Jahrzehnten.
Cyberdirekt holt zwei Cyber-Experten von Hisolutions
Exklusiv Cyberdirekt, der Berliner Spezialmakler für die Cyberversicherung, erweitert sein Geschäftsmodell und will Kunden künftig auch helfen, die Sicherheitsanforderungen der Anbieter zu erfüllen sowie Unterstützung im Schadenfall zu liefern. Dafür hat das Unternehmen mit Uwe Grams (Bild) und Vincent Rockenfeld zwei Spezialisten vom Sicherheitsdienstleister Hisolutions abgeworben. Außerdem: Die Baloise regelte die Nachfolge von Julia Wiens interimistisch.
Mehr übers Underwriting sprechen
Die Umweltorganisation WWF fordert von den Versicherern weltweit mehr Engagement für den Klima- und Umweltschutz. Bislang liege bei diesem Thema der Fokus auf der Rolle der Unternehmen als Investoren. Die Verantwortung der Branche beim Underwriting finde zu wenig Beachtung. Doch auch von der Finanzaufsicht BaFin wollen die Umweltschützer mehr Engagement. Die Bedrohung für das Finanzsystem durch Naturrisiken sei nicht ausreichend im Blick.
Kabinett bestätigt Julia Wiens
Leute – Aktuelle Personalien Die Bundesregierung hat sich am Mittwoch auf Julia Wiens für den Posten an der Spitze der Versicherungsaufsicht der BaFin geeinigt. Das bestätigte das Bundesfinanzministerium auf Nachfrage. Der Versicherungsmonitor hatte am Montag exklusiv über die Nachfolge von Frank Grund berichtet. Außerdem: Der britische Spezialmakler Miller steigt in das Geschäft mit Leasing-Versicherungen ein, Aeolus bekommt einen neuen Partner, Acrisure Re tritt in den Markt für Katastrophenanleihen ein, und die Run-off-Plattform Viridium hat eine neue Sprecherin.
Wiens soll Versicherungsaufsicht leiten
Exklusiv Die Bundesregierung macht nach Informationen des Versicherungsmonitors die 53-jährige Mathematikerin Julia Wiens zur Chefin der Versicherungsaufsicht bei der BaFin. Bestätigen will das Finanzministerium die Personalie allerdings nicht. Wiens würde auf Frank Grund folgen, der Ende des Monats ausscheidet. Sie ist zurzeit Vorstandsmitglied bei der Baloise.
Industrie will mehr Captives in Deutschland
Das Interesse an der Selbstversicherung war bei deutschen Unternehmen lange nicht so hoch wie zurzeit. Die Hürden zur Gründung einer Captive sind allerdings hoch. Dazu kommt, dass Deutschland als Standort für neue Captives praktisch keine Rolle spielt, anders als Luxemburg, Irland oder Malta. Das würde der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) gerne ändern und plant, das Gespräch mit der Politik zu suchen. Auftrieb geben die vor Kurzem in Frankreich eingeführten Erleichterungen für Captives.
FAMK: Ausreißer oder echtes Problem?
Herbert Frommes Kolumne Auf die Schieflage der sehr kleinen Freien Arzt- und Medizinkasse (FAMK) in Frankfurt reagieren PKV-Manager mit Schulterzucken. Ein Ausreißer, der auf einem merkwürdigen Geschäftsmodell beruht, so die einhellige Meinung. Ganz so einfach ist es nicht. Die meisten privaten Krankenversicherer sind Versicherungsvereine. Der Fall FAMK zeigt, wie schwer es ist, Vereine mit frischem Kapital zu versorgen. Auch die Aufnahme des Bestands durch einen anderen Verein, der ja nur seinen Versicherten verpflichtet ist, ist eine sperrige Angelegenheit.
PKV-Gesellschaft FAMK in Schwierigkeiten
Exklusiv Der 112 Jahre alte kleine private Krankenversicherer Freie Arzt- und Medizinkasse (FAMK) in Frankfurt ist in Schieflage. Der Vorstand, der identisch ist mit dem der Inter, sucht nach einer Lösung. Sie könnte in einer Bestandsübernahme durch die Inter bestehen oder in einer Stärkung des Eigenkapitals der FAMK. Die Gesellschaft versichert vor allem Feuerwehrleute und Polizeibeamte in Hessen.
Cyberattacke legt BaFin-Website lahm
Eine koordinierte Überforderung mit Anfragen hat die Website der Finanzaufsicht BaFin über das Wochenende und am Montag teilweise lahmgelegt. Verantwortlich war demnach eine sogenannte DDoS-Attacke. Andere Systeme seien nicht betroffen, teilte die Behörde mit. Die BaFin hat regelmäßig in der Versicherungswirtschaft Handlungsbedarf in Sachen Cybersicherheit angemahnt. Die Branche blickt mit gemischten Gefühlen auf das Thema, in dem auch großes Geschäftspotenzial steckt.
Aufseher kritisieren EU-Pläne
Bei der derzeit laufenden Überarbeitung des Aufsichtsregimes Solvency II winken Versicherern Kapitalerleichterungen. Die EU setzt darauf, dass sie die freiwerdenden Mittel in grüne Infrastrukturprojekte stecken werden. Versicherungsaufseher befürchten allerdings, dass die Konzerne das Geld eher an ihre Aktionäre ausschütten werden. Sie halten Kapitalerleichterungen in Zeiten anhaltender Instabilität für gefährlich.













