Schlagwort-Archiv für ‘Corona-Krise’
Das große Rad der HUK-Coburg
Herbert Frommes Kolumne Mit dieser Ankündigung hat der größte deutsche Autoversicherer am Donnerstag den gesamten Markt aufgeschreckt: Die HUK-Coburg will nach Ablauf des Jahres ihre Kunden finanziell daran beteiligen, dass der Schadenaufwand Corona-bedingt zurückgeht. Das Vorgehen der Coburger zeigt: Die Krise verschärft die Konkurrenz deutlich, von einheitlichem Auftreten der Branche keine Spur. Das war auch beim Streit um die Betriebsschließungspolicen so. Möglicherweise feiert auch der gute alte Rechtsformwettbewerb zwischen Vereinen und Aktiengesellschaften Wiederauferstehung.
Corona: Marsh erwartet Auswirkungen auf den Vertrieb
Exklusiv Oliver Dobner, Generalbevollmächtigter und Geschäftsführer bei Marsh Deutschland, sieht den Makler in der aktuellen Corona-Krise gut aufgestellt: Die Umstellung auf Homeoffice lief reibungslos, der Beratungsbedarf auf Kundenseite ist größer denn je und wichtige Präsenzveranstaltungen wurden kurzerhand virtuell durchgeführt. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht Dobner aber auch über mögliche negative Auswirkungen auf die Branche. Brechen große M&A-Deals und Neubauprojekte weg, werde sich das auf den Vertrieb und das Neugeschäft auswirken. Die wichtigste Frage sei jetzt, wie lange die Ausnahmesituation anhält.
Corona: HUK setzt Markt unter Druck
Die HUK-Coburg setzt alle Rivalen in Sachen Corona unter Druck: Als erster großer Anbieter hat Deutschlands führender Autoversicherer seinen Kunden versprochen, mögliche Einsparungen wegen der durch die Krise reduzierten Verkehrs- und Schadenfrequenz an sie weiterzugeben. Damit folgt die HUK-Coburg dem Beispiel von US-Versicherern, die bereits seit Wochen entsprechende Zusagen machen. Allianz und andere dürften wenig begeistert sein, haben aber kaum eine Wahl – sie werden nachziehen müssen.
Corona-Roundup: BaFin, Betriebsschließung, Hiscox
BaFin-Chef Felix Hufeld sieht die deutschen Lebensversicherer trotz der Krise gut aufgestellt. Die Lage sei zwar ernst, aber nicht existenzbedrohend, sagte er. In Großbritannien können die meisten Unternehmen wohl nicht auf Zahlungen aus ihrer Betriebsunterbrechungspolice hoffen. Das hat die Finanzaufsicht FCA klargemacht. Hiscox streitet sich währenddessen mit Kunden um das Wording seiner Policen. Außerdem: Die Gesetzgebung für eine staatliche Pandemie-Rückversicherung in den USA kommt voran und die Versicherer in Frankreich stellen nach politischem Druck Milliarden bereit.
Barmenia sieht Trendwende in der Vollversicherung
Nach Jahren des Rückgangs konnte die Barmenia Krankenversicherung 2019 erstmals bei der Zahl der Vollversicherten wieder zulegen. Positiv lief es bei dem Wuppertaler Versicherer auch in der betrieblichen Krankenversicherung, wo ein großer Abschluss mit Evonik Industries positiv zu Buche schlug. Bei den Beitragseinnahmen legte die Barmenia-Gruppe um 3,2 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zu. Das Jahr 2020 hat nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Andreas Eurich gut angefangen. Eine Prognose für das gesamte Jahr will er angesichts der Corona-Krise noch nicht abgeben.
Die Pandemie als Stresstest für die Start-up-Szene
Meinung am Mittwoch Etablierte Versicherer dürften die aktuelle Krise meistern, ohne selbst in Schieflage zu geraten. Viel schwieriger ist es für junge Unternehmen wie die Insurtechs. Besonders herausfordernd ist die Lage für Gründer, die noch ganz am Anfang stehen, und für diejenigen, die jetzt Produkte auf den Markt bringen wollen. Versicherer können dazu beitragen, dass sie diese Phase überstehen – etwa als Kooperationspartner.
Deutsche Kfz-Versicherer halten sich zurück
Exklusiv Die Kfz-Versicherer in Deutschland dürfen sich wegen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen über weniger Autounfälle und damit auch über weniger Schadenzahlungen freuen. Die aktuarielle Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss rechnet bis Ende April mit einer Ersparnis von 1 Mrd. Euro an Schadenaufwendungen. Viel Geld, das Versicherer in den USA in Form von Rückerstattungen an ihre Kunden zurückgeben wollen. Hierzulande zeigen sich große Kfz-Versicherer wie Allianz, R+V, HUK-Coburg, Axa und LVM dagegen eher zurückhaltend.
USA: Kfz-Versicherer zahlen Milliarden zurück
Am 6. April 2020 hatte der Kfz-Versicherer Allstate als erster Anbieter in den USA wegen der Corona-Krise Prämiennachlässe angekündigt, um auf die gesunkene Kilometerleistung und den damit verbundenen Rückgang der Schäden zu reagieren. Inzwischen haben alle großen Autoversicherer des Landes nachgezogen. In Kalifornien hat der Versicherungsbeauftragte Ricardo Lara die Anbieter sogar zu Prämienrabatten verpflichtet. Schon bald könnte das Volumen der Prämienrückzahlungen in den USA die Marke von 10 Mrd. Dollar (9,1 Mrd. Euro) überschreiten. Rund ein Drittel davon entfällt auf die Anbieter Geico, State Farm und Progressive.
Digitales Rettungspaket für die Krise
Durch das krisenbedingte Kontaktverbot sind die meisten Außenstellen der Versicherer geschlossen, auch viele Makler haben ihr Büro dichtgemacht und verzichten auf den persönlichen Kundenkontakt. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft der Kunden, sich um ihre Versicherungsangelegenheiten zu kümmern. Versicherer und Vermittler, die mit ihrer Digitalisierung noch nicht so weit sind, dass sie auf elektronischen Wegen mit ihnen kommunizieren können, haben jetzt ein Problem. Für diese Unternehmen haben das Kölner Insurtech PBM, die Digitalagentur Dotkomm und der IT-Berater Adesso jetzt ein digitales Rettungspaket geschnürt.
GDV warnt vor zu viel Druck
In den vergangenen Wochen ist viel Kritik an den Versicherern laut geworden, weil sich etliche Gesellschaften geweigert hatten, Schäden aus Corona-bedingten Betriebsschließungen zu übernehmen. GDV-Präsident Wolfgang Weiler nimmt die Branche in Schutz. Niemand dürfe gezwungen werden, unversicherte Schäden zu übernehmen. Er lobt den in Bayern gefundenen Kompromiss und andere Initiativen, sagt aber auch: „Kulanz hat ihre Grenzen.“
Britische Aufsicht macht Druck in Dividendenfrage
Eine gute Woche nach der ersten Aufforderung streichen die britischen Versicherer Aviva, Direct Line, Hiscox und RSA die Ausschüttungen an Aktionäre, Legal & General widersetzt sich der Empfehlung der Aufsicht. Auch große deutsche Versicherer wollen trotz der Krise eine Dividende zahlen. Das unterschiedliche Vorgehen innerhalb Europas verärgert einige Unternehmen.
Die Zukunft der Personalabteilung
Meinung am Mittwoch Wegen der Corona-Krise nimmt die Personalabteilung zurzeit eine besondere Stellung ein. Der Umgang mit mobiler Arbeit und Kurzarbeit sind Beispiele dafür. Dieses Wiederaufleben könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Denn das Corona-Virus wird in nicht allzu ferner Zukunft überwunden sein, die Digitalisierung und der Veränderungsdruck in der Versicherungswirtschaft werden bleiben. Damit die wertvollsten Mitarbeiter nicht abwandern, müssen sich alle im Unternehmen etwas einfallen lassen. Übernimmt die Personalabteilung hierbei nicht die Führung, wird sie über kurz oder lang zu einer rein administrativen Funktion degenerieren.
Getsafe beantragt BaFin-Lizenz
Exklusiv Der Assekuradeur Getsafe hat eine Lizenz bei der Finanzaufsicht BaFin für die Schaden- und Unfallversicherung beantragt. Unternehmensgründer Christian Wiens (im Bild rechts) verspricht sich von dem Schritt einen besseren Kundenservice und mehr Freiheiten bei der Entwicklung innovativer Produkte. Er hofft, dass der neue Risikoträger Ende des Jahres an den Start gehen kann. Anderen jungen Digitalversicherern hat Getsafe einiges voraus, glaubt er.
Jetzt sind die Versicherer gefragt
The Long View – Der Hintergrund Die aktuelle Krise hat alle überrascht und stellt Unternehmen mit ihren heftigen wirtschaftlichen Folgen vor neue Herausforderungen. Die Versicherer können in dieser Situation helfen. Dazu brauchen sie aber Rückendeckung von der Politik. Eine staatliche Rückversicherung für Pandemien und Naturkatastrophen wäre eine gute Lösung – am besten auf europäischer Ebene.














