Herbert Frommes Kolumne Gesellschaft und Wirtschaft beginnen gerade erst zu begreifen, welche Folgen die künstliche Intelligenz (KI) für den Alltag haben wird. Doch schon jetzt ist klar, dass die KI weitreichende Konsequenzen für Versicherer und andere Finanzdienstleister hat, und zwar nicht nur schöne. Cyberkriminelle haben leicht die Oberhand, wenn sie mithilfe der KI Unternehmen angreifen. Das spielt eine Rolle sowohl für das Risiko der Versicherer, Opfer eines Angriffs zu werden, als auch für die Cyberversicherung.
Archiv ‘Cyber’
Nachgefragt bei Markus Niederreiner
Nachgefragt – Das Video-Interview Mit unter 200 Mio. Euro Prämie ist das Deutschlandgeschäft des britischen Versicherers Hiscox überschaubar. Aber die Gesellschaft hat im Maklergeschäft eine größere Bedeutung, als das Volumen vermuten lässt. Sie ist innovativ und deckt manche Risiken, an die andere sich nicht herantrauen. Im ausführlichen Video-Interview beantwortet Deutschlandchef Markus Niederreiner Fragen von Versicherungsmonitor-Herausgeber Herbert Fromme.
Stoïk sammelt 25 Mio. Euro ein und will expandieren
Exklusiv Der französische Assekuradeur Stoïk hat in einer Serie B-Finanzierungsrunde 25 Mio. Euro eingesammelt. Das Unternehmen will unter anderem in Europa expandieren, aber auch seine Cyberversicherungsplattform verbessern. Zudem beteiligt sich der Spezialversicherer Tokio Marine HCC an dem Unternehmen. Vorher war Tokio Marine lediglich Risikoträger. Laut Franziska Geier, CEO von Stoïk Deutschland, ist das Unternehmen nun nahezu doppelt so hoch zu bewerten wie nach der letzten Finanzierungsrunde.
Cyber: Keine Angst vor Kumulschäden
Die Munich Re, der Rückversicherungsmakler Gallagher Re und der Spezialversicherer Beazley haben gemeinsam ein Jahr lang extreme Cyber-Angriffe modelliert, um so die Cyberversicherer einer Art Stresstest zu unterziehen. Das Ergebnis: Die Branche würde dieser Art von Angriffen standhalten. In einem Whitepaper haben die Gesellschaften ihre Ergebnisse zusammengefasst. Sie wollen Bedenken von Versicherern und Investoren zerstreuen und einen öffentlichen Diskurs fördern.
Allianz: Datenschutzpannen plagen Cyberversicherer
Datenschutzverstöße sind die häufigste Ursache für Cyber-Vorfälle, gefolgt von Ransomware-Attacken. Das berichtet der Industrieversicherer Allianz Commercial in seinem aktuellen Cyber Risk Outlook. Im ersten Halbjahr 2024 hat die Häufigkeit von großen Cyber-Schäden bei Industriekunden demnach weltweit um 14 Prozent zugenommen, die Kosten stiegen um 17 Prozent. 2023 hatten solche Fälle lediglich um ein Prozent zugenommen. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Versicherer eine Stabilisierung von Cyber-Schadensfällen.
Coalition holt Europachefin von AIG
Leute – Aktuelle Personalien Der US-Cyber-Assekuradeur Coalition ist im August in Deutschland gestartet und plant bereits die nächsten Markteintritte in Europa. Dafür hat das Unternehmen jetzt Tine Simonsen von AIG abgeworben. Die Financial Lines- und Cyber-Expertin wird Chefin für Kontinentaleuropa. Außerdem: Max Bachem, Gründer des neuen KI-Start-ups Xaver, holt einen ehemaligen Kollegen von Luko.
„Cyber bleibt versicherbar“
Trotz neuer technischer Möglichkeiten der globalen Hackerszene bleibt das Cyberrisiko versicherbar. Davon zeigten sich Teilnehmer einer Fachkonferenz überzeugt. Nur über die Bedingungen herrschte keine Einigkeit: So fürchtet Oliver Delvos vom jungen Anbieter Corvus, dass in der aktuell weicheren Marktphase viele eigentlich notwendige Bedingungen wieder über den Haufen geworfen werden. Unterdessen ist die Sicherheitslage noch viel schlechter als Umfragen nahelegen, sagte ein Vertreter der nationalen IT-Sicherheitsbehörde.
Cyber-Captives werden immer wichtiger
Die Finanzaufsichtsbehörde von Bermuda erwartet, dass sich der Cyber-Versicherungsmarkt bis 2032 auf 120,47 Mrd. Dollar (109, 17 Mrd. Euro) fast verzehnfacht. Deshalb will die Behörde strenge Auflagen einführen. Rückversicherer und insbesondere Captives spielen beim Wachstum eine entscheidende Rolle. Ihr Anteil am Cyberversicherungsmarkt ist in den vergangenen Jahren bereits erheblich gestiegen.
MRH Trowe: Besseres Risikomanagement spart Prämie
Unternehmen können ihre Position bei den anstehenden Erneuerungen in der Industrieversicherung mit guter Risikoprävention und aktivem Risikomanagement deutlich verbessern. Darauf weist der stark wachsende Industriemakler MRH Trowe aus Frankfurt in seinem Marktreport zur Erneuerung hin. Die Preis- und Kapazitätsentwicklung sei stark abhängig von den Segmenten. In einigen steigen die Prämien weiterhin, während sie in anderen sinken oder sich stabilisieren.
Swiss Re: Es liegt ein weiter Weg vor uns
Die Rückversicherer müssten 40 bis 100 Mrd. Dollar (36 bis 90 Mrd. Euro) mehr verdienen, nur um auf den langfristigen Durchschnitt der Kapitalkosten zurückzukehren, rechnet Swiss Re-Vorstand Urs Baertschi vor. Damit kontert er Begehrlichkeiten von Maklern und Kunden, die auf Preissenkungen pochen. Auch die Risikoteilung zwischen Rück- und Erstversicherern soll gleichbleiben. Wachstumschancen erhofft sich Swiss Re in der Sachsparte, der technischen Versicherung und in Cyber.
Howden Re: Solar ist das neue Öl
Der Rückversicherungsmakler Howden Re sieht viel Potenzial für Rückversicherer in erneuerbaren Energien. Nicht nur weil umweltfreundliche Energiegewinnung essenziell ist, um unseren Planeten zu retten, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen seien Solar, Wind und Co. eine rentable Alternative zu fossilen Brennstoffen, schreibt Howden Re in einem aktuellen Bericht.
Cyber: Stabilität wichtiger als Preise
Der Wettbewerb in der Cyberversicherung wird intensiver, die Preise sinken wieder. Dafür sorgen auch die zahlreichen Assekuradeure, die auf den Markt kommen. Während manche Kunden die Preissenkungen dankbar mitnehmen, nutzen andere Unternehmen sie, um in den vergangenen Jahren reduzierte Kapazitäten wieder einzukaufen, hieß es auf dem GVNW-Symposium zur Industrieversicherung. Statt niedriger Prämien seien manchen Unternehmen allerdings langfristig stabile Preise und die Bereitschaft der Versicherer zu mehrjährigen Verträgen wichtiger.
Munich Re: Branche hat in der US-Haftpflicht versagt
Beim Rückversicherungstreffen in Monte Carlo sind die steigenden Schäden in der US-Haftpflichtversicherung ein großes Thema. Rück- und Erstversicherer haben in dem Bereich in den vergangenen Jahren einiges falsch gemacht, glaubt die Munich Re. Den Anbietern sei es nicht gelungen, Schaden- und Inflationstrends richtig einzuschätzen, monierte Vorstand Stefan Golling. Zudem hätten sie viel zu lange einen weichen Markt toleriert. Das könne nicht so weitergehen.
GDV: Versicherte Cyberschäden steigen deutlich
Die Cyberversicherer in Deutschland bekommen deutlich zu spüren, dass sich die IT-Bedrohungslage hierzulande zuletzt verschärft hat, berichtet der Versichererverband GDV. Die Schaden- und Kostenquote, die 2022 bei profitablen 77,7 Prozent gelegen hatte, ist im vergangenen Jahr um knapp 20 Prozentpunkte gestiegen. Die GDV-Zahlen bilden den Markt allerdings nicht vollständig ab, in der Statistik fehlt unter anderem die Allianz-Industrieversicherungstochter AGCS, die kein Verbandsmitglied ist.













