Archiv ‘Digitalisierung’

Munich Re startet Telematik-App für Autofahrer

Der Rückversicherer Munich Re wagt sich in ein neues Geschäftsfeld vor. In den USA hat der Konzern zusammen mit dem Telematik-Spezialisten Drivefactor eine Telematik-App für Autofahrer auf den Markt gebracht. Damit können die Nutzer ihr Fahrverhalten messen und sollen bei besonnener Fahrweise Rabatte auf die Versicherungsprämie erhalten. Mit dem Vorstoß macht Munich Re Erstversicherern wie Allianz, HUK-Coburg und Axa Konkurrenz, die den noch jungen Markt erobern wollen.

Provinzial wächst trotz Unwetterschäden

Der öffentliche Versicherer Provinzial Rheinland erwartet gute Resultate für das Geschäftsjahr 2016. Das Konzernergebnis werde die 44 Mio. Euro des Vorjahres übertreffen, erwartet der Versicherer. Zwar drückten Großschäden, vor allem aus der Unwetterserie im Frühsommer 2016, auf das Ergebnis. In der Wohngebäudeversicherung konnten die Düsseldorfer aber zulegen. Da der Versicherer das Leben-Geschäft gegen Einmalbeitrag gedeckelt hat, gingen die Beitragseinnahmen zurück.

KPMG: Cyber-Markt wird bis 2036 stark wachsen

Der Verkauf von Cyberdeckungen bleibt bislang hinter den Erwartungen der Versicherer zurück. Jetzt macht eine Studie der Unternehmensberatung KPMG der Branche Mut: Die Deckungen haben demnach das Potenzial, die Kfz-Versicherung als größte Sparte der Schaden- und Unfallversicherung abzulösen. Bis 2036 könnte das Prämienvolumen in Deutschland auf bis zu 20 Mrd. Euro steigen, so die Prognose. Das größte Wachstum sieht KPMG dabei nicht im Industriegeschäft, sondern im Privatkunden- und Kleingewerbe-Segment.

Zwischen Tagesgeschäft und Innovation

 Meinung am Mittwoch  Eine große Herausforderung für viele Versicherer ist, im Zuge der Digitalisierung sowohl dem Tagesgeschäft als auch Innovationsprojekten gerecht zu werden. Oft setzt sich das Tagesgeschäft durch, weil die Aufgaben konkreter und eiliger sind – hier muss das Management gegensteuern. Eine Möglichkeit ist, getrennte Teams für die jeweilige Aufgabe einzusetzen. Unter Umständen ist aber auch eine enge Vernetzung zwischen beiden Seiten gefordert. Dann stehen Führungskräfte und ihre Teams vor einer umso größeren Herausforderung.

Signal Iduna warnt vor Digital-Hype

Der mittelgroße Versicherer Signal Iduna will die Zusammenarbeit mit Insurtechs weiter ausbauen, sieht aber gleichzeitig Gefahren im Trend zur Digitalisierung der Gesellschaft. Nicht alles, was technisch machbar sei, sei auch wünschenswert, sagte Vorstandschef Ulrich Leitermann. An der Begrenzung des Online-Vertriebs will der Versicherer festhalten – nur bei wenigen Produkten wie der Reisekrankenversicherung will er den Direktabschluss ermöglichen, während auch bei der Kfz-Versicherung der Verkauf nur über Agenten und Makler möglich ist. Mit den Zahlen für 2016 ist Leitermann „einigermaßen zufrieden“. Der Sponsor des Stadions von Borussia Dortmund ist besorgt wegen der Fan-Krawalle gegen Anhänger des Rivalen RB Leipzig.

Cyber: Schlechte Vorbereitung, viel Misstrauen

Viele Unternehmen in Deutschland sind schlecht auf Cyber-Angriffe vorbereitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Versicherers Hiscox. 62 Prozent der befragten deutschen Unternehmen stuft Hiscox als „Cyber-Anfänger“ ein, deutlich mehr als in den USA und Großbritannien. Dabei wurde mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen 2016 attackiert. Wenn Firmen keine Cyber-Police kaufen, hat das laut der Studie zwei Gründe: Entweder sie glauben, die Policen seien für sie nicht relevant, oder sie bezweifeln, dass der Versicherer im Schadenfall zahlen würde.

Verbände: Aufsicht soll Innovationen fördern

Die Vereinigung europäischer Versicherungsverbände fordert Aufsichtsregeln, die innovative digitale Geschäftsmodelle stärker fördern. Derzeit gebe es hier viele Hindernisse, heißt es in einem aktuellen Positionspapier der Vereinigung Insurance Europe. Als Beispiel nennt der Verband Vorgaben der Vermittlerrichtlinie IDD zum Online-Vertrieb. Fintechs und traditionellen Versicherern müsse es möglich sein, außerhalb der Grenzen des regulatorischen Regelwerks neue Ideen zu testen, so die Vereinigung. Auf diesem Weg könnten auch Stellen identifiziert werden, an denen bestehende Regeln Innovationen behindern.

Vitality: Mehr als Grünzeug und Körner

Endlich mal nicht mehr über Todesfall-Absicherung und Finanzierungsrisiken sprechen, sondern über ein neues Lebensgefühl und saftige Rabatte für Sport und Spaßartikel – so versucht die Generali-Tochter Dialog, ihre Makler für das neue Vitality-Programm zu begeistern. Schon mit der Ankündigung von Vitality sorgte die Generali  für Aufregung und heftige Diskussionen. Der Versicherungsmonitor hat eine Veranstaltung der Dialog für ihre Makler besucht. Diskussionen gibt es auch hier genug – und am Ende sind längst nicht alle überzeugt.

Lemonade spezifiziert Geschäftsmodell

Das Insurtech Lemonade sorgt in der Versicherungsbranche für viel Furore. Besondere Aufmerksamkeit hat das ungewöhnliche Geschäftsmodell des US-amerikanischen Start-ups bekommen. Dabei spendet Lemonade Geld, das nicht für Schaden und Kosten ausgegeben wurde, an gemeinnützige Organisationen, die die Kunden auswählen. Nun hat der Versicherer sein Geschäftsmodell detaillierter erklärt. 112 Non-Profit-Organisationen wollen von diesem System profitieren und haben sich bei Lemonade beworben.

Alte Leipziger setzt auf Treefin-App

Beim mittelgroßen Versicherer Alte Leipziger Hallesche stehen die Zeichen auf Digitalisierung. Der Konzern kooperiert mit dem Insurtech Treefin und bietet seinen Kunden – und bald auch Nicht-Kunden – die Finanz-Verwaltungs-App von Treefin an. Dass das junge Unternehmen vor kurzem vom Rivalen Wüstenrot & Württembergische gekauft wurde, soll daran nichts ändern. Die Alte Leipziger tüftelt jetzt mit einer eigenen Ideenschmiede in Stuttgart an neuen Projekten, erklärte Vorstandsvorsitzende Walter Botermann bei der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen. Ergänzung vom 2. Februar 2017: Treefin korrigiert die Darstellung der Alten Leipziger. Es handele sich bei der App-Software um eine Entwicklung von Fundsaccess. Fundsaccess hat Treefin […]

GDV erwartet Beschäftigungsrückgang

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet mit einem Prozent Wachstum für 2017, vor allem wegen starker Zahlen in der Schaden- und Unfallversicherung. Die Lebensversicherung werde mit minus 0,5 Prozent in diesem Jahr besser dastehen als 2016, als die Beiträge um 2,2 Prozent zurückgingen. GDV-Präsident Alexander Erdland erwartet trotz des Optimismus bei den Umsätzen eine weitere Reduzierung der Beschäftigtenzahlen. Der Verband ist mit der Politik im Großen und Ganzen zufrieden, hat aber eine Reihe von Detailforderungen.

Rieß: Evolution statt Revolution

Die Veränderungen in der Versicherungswirtschaft werden eher evolutionär als revolutionär ablaufen, erwartet Ergo-Chef Markus Rieß. Das heißt aber nicht, dass die technische Entwicklung keine Bedrohung für die Branche darstelle. Die Geschwindigkeit des Fortschritts sei eine enorme Herausforderung, sagte er auf dem SZ-Versicherungstag in Bergisch-Gladbach. Birgit König, Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherung, nahm einige der Digitalisierungsbemühungen der Assekuranz aufs Korn. Insbesondere Apps seien oft nutzlos.

Renaissance oder Revolution: Was brauchen wir?

 Meinung am Mittwoch  Die Bedürfnisse der Kunden ändern sich heute schneller als in früheren Jahren. Das macht auch eine Anpassung der Versicherungslösungen nötig. Die Versicherer sollten sich dabei aber nicht verzetteln. Die Kunden wollen vielleicht gar keine ausgeklügelten Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung oder Smart Home-Optionen in ihren Gebäudepolicen, sondern einfach nur eine vernünftige Absicherung der neuen Gefahren. Statt einer völligen Veränderung der Versicherungsprodukte benötigen wir eine Modernisierung der prozessualen Strukturen und einen anderen Umgang mit Mitarbeitern und Kunden.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner