Meinung am Mittwoch Dass mehr Frauen in den Vorstandsetagen der Versicherungsbranche nötig sind, ist inzwischen sicher allen bewusst. Doch auch im Vertrieb besteht Handlungsbedarf. Der Anteil an weiblichen Versicherungsvermittlern stagniert seit Jahren bei knapp zehn Prozent. Im angestellten Außendienst ist der Anteil zwar höher, liegt aber ebenfalls deutlich unter einem Viertel. Ein Kulturwandel ist dringend notwendig. Fünf Themen sollten dringend in Angriff genommen werden.
Archiv ‘Digitalisierung’
Lloyd’s braucht eine digitale Revolution
The Long View – Der Hintergrund Lloyd’s muss sich dringend digitalisieren. Das gilt zwar auch für deutsche Versicherer, die mit ähnlichen Problemen kämpfen, doch für den Londoner Versicherungsmarkt geht es ums Überleben. Bei weiteren Verzögerungen könnten Technologieanbieter Lloyd’s bald vor vollendete Tatsachen stellen. Der Digitalisierungsplan des Marktes Blueprint Two hat das Potenzial, die notwendige Revolution einzuleiten. Denn er setzt an der Wurzel des Übels an, den alten und schlechten Geschäftsprozessen.
Pandemiebedingte IT-Investitionen wirken lange nach
Exklusiv Schon im Jahr 2019 – also vor der Pandemie – sind die IT-Ausgaben der Versicherer überdurchschnittlich stark gestiegen. 2020 dürften sie nochmals höher ausgefallen sein und den Druck auf die Ergebnisse zusätzlich verschärfen, erwartet die Landesbank Baden-Württemberg. Mittelfristig könnten sich bei Versicherern mit Blick auf die krisenbedingte IT-Nutzung und deren Kosten sogenannte Hysterese-Effekte ausbilden. Das soll heißen: Noch lange nach dem Ende der Pandemie dürften die Corona-bedingt stark gestiegenen IT-Investitionen ihre Wirkung entfalten.
Hypoport: Insurtech-Investments nur für Partner
Exklusiv Mitten in der Krise verstärkt die Firmengruppe Hypoport ihre Investitionen in Insurtechs. Über die neue Website Hypoport.io können Insurtechs und Hypoport-Tochtergesellschaften künftig zueinander finden. Wer dem Unternehmen als ein geeigneter Partner erscheint, kann später auf Investitionen hoffen. So will Hypoport sich und die Gründer vor teuren Fehleinschätzungen schützen, erläutert Chief Investment & Partnership Officer Chris Heyer im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Jüngst hat er in das Schweizer Insurtech Helvengo investiert.
Debeka verkraftet die Pandemie sehr gut
Die Debeka-Gruppe ist auch im Corona-Jahr 2020 auf Wachstumskurs geblieben. Das Koblenzer Unternehmen konnte in allen Sparten stärker als der Markt zulegen. Das galt nicht nur für die Prämieneinnahmen, sondern auch für die Versicherungsleistungen und die Zahl der Mitarbeiter, sagte Vorstandschef Thomas Brahm. Profitiert hat die Debeka nach seinen Angaben nicht nur vom fortdauernden Interesse an einer guten Absicherung, sondern auch von der Verankerung des Versicherers im durch die Krise weniger beeinflussten Beamtentum.
Mahnke: „Kleinstaaterei“ in der Industrieversicherung
Der Wildwuchs von verschiedenen Plattformen der Makler und Versicherer erschwert den Unternehmen den Einkauf in der Industrieversicherung. Es sei ermüdend zu erleben, dass es nichts auf dem Markt gebe, was die Unternehmen tatsächlich brauchen, beklagte Alexander Mahnke, Siemens Versicherungschef und Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft, auf einer Fachkonferenz des IT-Anbieters Sum.cumo. Die Probleme existierten seit Jahren, aber die Kombination aus hartem Markt und der Corona-Pandemie zeige besonders deutlich, was alles nicht funktioniert.
Ford und Arity öffnen Telematik-Schnittstelle
In den USA haben der Autohersteller Ford und das Telematik-Startup Arity eine Telematik-Schnittstelle geschaffen, die Ford-Fahrern den Zugang zu Telematikangeboten erleichtern soll. Versicherer können sich mit den Unternehmen zusammentun, um einen von Arity errechneten Telematik-Wert zu nutzen. Ford gewährt also Arity Zugang zu den Fahrdaten, nicht aber den Versicherern. Der Hersteller schützt so die Daten seiner Fahrzeuge – die Versicherer müssen sich mit dem Score begnügen. Versicherer und Hersteller ringen seit Jahren um den Zugang zu den Fahrdaten.
Industrieversicherung: „Es geht uns noch zu gut“
E-Mails und Excel-Sheets statt Datenübertragung über einheitliche Schnittstellen. Die Digitalisierung in der Industrieversicherung ist noch nicht weit vorangeschritten. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, erwartet der Branchenkenner und künftige Aon-Manager Marcel Armon. Der Druck auf die Branche sei noch nicht groß genug, sagte er bei einer Industrieversicherungskonferenz des IT-Anbieters Sum.cumo. Noch könnten die Versicherer die Probleme lösen, indem sie einfach die Preise erhöhen, sagte er mit einem Seitenhieb auf die jüngste Erneuerungsrunde in der Industrieversicherung.
Assekuradeure schreiben den Versicherungs-Knigge
Meinung am Mittwoch Fair und partnerschaftlich dem Kunden gegenüber, gleichzeitig extrem serviceorientiert, schnell und durchgängig digital und damit kosteneffizient – all dies gibt es im Versicherungsbereich. Diese Eigenschaften sind aber weniger bei den Versicherern selbst zu finden. Stattdessen treten Assekuradeure hier als Vorbilder auf. Vor allem deutsche Industrieversicherer tun sich allerdings noch schwer, ihnen zu vertrauen und den „Underwriting Pen“ aus der Hand zu geben.
Krise steigert Nachfrage bei Kfz-Telematik
Die Pandemie verleiht der Nachfrage nach Telematik-Autoversicherungen neuen Schwung, zeigt eine Studie im Auftrag des Dienstleisters Cambridge Mobile Telematics (CMT), dem Telematik-Partner von HUK-Coburg und Axa. „Das Kundeninteresse an Telematik ist auf einem Höchststand“, heißt es in der Untersuchung. Die neuen Tarife stießen in der öffentlichen Wahrnehmung auf immer mehr Zustimmung. Vorurteile, die den Einzug der Telematik ins Versicherungsgeschäft zuvor erschwert hätten, verlieren zunehmend an Gewicht.
Neue Spieler im Rechtsschutzmarkt
Exklusiv Sogenannte Legal Techs mischen seit einiger Weile den Rechtsmarkt auf: Anwälte fürchten um ihr Geschäftsmodell, aber auch Rechtsschutzversicherer müssen sich mit den neuen Anbietern von Rechtsdienstleistungen auseinandersetzen. Denn diese haben Vorteile, von denen sich die traditionellen Versicherer etwas abschauen können – sie sind digital gut aufgestellt und schnell in der Bearbeitung. Kosten fallen nur an, wenn es tatsächlich ein Problem gibt. Immer mehr Rechtsschutzversicherer reagieren auf die neuen Anbieter.
Das Ticket zum zufriedenen Kunden
Exklusiv Mit dem Smartphone zu bezahlen oder am Flughafen-Gate einzuchecken, ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Die vorinstallierte Wallet- oder Google Pay-App auf dem mobilen Endgerät macht es möglich. Auch für Versicherer ist die Technologie interessant. Sie könnte das Verhältnis zum Kunden grundlegend verändern, glaubt das Berliner Start-up Miss Moneypenny Technologies. „Die Versicherungsbranche hat nach Vertragsabschluss üblicherweise nur Kontaktpunkte, die negativ aufgeladen sind“, konstatiert Mitgründerin Anna Bojić im Interview. Der Einsatz von digitalen Pässen soll das ändern.
Versemmelte Digitalisierung
Herbert Frommes Kolumne Vor 20 Jahren konnten sich die Versicherer gar nicht retten vor guten Empfehlungen von Beratern, die ihnen ein rasches Ende des Vertretervertriebs und die güldene Zukunft des Online-Vertriebs vorhersagten. Sie haben falsch gelegen. Doch daraus die Konsequenz zu ziehen, auf ewig am aktuellen System festzuhalten, wäre ein grober Fehler. Das Beispiel Allianz zeigt, wohin es führen kann, wenn man zu sehr auf die Vertreter setzt.












