Archiv ‘Digitalisierung’
Talanx: Nahles-Rente bringt echten Mehrwert
Die neue Nahles-Rente kommt ohne Arbeitgeberhaftung und fixe Garantien aus. Noch gibt es keine entsprechenden Tarifverträge, aber hinter den Kulissen finden bereits Gespräche statt. Fabian von Löbbecke, Chef von Talanx Pensionsmanagement und verantwortlich für die betriebliche Versorgung bei HDI, spricht im Interview mit dem Versicherungsmonitor über das Potenzial des neuen Modells, die Vorteile der Zusammenarbeit mit der Zurich und erklärt, warum der Kostendruck bei der Nahles-Rente hoch ist.
Die Übernahmewelle rollt
Herbert Frommes Kolumne Die Scor-Führung unter Denis Kessler hat das Übernahmeangebot des französischen Erstversicherers Covéa abgelehnt. Covéa wollte 8,3 Mrd. Euro zahlen, ein Aufschlag von 21 Prozent auf den Börsenkurs. Kessler hatte gute Gründe für seine Entscheidung. Aber es wird nicht das letzte Angebot für Scor sein. Ohnehin steht die Branche vor einer Welle von Übernahmen und Zusammenschlüssen. Der Deal zwischen Axa und XL war erst der Anfang. Zu den Gründen für die neu zu spürende Bewegung zählen ausgerechnet die steigenden Zinsen.
Lohrmanns Verunsicherung CCLXII
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Ernsthafte Krisenzeichen über Monte Carlo
Blockchain hat Potenzial, passt aber nicht für jeden
Entpuppt sich die Blockchain-Technologie als Hype, oder bringt das virtuelle Transaktionsregister tatsächlich einen echten Umbruch? Blockchain-Technologie kann helfen, die Prozesse schlanker zu gestalten und die Kosten zu senken, glaubt zumindest Markus Bassler, Head Energy Onshore und Special Risks bei Partner Re. Das sagte er während einer Veranstaltung auf dem GVNW-Symposium in München. Jens-Daniel Florian vom Makler Marsh Deutschland erwartet durch die Transparenz, die Blockchain schafft, positive Effekte bei der Sicherheit.
Die Kritik der Industrie und die Antwort der Versicherer
Alexander Mahnke wird immer mehr zum Freund der klaren Aussprache. Beim Industrieversicherungskongress des Gesamtverbandes der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) fand der GVNW-Vorsitzende und Versicherungschef bei Siemens deutliche Worte, mit denen er die Assekuranz kritisierte. Preiserhöhungen, Digitalisierung und andere Themen standen auf seiner Liste. Der Versicherungsmonitor befragte Vorstandsmitglieder zweier großer Industrieversicherer, was sie von der Mahnke-Kritik halten. Es antworteten Andreas Berger von der Allianz Global Corporate & Specialty und Stefan Sigulla von der Talanx-Tochter HDI Global.
Weniger Kfz-Schäden durch Telematik in Italien
Telematik-Tarife sind in Italien viel stärker verbreitet als in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Rund 7,1 Millionen Fahrzeuge sind hier mit einer Black Box ausgestattet. Das sind 20 Prozent des Gesamtmarktes. Die Überwachung durch den Versicherer trägt offenbar Früchte: Die Schadenhäufigkeit ist drastisch zurückgegangen, vor allem bei jungen Männern und in der Region Neapel. Das berichtete Stefano Lasso vom Rückversicherer Scor Italia auf der K-Tagung in Köln. Hilfreich für die Verbreitung der fahrstilbasierten Kfz-Policen ist sicher auch die Regelung, nach der italienische Versicherer mindestens einen Telematik-Tarif im Angebot haben müssen.
Versicherer müssen sich mit E-Mobilität beschäftigen
Die Versicherungsbranche muss ihr gesamtes Geschäftsmodell neu erfinden, wenn sie im Zeitalter der Digitalisierung zukunftsfähig bleiben will. Das sagten Experten auf der Fachkonferenz K-Tagung in Köln. In der Kfz-Versicherung könnte das die Konzentration auf die Versicherung der Elektromobilität (E-Mobilität) sein, sagte Allianz-Vorstand Jörg Hipp. Große Sorgen macht ihm die immer stärkere Durchdringung der Branche durch große Tech-Firmen wie Amazon oder Apple. Sie hätten das Potenzial, die Branche überflüssig zu machen.
Insurtech Hub Munich fördert Industrie 4.0
Die Insurtech-Hubs in München und Köln werden größer und wappnen sich für die Zukunft. Während das Insurlab Germany in Köln neue Mitglieder gewinnen konnte, will der Münchener Hub seine Start-ups für die Industrie 4.0 fit machen. Die Plattform kooperiert dazu künftig mit dem Labs Network Industrie 4.0, einer Austausch- und Testplattform, der einige Branchengrößen aus der Industrie angehören.
Munich Re übernimmt Start-up Relayr
Die Munich Re kauft über ihre US-Tochter Hartford Steam Boiler das Technologieunternehmen Relayr, einen Spezialisten für den Bereich „Internet der Dinge“. Die Münchener, die seit 2016 schon 15 Prozent an der mit 300 Mio. Dollar bewerteten US-Gesellschaft halten, haben für die übrigen Anteile rund 255 Mio. Dollar bezahlt. Relayr bietet Firmen Beratungen und Lösungen für die digitale Transformation von Produktionsprozessen und seit 2016 auch Versicherungsprodukte von Hartford Steam Boiler an.
Verivox kauft Makler-App von Getsafe
Das Insurtech Getsafe verkauft sein gesamtes Maklergeschäft an das Verbraucherportal Verivox. Das Heidelberger Start-up trennt sich von seiner Versicherungsmanager-App, die es vor rund drei Jahren auf den Markt gebracht hatte. Getsafe vertreibt mittlerweile auch eigene Policen und will sich auf das neue Geschäftsmodell konzentrieren. Für Verivox ist der Zukauf ein gelungener Schachzug, um seinen Online-Versicherungsvergleich attraktiver zu machen. Verivox-Kunden können künftig über die Getsafe-App Verträge abschließen.
Ottonova gibt Alterungsrückstellungen komplett mit
Der digitale Krankenversicherer Ottonova will junge, bislang gesetzlich versicherte Kunden gewinnen und hat dafür eine sogenannte Zufriedenheits-Garantie aufgelegt. Darunter versteht das Insurtech, dass es Kunden zum Ablauf einer Mindestfrist die gesamten Alterungsrückstellungen mitgeben will, wenn diese mit der Leistung von Ottonova nicht zufrieden sind und kündigen. Die Regelung gilt ab sofort und kann auch von Bestandskunden in Anspruch genommen werden. Die von der klassischen Konkurrenz ausgeübte Praxis, die Alterungsrückstellungen beim Anbieterwechsel nur zum Teil mitzugeben, findet Ottonova-Chef Roman Rittweger verstaubt. Allerdings kann Ottonova als junger Versicherer mit wenigen Kunden sich diese Politik eher erlauben als etablierte Anbieter.
Big Data und die Lebenswirklichkeit
Legal Eye – Die Rechtskolumne Die Finanzaufsicht BaFin malt in ihrem aktuellen Zukunftsbericht das Bild einer schönen neuen Welt, in der Big Data und künstliche Intelligenz der Assekuranz riesige Chancen eröffnen. Solche Träume dürften aber schnell an der Realität scheitern. So verlangt der deutsche Gesetzgeber in der nationalen Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie IDD sogar die Papierform für vorvertragliche Ratschläge, was den Digitalisierungsbemühungen der Versicherer schnell einen Strich durch die Rechnung machen kann.











