Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Rückblick auf das Weltrückversicherungstreffen in Monte Carlo, Jahressymposium des Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler, Allianz-Autotag und Verkehrsgerichtstag in Goslar
Archiv ‘Kfz-Versicherung’
Verdopplung der Schaden- und Unfallprämien bis 2040
Die Prämieneinnahmen in der weltweiten Schaden- und Unfallversicherung werden sich in den kommenden 20 Jahren auf 4,3 Billionen Dollar verdoppeln. Davon geht der Rückversicherer Swiss Re in seiner aktuellen Sigma-Studie aus. Allerdings wird der Businessmix 2040 anders aussehen als heute: Das Geschäft der Schaden- und Unfallversicherer wird riskanter und volatiler, die zu versichernden Gefahren komplexer. Welche Sparten verlieren und welche gewinnen werden.
Angriffslustige Coburger
Herbert Frommes Kolumne Die HUK24 sieht sich als natürlichen Gewinner des Konkurrenzkampfes in der Kfz-Direktversicherung, wenn man Äußerungen ihres Vorstands Uwe Stuhldreier bei einer Fachkonferenz glauben darf. Er erwartet einen Trend hin zur Stärkung des größten Anbieters, wie in anderen digitalen Märkten. Starke Worte, und auch wohl berechtigt. Was aber auch wahr ist: Die HUK-Coburg muss sich langfristig Sorgen machen um ihren Kernmarkt. Stuhldreiers Äußerungen zeigen, dass Vorwärtsverteidigung nicht aus der Mode gekommen ist.
HUK24: Wir gewinnen, ihr verliert
Das Wachstum in der Kfz-Direktversicherung wird sich zunehmend auf den führenden Anbieter konzentrieren – die HUK24. Damit rechnet zumindest Uwe Stuhldreier, Marketing- und Vertriebsvorstand des HUK-Direktversicherers. Das „The Winner takes it all-Prinzip“ – ein Anbieter verzeichnet immer stärkeres Wachstum, während die anderen abgehängt werden – sei in vielen digitalen Märkten zu beobachten, sagte er bei einer Kfz-Fachkonferenz. Großen Einfluss auf die Profitabilität und damit die Preisführerschaft sehen die Direktversicherer in dem Verzicht auf die Kooperation mit Vergleichsportalen wie Check24. Auch Cosmos Direkt hat diesen Schritt nicht bereut.
Keine Angst vor GAFA und Insurtechs
Angesichts möglicher Konkurrenz durch große Technik-Konzerne wie Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) sowie Insurtechs sollten Versicherer nicht in Panik verfallen. Davon zeigte sich Jürgen Cramer, Vorstand der Sparkassen Direktversicherung, auf der K-Tagung von Scor und Meyerthole Siems Kohlruss überzeugt. Den Tech-Konzernen attestierte er nur geringe Ambitionen im Markt, den Insurtechs mangelnden Erfolg. Mit den viel diskutierten Ökosystemen rund um Themen wie Mobilität, Smart Home und Gesundheit tun sich aber auch die Versicherer schwer.
Gen Re: 2021 wird für Kfz-Versicherer fast wie 2020
Obwohl die Kfz-Versicherer ähnlich wie die Anbieter in der Gebäude- und Hausratversicherung in diesem Jahr eine überdurchschnittlich hohe Elementarschadenbelastung schultern müssen, dürften die Gesellschaften 2021 erneut mit deutlichen Gewinnen abschließen. „Corona ist für die Kfz-Versicherung kein Problem, sondern ein außergewöhnlicher Ertragsbringer“, sagte Marco Morawetz, Head of Consulting beim Rückversicherer Gen Re, auf einer Kfz-Fachveranstaltung. Grund sind vor allem die immer noch geringe Schadenbelastung in der Sparte und das Ausbleiben eines Preiskampfes.
Die elektrische Herausforderung
Herbert Frommes Kolumne Das E-Auto kommt – und es bringt große Herausforderungen für die Versicherer. Sie stehen vor der Notwendigkeit, mit den Daten umzugehen, die Fahrzeuge in immer größerem Umfang erzeugen. Beides bietet gleichzeitig große Chancen für Anbieter, die sich rechtzeitig auf den neuen Megatrend vorbereiten. Wichtig wird die Versicherung der Batterien. Ein gutes, technisch fortschrittliches Werkstattnetz und die Nutzung von Telematik werden entscheidend sein. Die Kfz-Versicherung ist im Umbruch.
Bäte: AGCS arbeitet auf Bewährung
Der Allianz-Konzern will innerhalb der nächsten zwei Jahre herausfinden, ob die Industrieversicherung profitabel betrieben werden kann. Das sagt Konzernchef Oliver Bäte im zweiten Teil des Interviews mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Auf die Frage, ob der Konzern die Industrieversicherung irgendwann wieder aufgeben wolle, antwortet Bäte: „Das weiß ich nicht, ich kann ja nicht sagen, was wir irgendwann mal machen.“ Allerdings werde die Allianz das Geschäft künftig nicht mehr quersubventionieren. Bäte nimmt auch ausführlich zur Entwicklung der Allianz Direct Stellung.
Allianz: Wer nicht groß genug ist, muss sich zerlegen
Die Allianz will unbedingt weiter wachsen, auch durch Übernahmen. Das sagt Konzernchef Oliver Bäte im ersten Teil des Interviews mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Denn im Zeitalter der Digitalisierung sei die Größe tatsächlich relevant, sagt er – anders als vor 20 Jahren. Der Allianz-Chef nahm auch zur Betriebsschließungsversicherung und zur finanzpolitischen Lage Stellung. Eine überraschende Forderung: Bäte ist für eine höhere Erbschaftssteuer, aber gegen eine Vermögenssteuer.
Unwetter kosten Versicherer 2,5 Mrd. Euro
Zerbeulte Autos, beschädigte Dächer und vollgelaufene Keller: Die Unwetterschäden der vergangenen zehn Tage in Deutschland, Österreich und der Schweiz kosten die Versicherer nach einer aktuellen Schätzung über 2,5 Mrd. Euro. Sie fallen damit deutlich höher aus als ursprünglich erwartet. Das ist allerdings die Regel nach Naturkatastrophen, schließlich ist es kurz nach einem solchen Ereignis für die betroffenen Gesellschaften schwer, das genaue Ausmaß abzuschätzen. Die Beratungsgesellschaft MSK sieht bei der aktuellen Gewitterserie auch den Klimawandel am Werk.
Friday startet in Frankreich
Der Digitalversicherer Friday ist ab sofort auf dem französischen Markt aktiv. Die Muttergesellschaft, der Schweizer Versicherer Baloise, hatte den Schritt im März dieses Jahres angekündigt. Erstes Produkt ist eine Multi-Risk-Hausratpolice, die Kunden online abschließen können. Baloise prüft, ob Drittinvestoren bei der Frankreich-Tochter einsteigen sollen. In Deutschland ist das stark wachsende Unternehmen vor allem in der Kfz-Sparte und daneben in der Hausratversicherung aktiv.
Ford nutzt Datenmacht für Versicherung
Der Automobilhersteller Ford bietet in Kooperation mit dem britischen Pay-per-Mile-Versicherer By Miles künftig eine kilometerbasierte Police an. Kunden aus Großbritannien sollen schon bald sparen können, wenn sie weniger Auto fahren. Ansprechen will Ford damit etwa Pendler, die wegen der Pandemie aus dem Homeoffice arbeiten und nun deutlich kürzere Strecken zurücklegen. Ford ist mit der Idee nicht allein, immer mehr Autobauer wagen sich in das Geschäft mit Fahrzeugdaten vor und sorgen so für große Unruhe bei vielen Versicherern. Tesla kooperiert bereits seit 2019 mit By Miles.
EU-Richtlinie stärkt Rechte von Kfz-Kunden
Die Europäische Union will die Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie bis Jahresende reformieren. Das soll Verbesserungen für Kfz-Versicherte bringen. Sie sollen in allen Mitgliedsländern besser geschützt sein, wenn ihr Versicherer pleitegeht, und sollen ihren Schadenfreiheitsrabatt auch beim Umzug in ein anderes EU-Land mitnehmen können. Die Auswirkungen auf bisherige deutsche Regelungen halten sich durch die Reform wohl in Grenzen.











