Stefanie Schlick, Chefin der Sparkassenversicherung Sachsen, und Axa-Deutschlandchef Thilo Schumacher fanden beim SZ-Versicherungstag Anfang Februar deutliche Worte zur Lage der Branche. GDV-Präsident Norbert Rollinger dagegen glaubt, dass eigentlich alles in Ordnung ist. In der Branche hat endlich die längst überfällige Diskussion begonnen, schreibt Herbert Fromme.
Archiv ‘KI’
Investitionen in Insurtechs steigen weiter
Mit den weltweiten Investitionen in Insurtechs geht es den Aufzeichnungen des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re zufolge weiter aufwärts: Im vierten Quartal 2025 haben Start-ups im Versicherungsbereich 1,68 Mrd. Dollar (1,41 Mrd. Euro) von Investoren erhalten, das ist der höchste Wert seit dem dritten Quartal 2022. Besonders im Fokus standen im vergangenen Quartal – ebenso wie im Gesamtjahr – Jungunternehmen im Schaden- und Unfallbereich sowie Firmen mit einem Fokus auf künstlicher Intelligenz.
KI-Risiken neu bewerten: Was das künftige Produkthaftungsgesetz für Versicherer bedeutet
Die neue Produkthaftungsrichtlinie und ihre künftige Umsetzung in einem überarbeiteten deutschen Produkthaftungsgesetz werden die Anforderungen für den rechtssicheren Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Versicherungsbranche grundlegend verschärfen. Zudem gilt es, die neuen Anforderungen der KI-Verordnung umzusetzen. Für Versicherer kommt es jetzt darauf an, sich wertvollen Compliance-Vorsprung zu sichern und ihre Position im Wettbewerb um seriöse und vertrauenswürdige KI-Produkte zu stärken, schreiben Benedikt Kohn und Christian Zander von der Kanzlei Taylor Wessing.
Der Mythos vom Ende der Bestandssysteme
Künstliche Intelligenz (KI) wird die Versicherungsbranche radikal verändern – doch Bestandsverwaltungssysteme bleiben das stabile Fundament. Agenten übernehmen Kommunikation und Prozesse, aber Kernlogik, Tarifierung und Regulierung bleiben deterministisch. Wer glaubt, KI wird alte Systeme einfach ablösen, irrt, schreibt Andrea van Aubel, Aufsichtsrätin des Softwareherstellers MSG Nexinsure AG. Agenten können nur dann echten Nutzen erzeugen, wenn sie auf moderne, API‑fähige Kernsysteme treffen.
ChatGPT greift Software-Spezialisten an
Der KI-Konzern Open AI, bekannt durch seinen Chatbot ChatGPT, hat die neue Plattform Frontier auf den Markt gebracht. Sie richtet sich an Unternehmen, auch an Versicherer. Experten sehen darin einen direkten Angriff auf Software-Hersteller wie SAP. Die US-Gesellschaft State Farm gehört zu den ersten Kunden. Unabhängig davon hat der spanische Assekuradeur Tuio ein Werkzeug vorgestellt, mit dem Kunden direkt auf ChatGPT Angebote für ihre Hausratversicherung einholen können.
Von Konsolidierung im großen Stil noch weit entfernt
Um 26 Prozent ist die Zahl der Lebensversicherer in Deutschland zwischen 2004 und 2024 zurückgegangen. Von einer Konsolidierung im großen Stil, die man dahinter vermuten würde, könne allerdings keine Rede sein, sagte Matthias Wolf, Professor an der TH Köln, auf dem SZ-Versicherungstag. Seiner Ansicht nach wird künstliche Intelligenz in der Branche neben der zunehmenden Regulierung aber für Konsolidierung sorgen – auf die eine oder andere Art und Weise.
Schildknecht: Zurich Deutschland steht vor KI-Durchbruch
Die Zurich Deutschland kommt bei der künstlichen Intelligenz (KI) laut Vorstandschef Carsten Schildknecht im zweiten Quartal einen entscheidenden Schritt weiter: In der Schadenbearbeitung, in der KI bislang in isolierten Anwendungsfällen arbeitet, sollen KI-Agenten ganze Prozesse „end to end“ abwickeln, kündigte er beim SZ-Versicherungstag an. Versicherer, die KI als neues Betriebssystem begreifen, können sich schon in wenigen Jahren bei Prämienwachstum, Effizienz und Kundenzufriedenheit vom Markt absetzen, ist er sich sicher.
Warum die Software-Krise die Versicherer beunruhigen sollte
Viele Versicherer stecken mitten in milliardenschweren IT-Modernisierungen. Sie setzen auf etablierte Softwareanbieter, die Kernsysteme, Schadenbearbeitung, Bestandsführung und Datenanalyse liefern. Ausgerechnet diese Anbieter geraten derzeit an den Börsen unter Druck. Die Kurse wichtiger Softwarefirmen sind deutlich gefallen, nicht nur die von Versicherungsspezialisten. Investoren bezweifeln zunehmend, ob ihre Geschäftsmodelle im Zeitalter der künstlichen Intelligenz dauerhaft sind, schreibt Herbert Fromme.
Warum 2026 der KI‑Durchbruch gelingt
2026 ist mehr als der nächste Hype-Zyklus und als ein weiteres KI-Jahr mit ein paar zusätzlichen Chatbots. Es wird das Jahr, in dem KI in der Versicherungsbranche von der netten Marketing-Folie oder dem kleinen Piloten zur festen Infrastruktur wird, schreibt Simon Moser, Mitgründer und CEO des KI-Spezialisten Muffintech.
Wenn Zuhören zum Wettbewerbsvorteil wird
Zu oft bedeutete Digitalisierung bislang im Kundenservice Standardisierung – und damit eher schlechtere statt besserer Servicequalität. Doch die Zukunft des Kundenservice liegt nicht darin, schneller zu sprechen, sondern besser zuzuhören. Voice AI, eine künstliche Intelligenz, die Menschen versteht und mit ihnen kommuniziert, kann genau das ermöglichen, wenn wir sie als Werkzeug für Verständlichkeit, Nähe und Relevanz begreifen, schreibt Sylvia Eichelberg, Chief Operating Officer der Barmenia Gothaer.
Jetzt gibt’s was auf die Ohren
Nach dem großen Erfolg von „Wie riecht Versicherung?“ jetzt ein weiterer Teil der Serie „Versicherung mit allen Sinnen erleben“: „Wie klingt Versicherung?“ In der Hauptrolle: Barmenia Gothaer und ihre neue „Sound Brand". Aufbruch, Leidenschaft, Stärke, Menschlichkeit, Wärme, Haltung und Verlässlichkeit – all das komprimiert in vier Sekunden.
Ist das Insurtech-Glas halbvoll oder halbleer?
Die Investitionen in Insurtechs gehen zurück. Das stellt der Wagniskapitalgeber Astorya in einem aktuellen Bericht fest – und schließt daran die Frage an, ob das ein eher schlechtes oder nicht doch sogar eher gutes Zeichen ist. Der abflachende Trend zeigt nämlich auch, dass der Markt gereift ist. Und doch gibt es immer neue Möglichkeiten für Neugründungen in der Versicherungswirtschaft.
Marsh-Managerin Radoncic: „Der Makler wird noch stärker Risikoberater sein“
Mirela Radoncic ist seit 16 Jahren in der Versicherungsbranche – eher zufällig, aber mit klarem Ziel: Verantwortung zu übernehmen und gestalten zu können. Heute ist sie Geschäftsführerin von Marsh Risk Deutschland und Leiterin des Konzernkundengeschäfts. Im Interview spricht sie über Karrierewege, Frauenförderung, das Netzwerk „Women at Marsh“, den Einfluss von Konzernstrukturen, die Maklerkonsolidierung und die wachsende Bedeutung von Risikoberatung. Außerdem erklärt sie, wie künstliche Intelligenz den Markt verändert.












