Archiv ‘Klimawandel’

Klima-Klage gegen RWE geht in entscheidende Phase

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Erstmals hat ein deutsches Gericht festgestellt, dass ein privates Unternehmen mit sehr großen Emissionen prinzipiell für den Schutz von Betroffenen vor mitverursachten Klimarisiken zur Verantwortung gezogen werden kann – gemäß seinem Anteil an der Verursachung. Dies, so das Gericht, gelte angesichts der weltweiten Wirkung der freigesetzten Treibhausgase auch für Schäden in der „globalen Nachbarschaft“, in diesem Fall in Peru. Dort fand kürzlich eine bemerkenswerte Beweisaufnahme durch deutsche Richter statt, die auch für Haftpflichtversicherer höchst interessant sein dürfte.

Kohleversicherer: Die letzten ihrer Art

Betreiber von Kohlekraftwerken stehen zunehmend vor dem Problem, ihre Anlagen nicht mehr versichern zu können. Denn die großen Versicherungsgesellschaften haben neue Klimastrategien entwickelt und ziehen sich nach und nach aus der Deckung fossiler Brennstoffe zurück. In die Lücke springen kleinere, unerfahrene Anbieter oder Nischenversicherer. Ein aktueller Bericht von Klimaaktivisten zeigt am Beispiel des koreanischen Energieanbieters Kepco und dessen Versicherungsverträgen für Kohlekraftwerke, welche Versicherer nach wie vor bereit sind, solche Projekte zu versichern – und nennt Namen.

Asmussen: „Das Gutachten setzt sehr enge Grenzen“

 Exklusiv  Die Länder haben den Bund gebeten, eine Pflichtversicherung für Gebäudebesitzer gegen Elementarschäden zu prüfen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ist gegen eine Pflichtlösung. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Jörg Asmussen spricht im Interview mit dem Versicherungsmonitor über die Grenzen einer Pflichtdeckung und wirbt für den GDV-Vorschlag einer Opt-out-Lösung. Der sei zielführender, um eine flächendeckende Abdeckung zu erreichen.

Munich Re vermarktet CO2-Zertifikate

Zusammen mit dem Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnikunternehmen Vaillant Group will die Munich Re in Costa Rica rund 1.000 Hektar mit neuen Bäumen bepflanzen. So wollen die beiden Unternehmen ihre CO2-Bilanz verbessern. Vermittelt wurde das Projekt über die neu gegründete Munich Re-Tochter Tree Trust. Mit ihr will der Rückversicherer in den Handel mit CO2-Zertifikaten einsteigen.

BdV: Pflichtversicherung nicht weiter verzögern

Am Mittwoch und Donnerstag treffen sich die Justizminister der Bundesländer zu ihrer Frühjahrskonferenz, auf der es auch um die Frage einer möglichen Pflichtversicherung gegen Elementarschäden gehen soll. Der Bund der Versicherten (BdV) spricht sich dringend für eine solche Pflichtdeckung aus. Sein Vorschlag sieht die Einrichtung eines Pools auf Länderebene vor, der über einen Zuschlag zur Grundsteuer finanziert werden soll. Das von der Versicherungsbranche favorisierte Opt-out-Modell hält er für nicht ausreichend.

Klimawandel: Milliarden-Verluste drohen

Nach Ansicht von Sam Woods, Chef der britischen Finanzaufsicht PRA, müssen Versicherer und Banken jetzt Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel ergreifen. Ansonsten drohen ihnen milliardenschwere klimabezogene Verluste, warnte er mit Verweis auf die Ergebnisse des jüngsten Klima-Stresstests der Bank of England. Versicherer und Banken müssten demnach im schlimmsten Fall Verluste von umgerechnet fast 400 Mrd. Euro fürchten.

Allianz: Weltweite Prämieneinnahmen steigen wieder

Die Prämieneinnahmen der Versicherer weltweit sind laut dem Allianz Global Insurance Report im Jahr 2021 nach einem Rückgang im Vorjahr um 5,1 Prozent auf 4,2 Billionen Euro gestiegen. Für das laufende Jahr prognostiziert die Allianz ein globales Prämienwachstum von 4,8 Prozent, allerdings bei einer Inflation von 6,2 Prozent. Der Ukraine-Krieg dämpft den Anstieg um einen Prozentpunkt. Der deutsche Markt wird auch in den kommenden Jahren dem Rest Europas in puncto Prämienwachstum hinterherhinken, erwartet die Allianz.

Gothaer misst CO2-Fußabdruck von Kunden

Um den Klimawandel zu stoppen – oder zumindest zu verlangsamen – müssen alle an einem Strang ziehen. Das ist ein Grund, warum die Gothaer ihren Mittelstandskunden dabei helfen will, ihre CO2-Bilanz zu verbessern. Dafür kooperiert der Versicherer mit dem Start-up Cozero aus Berlin. 500 Geschäftskunden der Gothaer können mithilfe der Software von Cozero ihren CO2-Fußabdruck berechnen lassen und sich Tipps zur Verbesserung holen. Die Initiative hat auch direkte Vorteile für die Gothaer.

Nachhaltigkeit: Vermittler teils „gar nicht“ informiert

Viele Vermittler fühlen sich mangelhaft informiert, was die ab Anfang August greifende Pflicht zur Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz bei Versicherungsanlageprodukten betrifft. Das zeigt eine Befragung durch den Vermittlerverband BVK und die Initiative GSN. 24 Prozent sagten, dass sie „gar nicht“ über den Inhalt der anstehenden Regulatorik informiert seien. Hintergrund ist, dass die einschlägige Änderung der Vertriebsrichtlinie IDD die neue Pflicht nicht konkretisiert, sagte Timo Biskop von GSN.

Nachhaltigkeit: Regulatorischer Druck wächst

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Das Thema Nachhaltigkeit wird die Versicherungsbranche so schnell nicht loslassen. Ab August 2022 müssen Versicherer und Vermittler die individuellen Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden ermitteln und ihre Anlageberatung daran ausrichten. Versicherer werden weitere Anstrengungen unternehmen müssen, diesen neuen regulatorischen Anforderungen zu genügen. Einige Fragen sind dabei noch ungeklärt, etwa ob die Neuregelung auch eine Pflicht zur Befragung der Bestandskunden umfasst.

Wie Rückversicherer relevant bleiben können

Die Rückversicherer sollten beim Thema ESG und beim Kampf gegen die Folgen des Klimawandels eine führende Rolle übernehmen und die Realwirtschaft beim Umbau hin zu Klimaneutralität unterstützen. Davon zeigt sich Philip Schoyerer, Client Management Executive Deutschland bei der Munich Re, überzeugt. Das sei auch im Wettbewerb mit den Tech-Giganten um Arbeitskräfte entscheidend. „Wir müssen den Talenten aus IT, Mathematik und Ingenieurswissenschaften beweisen, dass sie in der Rückversicherung ihren Beitrag leisten können und einen Hebel haben zur Verhinderung der Klimakrise“, sagte er beim Reinsurance Dinner der Süddeutschen Zeitung.

GDV: Nur wenn das Risiko stimmt

Bei der Überarbeitung der Solvency II-Aufsichtsregeln geht es auch um die Kalibrierung von Naturkatastrophenrisiken sowie um den Umgang mit nachhaltigen Investitionen. Die europäische Kommission hat der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa entsprechende Prüfaufträge erteilt. Der Versichererverband GDV ist gegen eine willkürliche Besserstellung grüner Investments, ohne dass sie mit einem geringeren Risiko begründet werden kann.

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