Herbert Frommes Kolumne Gesellschaft und Wirtschaft beginnen gerade erst zu begreifen, welche Folgen die künstliche Intelligenz (KI) für den Alltag haben wird. Doch schon jetzt ist klar, dass die KI weitreichende Konsequenzen für Versicherer und andere Finanzdienstleister hat, und zwar nicht nur schöne. Cyberkriminelle haben leicht die Oberhand, wenn sie mithilfe der KI Unternehmen angreifen. Das spielt eine Rolle sowohl für das Risiko der Versicherer, Opfer eines Angriffs zu werden, als auch für die Cyberversicherung.
Archiv ‘künstliche Intelligenz’
Ottonova will rasant wachsen
Exklusiv Der junge Krankenversicherer Ottonova legt bei den Prämieneinnahmen und der Zahl der Versicherten zurzeit kräftig zu. Unternehmenschef Bernhard Brühl will schon bald bei den Schwergewichten mitmischen. In den nächsten zehn bis 15 Jahren will er die Marke von 1 Mrd. Euro an Prämieneinnahmen knacken, sagt Brühl im Interview. In Nischen wie der Krankenversicherung für Studierende und Expats sieht der Ottonova-Chef noch viel Potenzial.
Versicherer weltweit profitieren von Demografie
Versicherer weltweit sehen in der demografischen Entwicklung vor allem Chancen für die Kapitalanlage und das operative Geschäft. Das zeigt eine Studie des Vermögensverwalters Blackrock. Andere Megatrends wie künstliche Intelligenz beurteilen die 410 Unternehmen dagegen skeptischer. Und: Mehr als zwei Drittel der Anbieter sehen in regulatorischen Veränderungen das größte Makro-Risiko, erst dahinter folgen geopolitische Spannungen.
Hauptrisiken Klimawandel, Instabilität und Cyber
Sowohl aus der Sicht von Experten als auch der Bevölkerung wird die Bedrohung der Gesellschaft durch vielfältige Risiken und Krisen immer größer. Nach einer aktuellen Erhebung im Auftrag der Axa bleibt der Klimawandel dabei das am stärksten wahrgenommene Risiko, auch die Cybersicherheit und geopolitische Instabilität spielen eine wichtige Rolle. Eine große Mehrheit sieht die Versicherer in der Verantwortung, die Bevölkerung vor bekannten und neuen Risiken zu schützen.
Wie mehr KI im Schadenmanagement gelingt
Der vermehrte Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) kann das Schadenmanagement der Versicherer effizienter machen und die Kundenzufriedenheit steigern. Welche Herausforderungen es auf dem Weg dorthin gibt, zeigt ein Whitepaper des Schweizer Automatisierungs-Dienstleisters SPS. Es empfiehlt eine klare Strategie, ein effizientes Management des Dateninputs, die regelmäßige Überprüfung der eingesetzten KI-Modelle sowie Kooperationen.
KI: Langfristiges Potenzial wird unterschätzt
Das Potenzial von künstlicher Intelligenz (KI) wird kurzfristig überschätzt, langfristig aber unterschätzt, sagte Torsten Oletzky, Professor an der Technischen Hochschule Köln, bei einer Online-Konferenz der Vereinigung der Versicherungs-Betriebswirte. KI könne in einer Vielzahl von Bereichen eingesetzt werden. Oletzky warnte davor, die Einsatzmöglichkeiten von generativer KI überzubewerten, sie sei nicht für jedes Unternehmen geeignet. Dort, wo KI Schaden anrichten kann, müsse sie von Menschen überprüft werden.
Wir schaffen es nur gemeinsam!
Meinung am Mittwoch PFAS, Naturgefahren, Energiewende, Cyberattacken: In meinem Jahr als Kolumnist standen Herausforderungen im Mittelpunkt, die unsere Kunden besonders beschäftigen. Die damit verbundenen neuen Risiken haben bei aller Unterschiedlichkeit eines gemeinsam: Sie können nur dann richtig eingeschätzt und bewältigt werden, wenn Industrieversicherer und Unternehmen konstruktiv zusammenarbeiten. Erste positive Impulse wie die erfolgreichen Risikodialoge zum PFAS-Ausschluss und das Projekt RD-X, eine Plattform für den digitalen Austausch von Risikodaten, geben Anlass zur Hoffnung – aber es bleibt noch viel zu tun.
KI-Bot Kim bearbeitet Leitungswasserschäden
Die großen Rückstände in der Schadenbearbeitung der Kfz-Versicherer haben in den vergangenen Monaten Schlagzeilen gemacht. Auch Wohngebäudeversicherer kennen das Problem, weiß Uwe Schumacher, Chef des auf die Sparte spezialisierten Assekuradeurs Domcura. Das Unternehmen hat deshalb die Kundenkommunikation und große Teile der Schadenbearbeitung für Leitungswasserschäden mittels künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert, sagte Schumacher auf der KI-Tagung in Köln. Der Versicherer HUK-Coburg stellte ebenfalls ehrgeizige Pläne vor.
Transportversicherer vor Herausforderungen
Der Klimawandel und die Folgen wie Katastrophenschäden gehören zu den zentralen Herausforderungen, die Transportversicherer in der Zukunft meistern müssen. Darin waren sich die meisten Teilnehmer einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion auf der internationalen Transportversicherer-Tagung des Verbands IUMI in Berlin einig. Auch zunehmender Protektionismus und die Nachwuchsgewinnung waren ein Thema.
„KI ist kein Einzelsport“
Die Versicherungswirtschaft testet derzeit künstliche Intelligenz (KI) in verschiedenen Geschäftsbereichen. Doch die Technologie allein ist keine verlässliche Lösung, waren sich die Experten auf einer Fachtagung sicher. Die Fachbereiche müssten tief in die Prozesse eingebunden werden, damit KI langfristig erfolgreich in Unternehmen eingesetzt werden kann, sagte Michael Zimmer, Chief Data & AI Officer beim Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische AG. Die Risiken von KI seien dabei nicht zu unterschätzen.
Flottenversicherer wissen zu wenig über die Fahrer
In der Kfz-Flottenversicherung läuft es derzeit nicht rund. Wegen der hohen Schäden müssen die meisten Versicherer in diesem Jahr wieder ordentlich draufzahlen. Das liegt unter anderem daran, dass die Gesellschaften sehr wenig Informationen über diejenigen haben, die die Schäden verursachen – die Fahrerinnen und Fahrer. Davon zeigten sich Experten auf der diesjährigen K-Tagung der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss überzeugt. Nur wer wisse, warum ein Fahrer einen Schaden verursacht habe, könne Gegenmaßnahmen ergreifen.
Munich Re: Wunsch nach Kontinuität
Exklusiv Der Rückversicherer Munich Re glaubt nicht, dass sich in der Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel viel an den Rückversicherungsprogrammen und -panels verändern wird. Nach turbulenten Zeiten hätten die Kunden einen starken Wunsch nach Kontinuität, berichtet Vorstand Thomas Blunck im Interview mit dem Versicherungsmonitor – auch wenn einige gern wieder mehr Frequenzschäden rückversichern wollen. Außerdem spricht er über die Gefahren des US-Haftpflichtgeschäfts, die Risiken der künstlichen Intelligenz und die Chancen der Digitalisierung.
Cyber: Bedarf steigt, Interesse sinkt
Die Besorgnis über Cyber-Risiken in Unternehmen nimmt ab. In Deutschland ist ein Großteil der Führungskräfte der Meinung, dass ihre bestehenden Schutzmaßnahmen ausreichen, um einen Cyber-Angriff abzuwehren. Das ergab eine Umfrage unter 3.500 Führungskräften, die das Marktforschungsunternehmen Opinion Matters im Auftrag des Spezialversicherers Beazley durchgeführt hat. Nach Ansicht von Beazley unterschätzen Unternehmen die sich rasch entwickelnde Technologie und die damit verbundenen Gefahren.
Wie fair kann (und sollte) künstliche Intelligenz sein?
Digitaler Dienstag Vor einigen Wochen lautete eine Schlagzeile im Versicherungsmonitor: „BaFin warnt vor Unfairness künstlicher Intelligenz“. Hintergrund war ein Fachartikel, den die BaFin anlässlich des Inkrafttretens der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen (kurz: AI-Act) am 1. August veröffentlicht hatte. Die BaFin sah vor dem Hintergrund von Diskriminierungsrisiken offensichtlich einen Klarstellungsbedarf. Dies wirft die Frage auf: Wie fair kann und sollte KI in der Versicherung überhaupt sein?
Munich Re: „Die KI wird immer Fehler machen“
Künstliche Intelligenz (KI) wird in immer mehr Unternehmen genutzt und auch für kritische Entscheidungen eingesetzt. Deswegen erwartet der Rückversicherer Munich Re, dass bald erste Schäden aus Sammelklagen auftreten könnten, weil die KI Fehler gemacht hat. Sie sind in traditionellen Policen nicht explizit abgedeckt, was zu Unsicherheiten über den Versicherungsschutz führen kann – Stichwort „Stille KI“. Auch Ausschlüsse auf Seiten der Versicherer sind zu erwarten, glaubt Alexandra Matthews von Munich Re.














