Archiv ‘Lebensversicherung’

Swiss Re verkauft ReAssure an Phoenix

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat einen Käufer für seine britische Abwicklungstochter ReAssure gefunden. Der Run-off-Spezialist Phoenix Group übernimmt die Gesellschaft, die bei dem Verkauf mit 3,25 Mrd. Pfund bewertet wird. Phoenix zahlt für ReAssure 1,2 Mrd. Pfund in bar und den Rest in Form von eigenen Aktien, die Swiss Re und der Minderheitseigner MS&AD unter sich aufteilen. Swiss Re versucht schon länger, die Tochter loszuwerden. Einen geplanten Börsengang hatten die Schweizer wegen zu niedriger Preisvorstellungen abgesagt.

Partner in Life-Studie dieses Jahr nur mit Gewinnern

Der Zweitmarkt-Anbieter Partner in Life (PiL) hat in seiner aktuellen Untersuchung zur Transparenz der Standmitteilungen von Lebensversicherern die transparentesten Versicherer gekürt. Anders als im Vorjahr setzte PiL dieses Mal allerdings auf ein Ranking ganz ohne Verlierer. Die Provinzial Nordwest und die Mecklenburgische zählten das zweite Jahr in Folge zu den besten Versicherern. Die Allianz tauchte aufgrund ihrer Intransparenz zwar nicht im Ranking auf, bekam aber trotzdem ihr Fett weg.

Allianz Leben senkt Überschussbeteiligung

Drei Jahre lang hatte der Marktführer Allianz Leben seine Überschussbeteiligung stabil gehalten, jetzt senkt die Gesellschaft die Deklaration für 2020 um 0,3 Prozentpunkte ab. Die Allianz hat die Hoffnung aufgegeben, dass die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen werden. Mit einer Gesamtverzinsung von 3,4 Prozent für die neuen Garantiepolicen des Typs „Perspektive“ und 3,1 Prozent für klassische Lebens- und Rentenversicherungen fühlt sich der Versicherer aber gut aufgestellt. Die Deklaration der Allianz gilt als wichtige Benchmark für den Gesamtmarkt. Auch andere Gesellschaften könnten dem Versicherer nacheifern.

Ergo gründet Run-off Vertriebsvehikel

Der Düsseldorfer Versicherer Ergo und der IT-Spezialist IBM stehen offenbar kurz vor Fertigstellung ihrer Run-off-Plattform. Die Partner gründen jetzt ein Gemeinschaftsunternehmen, die TPA Ver­triebs- und Mar­ke­ting GmbH. Die Gesellschaft soll den Vertrieb der Run-off-Dienstleistungen übernehmen, damit bald auch andere Versicherer ihre geschlossenen Lebensversicherungsbestände auf das System übertragen können. Der Sitz des Joint Ventures wird in Hamburg sein, die Leitung übernehmen die Ergo Leben Klassik-Vorstände Frank Wittholt und Joachim Fensch.

IFRS 17 macht Ergebnisse stabiler, nicht volatiler

IFRS 17 macht die Ergebnisse von Lebensversicherern weniger schwankungsanfällig als befürchtet. Dieses Fazit zieht Torsten Utecht, Finanzvorstand der Zurich Deutschland, nach Testläufen für den neuen Rechnungslegungsstandard für Versicherungsunternehmen, der 2022 in Kraft treten soll. Die Ergebnisse seien sogar weniger volatil als beim Vorgänger IFRS 4, sagte er bei einer Fachkonferenz in Köln. Die Lebensversicherer müssten sich allerdings darauf einstellen, dass sie nach der Einführung von IFRS 17 weniger Möglichkeiten haben, auf die Verwendung der erzielten Überschüsse Einfluss zu nehmen. Zudem steige der Druck, nur profitables Neugeschäft zu zeichnen.

Rheinland schreibt auf Lebensversicherer ab

Die kleine Rheinland Lebensversicherung macht ihrer Muttergesellschaft Rheinland Holding wenig Freude. Jetzt muss die Holding den Beteiligungsbuchwert der Lebens-Tochter um die Hälfte abschreiben. Der Versicherer gehört zu der im Familienbesitz befindlichen Werhahn-Gruppe. Als Grund für die Abschreibung gibt die Holding die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank an. Die Gesellschaft betreibt seit 2016 keine Kapitallebensversicherung mehr, sondern wickelt den Bestand ab.

VAG-Änderung: Zwang zur Verlustübernahme?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Durch eine Gesetzesänderung steht die Beendigung von Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen seit dem Sommer unter dem Genehmigungsvorbehalt der BaFin. Übergangsbestimmungen gibt es nicht. Die BaFin soll dadurch gewährleisten können, dass die Verlustübernahmepflicht der Muttergesellschaft im Niedrigzinsumfeld langfristig bestehen bleibt. Bei kritischer Prüfung – gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Rechtssicherheit – überzeugt die gesetzliche Neuregelung nicht, der Gesetzgeber schießt weit über das Ziel hinaus. Daher wird die BaFin den Genehmigungsvorbehalt sehr restriktiv anwenden müssen.

Mit Videos für die Wiederanlage

 Digitale Trends 2020   Die Versicherungskammer Bayern verschickt Werbefilme an Kunden, deren Lebensversicherung ausläuft. Durch eine personalisierte Ansprache sollen sie für eine Wiederanlage gewonnen werden. Im Video erscheinen neben dem Kunden-Namen und persönlichen Informationen auch der richtige Ansprechpartner für die weiterführende Beratung.

Herbert Fromme

Heißer Herbst

 Herbert Frommes Kolumne  Die kommenden Monate werden spannend für die Lebensversicherer und die Pensionskassen. Die Lage spitzt sich bei einer Reihe von ihnen zu. Außerdem ist eine Absenkung des Höchstrechnungszinses wahrscheinlich – das könnte das Ende der Riester-Rente im Angebot der Lebensversicherer bedeuten, weil sie den Kapitalerhalt nicht mehr darstellen können. Die Lebensversicherer müssen sich überlegen, wie sie auch politisch wieder in die Offensive kommen wollen. Das gelingt nicht, wenn sie einfach so weitermachen wie bisher und sich vor allem am Provisionsdeckel reiben.

Allianz SE hat AGCS wieder lieb

Giulio Terzariol, Finanzchef der Allianz SE, äußerte sich bei der Präsentation der Quartalsergebnisse ungewohnt optimistisch zum Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty. Für das Unternehmen sei 2019 noch ein schwieriges Jahr, aber spätestens 2021 werde die Schaden- und Kostenquote nachhaltig unter 100 Prozent sinken. Auch für den gesamten Allianz-Konzern zeigte sich Terzariol zuversichtlich: Der Versicherer will das Jahr 2019 mit einem operativen Ergebnis zwischen 11,5 und 12 Mrd. Euro beenden. Davon hat er in den ersten neun Monaten bereits 9,1 Mrd. Euro verdient.

Thomas Cook-Pleite: Zurich kommt glimpflich davon

Der Versicherer Zurich wird für die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook deutlich weniger als die maximale Versicherungssumme von 110 Mio. Euro zahlen müssen. Die Nettobelastung liegt deutlich darunter, weil der Konzern umfangreich rückversichert ist, sagte Finanzchef George Quinn bei der Präsentation der Quartalszahlen. Das Ansinnen der Bundesregierung, dass Zurich zusätzlich noch für die Rückholkosten der Reisenden aufkommen soll, wies der Versicherer entschieden zurück. In den ersten neun Monaten konnte Zurich vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung dank höherer Preise zulegen.

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