Archiv ‘Nachhaltigkeit’

Das beschäftigt die Vorstandsetagen

Nur zwei Prozent der deutschen Versicherungsmanager fühlen sich derzeit sehr gut auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz vorbereitet. In Compliance-Angelegenheiten und ihrer Kapitalstärke sehen die Entscheider ihre Unternehmen hingegen bestens aufgestellt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, die mehr als 100 Führungskräfte aus der Versicherungsbranche befragt hat. Für viele ist die Digitalisierung das derzeit größte Thema, auch Nachhaltigkeit spielt für fast die Hälfte der Manager eine große Rolle.

Herbert Fromme

Die Allianz zaubert weiter

 Herbert Frommes Kolumne  Ist das Geschäftsmodell nachhaltig, das Konzernchef Oliver Bäte der Allianz verordnet hat? Es beruht auf stetig steigenden Gewinnen, ebenso steigenden Dividendenzahlungen, möglichst wenig Überraschungen und einer spürbaren Zentralisierung. Innerhalb und außerhalb des Konzerns gibt es Zweifel, ob die Allianz so noch lange zu führen sein wird. Zwar geben die guten Quartalszahlen Bäte und seiner Führungscrew recht. Aber die heftige Reaktion des Aktienmarktes auf die schlechten Nachrichten aus den USA zeigen die Anfälligkeit des Modells.

Lloyd’s will noch grüner werden

Der Druck wird größer: Investoren, Kunden und Klimaaktivisten fordern mehr nachhaltiges Engagement von den Versicherern. Erst kürzlich haben Umweltschützer das Hauptquartier von Lloyd’s of London mit grüner Farbe beschmiert und lautstark gegen die Zeichnungspolitik gegenüber der fossilen Brennstoffindustrie protestiert. Der Versicherungsmarkt will jetzt zeigen, wie umweltfreundlich er ist, und hat einen neuen Klimaschutz-Aktionsplan veröffentlicht. Dieser legt dar, wie Lloyd’s zu einer emissionsarmen Wirtschaft beitragen will.

Mit Recht zufrieden

Mit Ausbruch der Pandemie ging die Schadenfrequenz beim Rechtsschutzversicherer Arag erst einmal nach oben. Doch am Ende des ersten Krisenjahres stand das Unternehmen gut da – so gut, dass es den neuen Vorstandssprecher Renko Dirksen selbst überraschte. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor und der Süddeutschen Zeitung erzählt er, welchen Preis die Arag aktuell für das Wachstum zahlt und warum er sich vor der Allianz nicht fürchtet.

ESG-Klagen als D&O-Risiko

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Von Unternehmen wird mehr als nur wirtschaftlicher Erfolg verlangt. Durch freiwillige Selbstverpflichtung und neue regulatorische Vorgaben sind sie zunehmend gefordert, sich auch für die Umwelt und Gesellschaft zu engagieren. Sie müssen ökologische und soziale Aspekte angemessen behandeln sowie eine gute Unternehmensführung an den Tag legen (Environmental, Social und Governance, kurz ESG). Erfüllen Unternehmen die Anforderungen nicht, kann dies regulatorische Maßnahmen und erfolgreiche Klagen von Verbrauchern, Investoren und anderen Interessengruppen nach sich ziehen – und zu Schäden bei D&O-Versicherern führen.

Pandemieresistentes Objekt in bester Lage gesucht

Immobilieninvestments erfreuen sich bei der Assekuranz wachsender Beliebtheit. Das gilt auch in der Corona-Pandemie. Laut einer aktuellen Studie des Beraters EY ist die Immobilienquote der Gesellschaften momentan so hoch wie noch nie. 63 Prozent der befragten Versicherer wollen sie weiter erhöhen. Allerdings bevorzugen sie andere Gebäude als vor der Covid-19-Krise. Doch der Konkurrenzdruck um diese Objekte der Begierde ist hoch – und die Preise sind es auch.

Durationslücke schreckt BaFin nicht

Es ist nicht leicht für Versicherer, Investments zu finden, die zeitlich genau zu ihren versicherungstechnischen Verpflichtungen passen. Deshalb lassen auch 29 der 30 größten deutschen Lebensversicherer Inkongruenzen wie einen Duration Gap zu, eine Lücke zwischen Laufzeit der Anlagen und Dauer der Verpflichtungen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Finanzaufsicht BaFin. Trotzdem scheint die Behörde nicht unzufrieden mit dem Aktiv-Passiv-Management der Lebensversicherer zu sein. Bei den Nachhaltigkeitsrisiken gibt es allerdings noch Nachholbedarf.

Nachhaltigkeit: Kein Freifahrtschein für Preisanstiege

Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben in Sachen Nachhaltigkeit hohe Ansprüche an Versicherer. Zu dem Fazit kommt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Bearingpoint. Mit bestimmten Themen können Versicherer besonders punkten. Wichtig ist der Kundschaft: Nachhaltigkeit ist kein Freifahrtschein, einfach die Preise erhöhen zu können.

Nachhaltigkeit: Kunden stellen geringe Ansprüche

Verbraucher erwarten von Versicherungsunternehmen in Sachen Nachhaltigkeit deutlich weniger als von Unternehmen aus anderen Branchen. Zu diesem Ergebnis kommen die Beratungsfirmen Sirius Campus und Aeiforia in einer repräsentativen Umfrage unter Privatpersonen, die als Entscheider in Versicherungsdingen fungieren. Zudem gibt es große Unterschiede, wie die Kunden die einzelnen Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Versicherer einschätzen. Interessant ist auch die Frage nach der Bereitschaft, für Nachhaltigkeit mehr zu zahlen.

Briten wollen Milliarden in grüne Projekte investieren

Britische Versicherer und Pensionseinrichtungen könnten ein Drittel des erforderlichen Investitionsvolumens bereitstellen, um die CO2-Emissionen Großbritanniens bis 2050 auf null zu reduzieren. Das zeigt eine Analyse des Beraters Boston Consulting Group. Konkret geht es um ein Volumen von 900 Mrd. Pfund, das die Versicherungsbranche freisetzen und investieren könnte – wenn sie denn dürfte. Im Moment seien den Anbietern die Hände gebunden, moniert der Branchenverband ABI. Er fordert eine tiefgreifende Reform.

EU: Neue Strategie für nachhaltige Finanzanlagen

Die EU-Kommission hat ihre inzwischen drei Jahre alte Strategie für mehr nachhaltige Finanzanlagen überarbeitet. Im Fokus der neuen Strategie stehen grüne Anleihen, sogenannte Green Bonds. Sie sollen dabei helfen, Europa als ersten Kontinent bis 2050 klimaneutral zu machen. Banken, Versicherer und Rating-Agenturen sollen künftig Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken verbindlich einbeziehen müssen. Der deutsche Versichererverband GDV findet lobende Worte, sieht allerdings Verbesserungspotenzial.

Willis Re: Der Gipfel ist in Sicht

Mit dem harten Rückversicherungsmarkt könnte es bald schon wieder vorbei sein. Das glaubt zumindest der Rückversicherungsmakler Willis Re. Bei den Vertragserneuerungen zum 1. Juni und 1. Juli konnten die Anbieter zwar nach wie vor höhere Preise durchsetzen, doch das Prämienniveau stieg nicht so stark an wie erhofft. Willis Re-Chef James Kent sieht den Markt auf den Höhepunkt des aktuellen Zyklus zusteuern. Steil bergab, wie es in früheren Jahren der Fall gewesen ist, wird die Entwicklung aber nicht verlaufen, erwartet er.

AIG präsentiert sich im grünen Gewand

Es war ein schwerer Schlag für AIG, als die Investmenteinheit des Versicherers Legal & General entschied, die Anteile am US-Versicherer zu verkaufen, weil dieser offenbar zu wenig für den Klimaschutz tut. Nun hat AIG erstmals einen Bericht zur Umsetzung von ökologischen, sozialen und Governance-Faktoren (ESG) veröffentlicht. Bei Umweltaktivisten stößt das 86 Seiten umfassende Dokument auf wenig Begeisterung. „Dieser ESG-Bericht ist Greenwashing“, moniert Regine Richter von der Umweltschutzorganisation Urgewald.

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