Archiv ‘Naturkatastrophen’

Teures Katastrophenhalbjahr

Die schweren Waldbrände im kalifornischen Los Angeles vom Januar waren die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr weltweit. Sie sind der Hauptgrund dafür, dass es mit einem versicherten Schaden von 80 Mrd. Dollar (68,7 Mrd. Euro) ein besonders teures Auftakthalbjahr für die Branche war. Das zeigt die aktuelle Naturkatastrophenbilanz von Munich Re.

GVNW: Unternehmen nicht vergessen

Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) begrüßt in einem Positionspapier die Vorstöße auf nationaler und europäischer Ebene für eine öffentlich-private Versicherungslösung gegen Naturgefahren. Er mahnt aber auch, die Interessen der Unternehmen nicht zu vergessen. Eine Staatsgarantie wie beim Terrorversicherer Extremus hält er nicht für zielführend. Auch eine Versicherungspflicht gegen Elementargefahren lehnt der Verband ab und plädiert stattdessen für eine Opt-out-Option.

Rückversicherung: Preise unter Abwärtsdruck

Die Preise für Rückversicherungsschutz stehen weiterhin unter Abwärtsdruck, schreibt die US-Ratingagentur Fitch in einem Kommentar zu den Erneuerungsrunden im Juni und Juli 2025. Zwar schmälerten sinkende Preise, wachsende Schadenintensitäten bei Naturkatastrophen und Zugeständnisse bei den Bedingungen in der Sachversicherung die Zeichnungsmargen der Gesellschaften, jedoch wirke die solide Kapitalausstattung der Rückversicherer als Puffer, so Fitch. Der Ausblick der Ratingagentur für die Unternehmen bleibt „neutral“.

Mindestens 100 Mrd. Dollar versicherter Schaden

Verheerende Brände in Kalifornien und schwere Gewitterstürme haben im ersten Halbjahr 2025 voraussichtlich zu einem Rekordschaden durch Naturkatastrophen für die Versicherer in Höhe von 100 Mrd. Dollar (86 Mrd. Euro) geführt. Lediglich 2011 musste die Branche in den ersten sechs Monaten eines Jahres tiefer in die Taschen greifen, zeigt ein aktueller Bericht von Aon. Ereignisse in den USA dominieren bei den teuersten Schäden. Eine Ausnahme ist das Erdbeben, das im März Myanmar getroffen hat.

Funk: Industriemarkt entspannt sich, Risiken steigen

Die Preissteigerungen in der Industrieversicherung scheinen nachzulassen, schreibt der Makler Funk in einem aktuellen Bericht. Zwar sind die Segmente Sach-, Haftpflicht-, Kfz- und D&O-Versicherung noch von Problemen geplagt. Der Markt zeigt sich aber insgesamt stabil. Funk sieht die systemischen Risiken als größte Herausforderung für die Versicherungswirtschaft und sorgt sich um die Entwicklung in der Cyberversicherung.

MS Amlin: Klimaerwärmung wird US-Ostküste treffen

Der Lloyd’s-Versicherer MS Amlin warnt davor, dass eine globale Klimaerwärmung um zwei Grad Celsius dazu führen könnte, dass versicherte Schäden durch Hurrikans deutlich steigen. Vor allem die bislang wenig betroffene Ostküste der USA mit den Metropolen Boston und New York könnte künftig schwerer zerstört werden. Der Versicherer fordert seine Branche auf, die Preise anzupassen. Außerdem sollten die Bauvorschriften in der Region strenger werden.

Warnungen vor dem Omnibus

Oppositionspolitiker warnen vor einer Verzögerung der nachhaltigen Transformation der deutschen Wirtschaft unter anderem wegen der geplanten Abschwächung von Nachhaltigkeitsberichtspflichten. Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen fragen die Bundesregierung in einer Anfrage, wie sich das Omnibus-Paket auf die Datenverfügbarkeit zur Messung solcher Risiken für Finanzunternehmen auswirkt. Der Vermittlerverband AfW hat unterdessen einen Aufruf unterzeichnet, der vor einem Substanzverlust bei der Nachhaltigkeitsrichtlinie CSRD warnt.

Keine Branche ist immun gegen Klimarisiken

 Meinung am Mittwoch  Der Klimawandel treibt die ökonomischen und versicherten Schäden jedes Jahr auf neue Rekordhöhen. Unternehmen aus allen Branchen müssen daher Resilienz gegenüber neuen Klimarisiken entwickeln, indem sie diese verstehen und zusammen mit der Versicherungsbranche minimieren. Nur so kann Versicherbarkeit auf Dauer gewährleistet werden.

Klimaprotest bei Munich Re

Aktivisten von Urgewald und dem Netzwerk Insure Our Future haben am Montag gegen die Versicherung von klimaschädlichen Flüssigerdgas-Projekten durch Munich Re protestiert. Per beschriftetem Fahrzeug vor der Konzernzentrale forderten sie den Rückversicherer auf, sich im Zuge der angekündigten neuen Klimaziele aus dem Geschäft zurückzuziehen. Sie reagieren damit unter anderem auf die Ankündigung von Munich Re vom Juni, vier Klimainitiativen zu verlassen. Der Rückversicherer spricht von einer relevanten Brückentechnologie.

Warum die SV für einen Cat Bond nach Japan reiste

 Exklusiv  Im Mai hat sich mit der SV Sparkassenversicherung ein weiterer Regionalversicherer an eine Katastrophenanleihe herangewagt. Die Besonderheit: Die SV hat den Cat Bond gemeinsam mit dem japanischen Versicherer Zenkyoren aufgelegt. Wie die beiden Partner zusammengefunden haben und welche Vorteile eine gemeinsame Anleihe bietet, erklären SV-Finanzchef Roland Oppermann und Daniel Piennack-Sorge, Managing Director beim Makler Guy Carpenter, im Interview. Ein weiterer Bond könnte folgen, falls die Pflichtversicherung für Elementarschäden kommt.

Eiopa: Robuste Versicherer, anhaltende Risiken

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa fordert die Gesellschaften auf, wachsam zu sein. Laut ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht könnten Risiken infolge geopolitischer Spannungen, wachsender Unsicherheiten an den Märkten und makroökonomischer Volatilität steigen. Gleichzeitig bescheinigt die Behörde den Versicherern eine robuste Verfassung und eine ausreichende Kapitalisierung. Allerdings müssten die Häuser Cyberrisiken, die Wechselkurs- und Zinsvolatilität und die geopolitische Exponierung im Auge behalten, um ihre Stabilität nicht zu gefährden.

Wochenspot: Wie sieht staatliche Rückversicherung aus?

 Wochenspot – der Podcast  Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe des Wochenspots sprechen Redakteurin Katrin Berkenkopf (rechts) und Chefredakteurin Friederike Krieger darüber, wie die geplante staatliche Rückversicherung als Begleitung für eine Pflichtversicherung aussehen könnte. Diesen Podcast können Sie auch frei auf den gängigen Plattformen hören: Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music

Hochwasser treibt Naturgefahrenbilanz nach oben

Mit 5,7 Mrd. Euro beliefen sich die Schäden durch Naturgefahren für deutsche Versicherer im vergangenen Jahr auf die gleiche hohe Summe wie bereits 2023. Für die Kfz-Versicherer lagen die Schäden mit 1,3 Mrd. Euro etwa im langjährigen Durchschnitt, so die Bilanz des Versichererverbandes GDV. Die Sachversicherer mussten dagegen deutlich höhere Schäden verkraften, als im Schnitt zu erwarten war. Besonders die Hochwasserschäden legten zu.

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