Archiv ‘Schaden- und Unfallversicherung’

Solvency II-Versager sind Schadenversicherer

Nachdem die Finanzaufsicht BaFin Anfang Juli erste Zahlen dazu veröffentlicht hatte, wie sich die Versicherer unter den neuen EU-Eigenkapitalregeln Solvency II schlagen, hat die Behörde jetzt Details zu den Sparten nachgelegt. Die große Überraschung: Die drei Unternehmen, die zum Stichtag 1. Januar 2016 die Eigenkapitalanforderungen nicht erfüllt haben, waren keine Lebensversicherer, sondern Schaden- und Unfallversicherer. Allerdings haben sich die Solvenzquoten der Lebensversicherer in den ersten drei Monaten des Jahres spürbar verschlechtert.

Axa baut um und erwartet sinkenden Gewinn

Der Versicherer Axa strukturiert das Spezialgeschäft mit der Kunst um. Die Axa Art-Gesellschaften in der Schweiz und in Großbritannien werden Töchter der Axa Art in Deutschland. Künftig wird die Axa Art ihr Geschäftsmodell weltweit über eigene Assekuradeure betreiben. Das geht aus dem gerade veröffentlichten Jahresabschluss der Axa Konzern AG hervor. Das deutsche Konzernergebnis nach Steuern stieg um 40 Mio. Euro auf 529 Mio. Euro, beim Umsatz legte der Konzern leicht auf 10,4 Mrd. Euro zu. Für 2016 erwartet der Vorstand einen leichten Gewinnrückgang.

Schaden- und Unfallversicherer bleiben gefordert

 Meinung am Mittwoch  Das Referendum in Großbritannien und die erweiterte lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank haben die Suche nach festverzinslichen Kapitalanlagemöglichkeiten mit ansprechendem Risiko-Ertrags-Profil nicht einfacher gemacht. Die Kapitalanlagerenditen der Versicherer bleiben unter Druck. Umso wichtiger ist nachhaltig ertragreiches Underwriting in der Schaden- und Unfallversicherung. Hier lassen sich durchaus Erfolge verzeichnen, vor allem in den Problemsparten vergangener Jahre. Die Bereitschaft zu intensiverem Preiswettbewerb dürfte in den nächsten Jahren eher niedrig bleiben.

DEVK sieht „digitalen Hype“

Der Kölner Gegenseitigkeitsverein DEVK, der aus Eisenbahner-Versorgungseinrichtungen hervorgegangen ist, wendet sich gegen den „beachtlichen Hype“ zur Digitalisierung, so Vorstandschef Gottfried Rüßmann. Das hindert das Unternehmen nicht daran, selbst eine Reihe von Initiativen aufzusetzen. Die DEVK meldet das „zweitbeste Vertriebsergebnis“ in 130 Jahren Geschichte. Allerdings ist es um 5,4 Prozent niedriger als 2014 – dem bisherigen Rekordjahr. In der Kfz-Versicherung erwartet der Versicherer – mit 2,5 Millionen Fahrzeugen ein Schwergewicht im Markt – Druck in Richtung Preissenkungen. In der Lebensversicherung hat das Unternehmen das Geschäft gegen Einmalbeitrag spürbar reduziert und will biometrische und fondsgebundene Verträge ausbauen. Positiv verlief die aktive Rückversicherung.

Lebensversicherung: 4 Mrd. Euro Prämienverlust droht

Die Versicherungsbranche muss bis zum Jahr 2025 mit harten Einschnitten rechnen. Während die Prämieneinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung nur leicht zulegen, könnte das Beitragsvolumen in der Lebensversicherung im schlimmsten Fall um bis zu 4 Mrd. Euro sinken. Von den rund 245.000 Vermittlern werden rund 100.000 aus dem Markt ausscheiden. Davon geht die Unternehmensberatung Oliver Wyman in einer aktuellen Studie aus. Viele Versicherer müssen sich demnach neu aufstellen, wenn sie in Zukunft zu den Gewinnern gehören wollen.

Allianz adjustiert in der Lebensversicherung

Die Allianz will mit allen Lebensversicherungstöchtern bis 2018 eine Eigenkapitalrendite von 10 Prozent verdienen. Wenn ein Konzernunternehmen das nicht schafft, muss es damit rechnen, verkauft zu werden oder Bestände abgeben zu müssen. Das Ziel von 10 Prozent nannte Finanzchef Dieter Wemmer bei der Erläuterung der Quartalszahlen. Die Allianz hat in den ersten drei Monaten bei weniger Umsatz und fallendem operativen Gewinn ein besseres Nachsteuerergebnis erzielt. Unter anderem wirkten sich Aktiendeals positiv aus.

Starke VKB setzt auf Digitalisierung

Die Versicherungskammer Bayern macht Druck in Richtung digitaler Umbau des Konzerns. Dabei kann Unternehmenschef Frank Walthes aus einer Position der Stärke heraus agieren: Das Unternehmen hat gute Zahlen vorgelegt und nach eigenen Angaben auch unter Solvency II keine Probleme – Solvenzquoten nannte der Vorstand allerdings nicht. Walthes nahm auch zur Diskussion über mögliche Fusionen bei den öffentlichen Versicherern Stellung und schloss die Nutzung von Gelegenheiten nicht aus.

Debeka sieht Regierung bei Riester in der Pflicht

Durch die Absenkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung werden einige Anbieter künftig keine Riester-Policen mehr anbieten, erwartet Debeka-Chef Uwe Laue. Er fordert deutliche Verbesserungen bei der staatlichen Förderung von Riester-Renten. Damit könnte die Bundesregierung einen Ausgleich für die durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank bedingten Nachteile schaffen. In der Krankenversicherung konnte die Debeka im vergangenen Jahr bei der Zahl der Vollversicherten entgegen dem Markttrend erneut zulegen.

Steiniger Weg zur digitalen Schadenregulierung

Viele Führungskräfte von Kompositversicherern haben keine klare Vorstellung, wohin die Reise bei der Digitalisierung der Schadenregulierung gehen soll. Das zeigt eine Befragung durch die Unternehmensberatung 67Rockwell Consulting. Bei der automatisierten Verarbeitung von Schäden, der sogenannten Dunkelverarbeitung, haben sich die Gesellschaften zwar konkrete Ziele gesetzt, bleiben dahinter aber derzeit noch weit zurück. Weiteres Ergebnis: Das Privatkundengeschäft in der Kfz-Versicherung spielt eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung des Schadenmanagements.

GDV: Einbrüche treiben Hausratschäden

Die Schaden- und Unfallversicherer haben vor allem wegen höherer Schäden durch Naturkatastrophen 2015 weniger verdient. Das zeigen aktuelle Zahlen des Branchenverbandes GDV. Die Wohngebäudeversicherung rutschte im Branchenschnitt deshalb anders als die Kfz-Versicherung in die roten Zahlen. In der Hausratversicherung müssen die Anbieter mehr Einbrüche verkraften. Beim Umsatz legte die Branche zu. GDV-Präsident Alexander Erdland erhofft sich für die Zukunft Wachstumsimpulse aus der Absicherung von Cyberrisiken.

Buberl präsentiert gutes Abschluss-Geschäftsjahr

Die Axa Deutschland hat 2015 – dem letzten vollen Vorstandsjahr von Thomas Buberl – sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis verbessert. Der Gewinn des Kölner Versicherers ging nach einem außergewöhnlich guten Vorjahresergebnis dagegen leicht zurück. Die Axa legte vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung zu. Auch die Spezialsegmente Ärzte/Heilwesen und Öffentlicher Dienst entwickelten sich positiv. Während die Krankenversicherung ebenfalls einen Zuwachs bei den Beitragseinnahmen verzeichnete, gab es in der Lebensversicherung einen Rückgang.

Doppelspitze aus Donnet und Minali führt Generali

Die Spekulationen aus der vergangenen Woche haben sich bewahrheitet: Italien-Chef Philippe Donnet wird künftig den Versicherer Generali führen, ihm zur Seite steht Finanzchef Alberto Minali als Generaldirektor. Donnet ersetzt Mario Greco, der zum Konkurrenten Zurich gewechselt ist. Der von Greco bei der Generali eingeleitete Großumbau scheint erste Früchte zu tragen: Das Unternehmen verbuchte ein ordentliches Gewinnplus und will den Aktionären eine höhere Dividende zahlen.

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