Archiv ‘USA’

Scor im Wachstumsrausch

Der französische Rückversicherer Scor ist nach der Friedensvereinbarung mit dem übernahmewütigen Versicherer Covéa gut mit Kapital ausgestattet. Er will es unter anderem einsetzen, um in der Schaden- und Unfallrückversicherung kräftig zu wachsen, kündigte der neue Chef Laurent Rousseau bei einer virtuellen Pressekonferenz an. Zulegen will der Konzern vor allem in den Specialty Lines. Nach anfänglicher Zurückhaltung findet Scor auch an Cyberdeckungen Gefallen.

Anwaltskosten: Offenbar ein rotes Tuch

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Die Rechtsschutzfunktion ist ein Hauptbestandteil der Haftpflichtversicherung ebenso wie der Vertrauensschadenversicherung. Leider ist das Thema Rechtsanwaltskosten aber auch einer der Bereiche, um die am meisten gestritten wird. Dabei sind die Versicherungsbedingungen in dieser Hinsicht meist klar. Mit sturer Verweigerungshaltung schaden Versicherer sich nur selbst.

Henchoz: „Nüchtern, was Preiserhöhungen angeht“

 Exklusiv  Zwischen fünf und sieben Prozent konnte der Rückversicherer Hannover Rück die Preise im Durchschnitt über das gesamte Portfolio hinweg bei den vergangenen Erneuerungsrunden erhöhen. In der Branche habe es zuletzt „Momentum und Disziplin“ gegeben, von einer massiven Marktverhärtung könne aber keine Rede sein, sagte Jean-Jacques Henchoz, Vorstandschef der Talanx-Tochter, im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor. Henchoz zieht ein erstes Corona-Zwischenfazit und erläutert, warum die Pandemie dem Konzern aufgrund seiner Unternehmenskultur langfristig nicht viel anhaben kann.

Nord Stream 2 fehlen Versicherer und Zertifizierer

Die umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2 ist fast fertig und soll nach dem Willen des Betreibers Gazprom noch in diesem Jahr das erste Erdgas quer durch die Ostsee von Russland nach Deutschland transportieren, wo sie in Lubmin (Bild) endet. Woran es aber noch mangelt, sind Versicherer und Zertifizierungsfirmen, berichtet Bloomberg. Die US-Sanktionen gegen an dem Projekt beteiligte Unternehmen haben dafür gesorgt, dass Zertifizierungsfirmen, Ingenieurbüros und auch viele Versicherer ausgestiegen sind, beispielsweise Axa, Zurich und ein Lloyd’s-Syndikat der Munich Re.

Herbert Fromme

Die Allianz zaubert weiter

 Herbert Frommes Kolumne  Ist das Geschäftsmodell nachhaltig, das Konzernchef Oliver Bäte der Allianz verordnet hat? Es beruht auf stetig steigenden Gewinnen, ebenso steigenden Dividendenzahlungen, möglichst wenig Überraschungen und einer spürbaren Zentralisierung. Innerhalb und außerhalb des Konzerns gibt es Zweifel, ob die Allianz so noch lange zu führen sein wird. Zwar geben die guten Quartalszahlen Bäte und seiner Führungscrew recht. Aber die heftige Reaktion des Aktienmarktes auf die schlechten Nachrichten aus den USA zeigen die Anfälligkeit des Modells.

Oliver Bäte mit Charmeoffensive

Die Allianz versucht, nach den schlechten Nachrichten wegen einer Untersuchung des US-Justizministeriums wieder in die Offensive zu kommen. Konzernchef Oliver Bäte (Bild) betonte bei einer Telefonkonferenz, wie eng das Unternehmen mit den Behörden zusammenarbeite und dass auch intern bereits viele Veränderungen vorgenommen worden seien. Der Konzern rechnet mit einem hohen operativen Gewinn für 2021 – wie sich die Vorgänge in den USA auf das Nettoergebnis auswirken, wollten Bäte und Finanzchef Giulio Terzariol noch nicht sagen. Mit dem zweiten Quartal sind beide sehr zufrieden.

Regulierung nutzen statt Lösegeldzahlungen verbieten

Angesichts der rasch steigenden Zahl von Ransomware-Angriffen gerät die Zahlung von Lösegeld zur Rückgewinnung der Daten immer mehr in die Diskussion. Werden sie verboten, verschwinde der Anreiz für die Kriminellen, so das Argument. Der Cyber-Experte Adrian Nish von BAE Systems hält einen solchen Schritt für verfrüht. Er fordert aber die verstärkte Kontrolle von Kryptowährungs-Plattformen. Als unabdingbar sieht er außerdem eine Meldepflicht, um das Ausmaß des Problems endlich zu erfassen.

AGCS: Neue Risiken bedrohen die Luftfahrt

Die Luftfahrt erlebte in der Corona-Pandemie eine ihrer schwersten Krisen. Der Flugverkehr ging weltweit um 90 Prozent zurück, viele Flugzeuge wurden eingemottet. Bei der Reaktivierung dieser Maschinen und der Rückkehr zur Normalität drohen nun einige Risiken, warnt der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) in einem neuen Bericht. Bei den großen Fluggesellschaften seien diese aber überschaubar. Mehr Probleme sieht der Versicherer bei Helikoptern und Sightseeing-Flügen.

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