Autorenarchiv

Herbert Fromme, Jahrgang 1953, schreibt vor über die Versicherungs- und Rückversicherungsbranche. Er ist Versicherungskorrespondent der Süddeutschen Zeitung. Zu seinen Stationen gehören Reuters, Financial Times World Insurance Report, Lloyd's List und Insurance Day. Von 2000 bis Dezember 2012 war er Versicherungskorrespondent der Financial Times Deutschland. Er ist Herausgeber von "Herbert Frommes Versicherungsmonitor Premium"

  • Eine Lehre aus dem 11. September 2001

    Herbert Fromme

     Herbert Frommes Kolumne  Am Samstag jährt sich der Terrorangriff auf das World Trade Center und das Pentagon mit vier gekaperten Passagiermaschinen. Viele Versicherer und Makler gehörten zu den Opfern. Für die Versicherungsbranche brachte der Überfall einen tiefen Schock – und die Erkenntnis, dass es Schäden gibt, die buchstäblich niemand vorhergesehen hatte. Eine Antwort: Policen müssen klar und transparent sein. Das zeigt sich auch bei den Schäden aus der aktuellen Pandemie. … Lesen Sie mehr ›

  • BaFin nimmt sich Allianz SE vor

    Die milliardenschwere Krise der Allianz in den USA hat jetzt auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin auf den Plan gerufen. Branchenkenner bestätigten einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Aufsicht eine Untersuchung in die Vorgänge bei dem Versicherer gestartet hat. Hintergrund sind Verluste von US-Anlegern mit Fonds der Allianz Anfang 2020, die sich auf 6 Mrd. Dollar belaufen sollen. Wegen der Verluste ermitteln auch die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium in seiner Rolle als oberste Strafverfolgungsbehörde. … Lesen Sie mehr ›

  • Angriffslustige Coburger

    Herbert Fromme

     Herbert Frommes Kolumne  Die HUK24 sieht sich als natürlichen Gewinner des Konkurrenzkampfes in der Kfz-Direktversicherung, wenn man Äußerungen ihres Vorstands Uwe Stuhldreier bei einer Fachkonferenz glauben darf. Er erwartet einen Trend hin zur Stärkung des größten Anbieters, wie in anderen digitalen Märkten. Starke Worte, und auch wohl berechtigt. Was aber auch wahr ist: Die HUK-Coburg muss sich langfristig Sorgen machen um ihren Kernmarkt. Stuhldreiers Äußerungen zeigen, dass Vorwärtsverteidigung nicht aus der Mode gekommen ist. … Lesen Sie mehr ›

  • Neuer Deutschlandchef für Euler Hermes

     Leute – Aktuelle Personalien  Milo Bogaerts (Bild) wird neuer Hauptbevollmächtigter für die DACH-Region beim Kreditversicherer Euler Hermes. Sein Vorgänger Ron van het Hof gibt alle Managementpositionen ab und will sich der Familie widmen. Außerdem: Die Boston Consulting Group wirbt einen Versicherungsexperten beim Konkurrenten Oliver Wyman ab. Der Rückversicherer Swiss Re baut seine Cybersparte um und holt dafür John Coletti von Axa XL. Konkurrent Canopius erhält einen neuen Finanzchef, und AIG befördert Clara Brady zur Chief Underwriting Officer für den Bereich internationale Haftpflichtversicherung. … Lesen Sie mehr ›

  • Marktanteile 2020: Die große Stagnation

     Exklusiv  Von den 22 Versicherern mit einem Marktanteil von mehr als einem Prozent haben ihn 15 verglichen mit 2019 ausgebaut. Bis auf eine Ausnahme – die R+V – waren es allerdings sehr kleine Zuwächse. Ein Versicherer hat einen unveränderten Anteil, sechs Gruppen einschließlich Marktführer Allianz haben 2020 Marktanteile verloren. Das ergibt die neueste Marktanteilsauswertung des Kölner Kivi-Instituts. Der Markt stagniert – jedenfalls kurzfristig. Wenn man die Entwicklung über zehn Jahre betrachtet, ergibt sich ein ganz anderes Bild. … Lesen Sie mehr ›

  • Aktionismus und wackelnde Stühle

    Herbert Fromme

     Herbert Frommes Kolumne  In vielen Versicherungskonzernen herrscht eine merkwürdige Stimmung. Die Unternehmen sehen sich wirklich großen Herausforderungen gegenüber, von der Bedrohung des Geschäftsmodells Lebensversicherung über die Digitalisierung bis hin zur Einführung von ESG-konformen Anlageformen. Aber an stringenten Strategien zur Bewältigung der Aufgaben fehlt es überall. Stattdessen werden neue Positionen geschaffen und mit smarten jungen Leuten besetzt, die angeblich die Wende bringen sollen. Viele Vorstände spüren: Ihre Stühle geraten gerade bedenklich ins Wackeln. … Lesen Sie mehr ›

  • Fitch: Rück-Preiserhöhungen flachen ab

    Die Rückversicherer haben die Pandemie bislang besser überstanden als befürchtet. Das zeigen die guten Zahlen aus dem ersten Halbjahr, die von der Ratingagentur Fitch zusammengestellt wurden. Allerdings ist Fitch nicht ganz so begeistert von den Daten wie mancher Rückversicherungs-CEO. Der Preisanstieg werde 2022 zwar weitergehen, aber noch mehr abflachen. Und: Angesichts von mehr Katastrophenschäden, niedrigen Zinsen und Schadeninflation seien die Preise noch immer nicht ausreichend. … Lesen Sie mehr ›

  • Warum Open Insurance wirklich wichtig wird

    Herbert Fromme

     Herbert Frommes Kolumne  Plattformen, Ökosysteme, Marktplätze – und jetzt auch noch Open Insurance. Die einen fürchten, dass hier einfach nur die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird. Andere sehen in Open Insurance die gesamte Zukunft der Digitalisierung. Wahrscheinlich haben beide Seiten Unrecht. Das Konzept Open Insurance könnte aber der Versicherungsbranche tatsächlich helfen, ihre Position gegenüber Vergleichsportalen und Internet-Konzernen zu behaupten, die sich die Verbindung zum Kunden unter den Nagel reißen wollen. Dabei muss sie übereifrige Aufsichtsbehörden etwas bremsen. … Lesen Sie mehr ›

  • Balance Re: Raus aus dem Silo

     Exklusiv  Ein neuer Rückversicherer startet in Köln: Balance Re lockt Lebensversicherer mit der Aussicht auf eine Verringerung der Kapitalanforderungen, die sie unter Solvency II für ihre Risiken brauchen. Anders als bisherige Anbieter will der Newcomer auch die Risiken managen, die mit der Kapitalanlage einhergehen. Außerdem soll die hauseigene Software diese ganzheitlichere Analyse viel schneller schaffen als die der Konkurrenz. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklären Mitgründer Michel Gauer und Aufsichtsratschef Peter Hagen den Ansatz und erläutern das Potenzial. … Lesen Sie mehr ›

  • Die vertane Chance

    Herbert Fromme

     Herbert Frommes Kolumne  Die Halbjahresberichte der meisten Versicherungskonzerne wirken beeindruckend. Hohe Gewinnsteigerungen, kräftiges Wachstum, ordentliche Solvency-Zahlen. Die Pandemie ist besiegt, und selbst die Jahrhundertflut im Juli kann den Jahresprognosen nichts anhaben. Diesen Eindruck wollen die Unternehmensspitzen vermitteln. Jetzt eine breite Brust zu zeigen, ist völlig überflüssig und wahrscheinlich schädlich. Denn die Folgen der Pandemie werden noch kräftig wirken. Die Probleme, die es vor der Pandemie gab, gibt es immer noch. Und: Wer heute die Rückkehr zur Normalität ausruft, beraubt sich der Chance, dringend nötige Änderungen durchzusetzen. … Lesen Sie mehr ›

  • Gallagher will Willis Re

    Der US-Makler Arthur J. Gallagher steht kurz vor dem Kauf des Rückversicherungsmaklers Willis Re. Das bestätigen Marktkenner dem Versicherungsmonitor. Zuerst hatte der Londoner Insurance Insider darüber berichtet. Der Preis soll um die 3 Mrd. Dollar betragen. Gallagher kennt Willis Re gut: Im Zuge der geplatzten Fusion von Aon und Willis hatten die Amerikaner den Kauf von Willis Re sowie von Landesgesellschaften des Maklers vereinbart, weil die Kartellbehörden solche Abspaltungen verlangten. Eine neue Due Diligence ist also kaum nötig. … Lesen Sie mehr ›

  • Allianz tritt in Leben auf die Bremse

    Die Allianz Deutschland hat in der Lebensversicherung das Einmalgeschäft deutlich reduziert. Deshalb erlebte die gesamte deutsche Gruppe einen Umsatzrückgang um satte 8,5 Prozent auf 20,5 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2021. Das Nettoergebnis stieg trotzdem kräftig. Deutschlands größter Versicherer erwartet Schäden aus der Flut von rund 500 Mio. Euro – vor Rückversicherung. Der Versicherer hat die Regulierung deutlich vereinfacht. Die Allianz bejubelt einen starken Anstieg im Neugeschäft private Kranken-Vollversicherung, will aber die Zahl der Vollversicherten nicht nennen. Noch-Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler verteidigt die Auflösung der Zwischenholding als Umsetzung des Allianz-Kundenmodells. … Lesen Sie mehr ›

  • Die Allianz zaubert weiter

    Herbert Fromme

     Herbert Frommes Kolumne  Ist das Geschäftsmodell nachhaltig, das Konzernchef Oliver Bäte der Allianz verordnet hat? Es beruht auf stetig steigenden Gewinnen, ebenso steigenden Dividendenzahlungen, möglichst wenig Überraschungen und einer spürbaren Zentralisierung. Innerhalb und außerhalb des Konzerns gibt es Zweifel, ob die Allianz so noch lange zu führen sein wird. Zwar geben die guten Quartalszahlen Bäte und seiner Führungscrew recht. Aber die heftige Reaktion des Aktienmarktes auf die schlechten Nachrichten aus den USA zeigen die Anfälligkeit des Modells. … Lesen Sie mehr ›

  • Oliver Bäte mit Charmeoffensive

    Die Allianz versucht, nach den schlechten Nachrichten wegen einer Untersuchung des US-Justizministeriums wieder in die Offensive zu kommen. Konzernchef Oliver Bäte (Bild) betonte bei einer Telefonkonferenz, wie eng das Unternehmen mit den Behörden zusammenarbeite und dass auch intern bereits viele Veränderungen vorgenommen worden seien. Der Konzern rechnet mit einem hohen operativen Gewinn für 2021 – wie sich die Vorgänge in den USA auf das Nettoergebnis auswirken, wollten Bäte und Finanzchef Giulio Terzariol noch nicht sagen. Mit dem zweiten Quartal sind beide sehr zufrieden. … Lesen Sie mehr ›

  • Allianz stützt Aktienkurs