Medienanalyse Das Bundesfinanzministerium plant die Senkung des Garantiezinses von 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent zum 1. Januar 2017. In der Medienberichterstattung rückt an die Stelle der seit Jahren kursierenden Klagen über die sinkende Rentabilität der Lebensversicherung nun eine neue Erkenntnis: Der Garantiezins, das einst schlagkräftige Verkaufsargument der Branche, hat auf der Jagd nach Rendite mittlerweile eine hinderliche Wirkung und ist damit für die Kunden unvorteilhaft. Die erneute Senkung der Garantien hat zudem erhebliche Auswirkungen auf die Riester-Rente. Die Zukunft des staatlich geförderten Vorsorgemodells wird vor der Bundestagswahl von Politikern offen infrage gestellt.
Allgemein
Berkshire holt Bechert von Aon
Leute – Aktuelle Personalien Der ab Juni auf dem europäischen Markt aktive Industrieversicherer Berkshire Hathaway Specialty hat einen prominenten Haftpflichtspezialisten gewonnen. Nach Informationen des Versicherungsmonitors wird Jörg Bechert von Aon zu Berkshire wechseln. Er war insgesamt 28 Jahre bei dem Makler. Inzwischen hat die BaFin die Anmeldung des Unternehmens veröffentlicht, das zum Reich des US-Investors Warren Buffett gehört. Berkshire wird in Düsseldorf als Niederlassung einer britischen Konzerntochter agieren. Hauptbevollmächtigter ist der frühere Bayer-Versicherungschef Gregor Köhler, der auch Vorstand der britischen Gesellschaft ist. Weitere Top-Manager hat Köhler von der Allianz, FM und XL Catlin geholt.
Wachstum für Assekuradeure auch in Deutschland?
Meinung am Mittwoch Schärfere regulatorische Anforderungen, niedrige Zinsen, neue Wettbewerber aus dem Ausland – Versicherer stehen derzeit verstärkt unter Druck. Fast alle versuchen, mithilfe von Restrukturierungsprogrammen die Kostenquoten zu senken. Ein Ausweg aus diesem Dilemma kann die Zusammenarbeit mit spezialisierten Zeichnungsagenturen bieten, die nicht nur Produktentwicklung, Vertrieb und Underwriting, sondern auch große Teile der Verwaltungsarbeit übernehmen. Die Agenturen, die in den USA bereits ein hohes Wachstum verzeichnen, bieten auch Chancen für deutsche Versicherer.
BaFin verschärft Manndeckung
Die Finanzaufsicht BaFin hat klargestellt, wie sie die von BaFin-Präsident Felix Hufeld gern als „Manndeckung“ apostrophierte enge Begleitung von Versicherern sieht. Dazu gehören unter anderem ein enges Berichtswesen und die Beteiligung der Wirtschaftsprüfer. Über die Zahl der so von der BaFin unter Sonderbewachung gestellten Anbieter schweigen die Beteiligten. Das Solvency II-Regime ist jetzt seit dem 1. Januar 2016 in Kraft – und beginnt gerade, direkte Auswirkungen auf die Unternehmen zu haben.
Solvency II: GDV sucht die PR-Initiative
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kämpft um die Deutungshoheit bei der Diskussion über Solvency II und die ersten Veröffentlichungen von Solvenzzahlen unter dem neuen Aufsichtssystem. Der Verband hatte deshalb am Dienstag die Wirtschafts- und Tagespresse zu einem Pressegespräch in Frankfurt eingeladen. Referent war Talanx-Finanzchef Immo Querner. Viel Neues gab es nicht, wohl aber Klarheit über die Richtung der GDV-PR: Die Übergangsmaßnahmen sind richtig, Versicherer mit einer Solvenzzahl unter 100 Prozent sind nicht automatisch pleite, und das Publikum möge die zu erwartenden starken Schwankungen bei den Zahlen nicht überbewerten.
Angriff der Insurtechs
The Long View – Der Hintergrund Digitale Start-ups greifen die Versicherungsbranche mittlerweile auf allen Wertschöpfungsstufen an. Im Vertrieb, aber auch in der Preisgestaltung und der Risikoselektion gibt es vielfältige Initiativen und einen beachtlichen Innovationsgrad. Wie gefährlich sind diese Insurtechs? Sie greifen an, sie sind schnell und zudem gut finanziert. Langsam wird die Lage für die etablierten Versicherer ungemütlich.
Solvency II und Walter Riester
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: GDV-Workshop zu Solvency II, Bilanzpressekonferenz der Provinzial Rheinland und Jahreshauptversammlung des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute.
Moody’s: Brexit trifft vor allem britische Versicherer
Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union könnte sich negativ auf die Ratings der Versicherer auswirken, die in dem Land Geschäfte machen, glaubt die Ratingagentur Moody’s. Allerdings wird ein sogenannter Brexit sich nur moderat auf die Kennzahlen der Unternehmen auswirken. Die operativen Konsequenzen könnten die Versicherer bewältigen, allerdings nehmen die regulatorischen Unsicherheiten zu. Die Volatilitäten an den Finanzmärkten steigen, das wird die Kapitalisierung vor allem britischer Lebensversicherer schwächen.
Talanx verdient weniger
Talanx hat im ersten Quartal trotz einer geringen Belastung aus Großschäden weniger verdient. Konzernchef Herbert Haas machte dafür Währungseffekte sowie einen Sondereffekt von netto 19 Mio. Euro verantwortlich, von dem die Personen-Rückversicherung im Vorjahreszeitraum profitiert hatte. Haas zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden und bestätigte das Gewinnziel von 750 Mio. Euro für 2016. Bei der Deutschlandtochter setzt der Konzern den Umbau fort. Dafür nimmt Talanx im laufenden Jahr insgesamt 65 Mio. Euro in die Hand.
Lohrmanns Verunsicherung CXLII
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Frühes Abheuern wichtiger Assekuranz-Offiziere vor dem nächsten Auslaufen









