Legal Eye – Die Rechtskolumne Die Corona-Pandemie hat dem Markt für Unternehmensfusionen und Übernahmen einen gehörigen Dämpfer verpasst. Er nimmt nur langsam wieder an Fahrt auf, alle Akteure sind sehr vorsichtig unterwegs. Das hat auch Einfluss auf die sogenannten Warranty & Indemnity-Policen (W&I), mit denen sich solche Transaktionen absichern lassen. Corona wird den Markt für W&I-Versicherungen zwar nicht grundsätzlich in Frage stellen, er wird sich durch die Pandemie allerdings verändern.
Allgemein
Unternehmen rüsten sich gegen Cybergefahren
Cyberangriffe werden allmählich von immer mehr Unternehmen als ernstzunehmendes Risiko wahrgenommen. Sie haben im vergangenen Jahr viel Geld in ihre Cybersicherheit investiert. Das hat sich bezahlt gemacht: 2019 sind deutlich weniger Firmen Opfer von Cyberangriffen geworden. Der Anteil sank von 61 Prozent auf 39 Prozent, zeigt der aktuelle Cyber Readiness Report des Versicherers Hiscox. Doch ein Grund zur Freude ist das nicht, denn die verursachten Schäden sind drastisch gestiegen.
Eine neue Police für Unternehmen in Schieflage
Exklusiv Mit der Pandemie ist die Zeit für eine neue Police im Bereich Unternehmensübernahmen gekommen, glauben der Makler Marsh und die Kanzlei Latham & Watkins: Die Distressed Mergers & Acquisitions-Police kann dort zum Einsatz kommen, wo Verkäufer angeschlagener Unternehmen keine Garantien bieten können. So könnten in schwierigen Zeiten Unternehmen durch einen neuen Eigentümer gerettet werden. Langfristig wachse hier sogar eine Konkurrenz zur Warranty & Indemnity-Deckung heran, so die Experten.
Ausblick auf die Lebensversicherung
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Der neue Privatschutz der Allianz, Marktausblick zur Lebensversicherung von Assekurata, Pressekonferenz des PKV-Verbands zur aktuellen Gesundheitspolitik, Online-Kongress von DELA und Bayerischer und der Media Day der Swiss Re.
Swiss Re ernennt neuen Chef-Underwriter
Leute – Aktuelle Personalien Die zum Schweizer Rückversicherer Swiss Re gehörende Geschäftseinheit Life Capital wird Ende des Jahres eingestampft. Damit verliert Thierry Léger, Vorstandschef von Life Capital, seinen Job. Stattdessen wird er Chief Underwriting Officer anstelle von Edi Schmid, der den Konzern verlässt. Außerdem: Deloitte hat einen neuen Leiter für den Bereich Financial Services Industry und das Lloyd’s-Syndikat von Munich Re einen neuen Leiter der Transportversicherung.
Corona-Roundup: Betriebsschließung, Axa, Lloyd’s
Über die bayerische Lösung, nach der Versicherer bis zu 15 Prozent für Betriebsschließungsschäden von Gastronomen und Hoteliers zahlen, wird viel gestritten. Handelt es sich um Kulanzzahlungen für eigentlich unversicherte Schäden oder ist es ein Vergleichsangebot? Von der Antwort auf diese Frage hängt auch ab, ob Erstversicherer Schäden an Rückversicherer weitergeben können, erklärt Vincent Schreier, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Clyde & Co. Außerdem: Die Lufthansa schnürt zusammen mit der Axa ein Paket für erkrankte Fluggäste. Der wegen der Corona-Pandemie geschlossene Underwriting-Room von Lloyd’s of London soll am 1. September wieder öffnen. Der US-Versicherer Markel verabschiedet sich derweil aus mehreren Versicherungssparten.
AGCS feuert Hartmut Mai und Sinéad Browne
Leute – Aktuelle Personalien Joachim Müller (Bild), seit Ende 2019 Chef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), baut die Führung des Unternehmens radikal um. Als Teil des Umbaus werden Hartmut Mai und Sinéad Browne den Vorstand und das Unternehmen verlassen. Beide standen bislang an der Spitze zweier Regionen. Mai ist gerade im deutschen Markt sehr bekannt. Neu zur AGCS kommt Renate Strasser, aktuell Chefin der Schweizer Munich Re-Tochter New Re. Die AGCS ist zurzeit der größte Problemfall im Allianz-Konzern. Aber es ist unwahrscheinlich, dass schon 2020 eine Besserung eintritt.
Swiss Re findet ersten Versicherer für neue Plattform
Der Industrieversicherer der Swiss Re-Gruppe, Swiss Re Corporate Solutions, glänzte in den vergangenen Jahren nicht gerade mit positiven Nachrichten. Umso wichtiger, dass das Unternehmen jetzt einen ersten Versicherungskunden für die neugebaute Plattform für internationale Programme in der Industrieversicherung gewonnen hat. Die finnische Gesellschaft Local Tapiola wird künftig die Plattform nutzen, in die Industrieversicherungschef Andreas Berger große Hoffnungen setzt.
Die Lehren aus Wirecard
Herbert Frommes Kolumne Der Wirecard-Gründer und Chef Markus Braun ist zurückgetreten. Die Bilanzlöcher bei dem Dax-Konzern könnten sich zu einem der größten Skandale der deutschen Finanzgeschichte auswachsen. Es ist normal, dass eine Affäre von solchen Ausmaßen auch Versicherer betrifft. Manche nutzen Wirecard als Dienstleister, eine Reihe von Gesellschaften hat vergleichsweise viel in Wirecard-Aktien investiert, andere halten Anleihen. An alledem ist nichts Ehrenrühriges. Großer Diskussionsbedarf besteht aber über die Rolle der Wirtschaftsprüfer, die durch ihre Testate wichtige Anleger wie die Versicherer überhaupt erst dazu bringen, massiv bei einem dubiosen Unternehmen einzusteigen.
Lohrmanns Verunsicherung: Wer ist der schönste Industrieversicherer?
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Allianz setzt weiter große Hoffnungen in AGCS
Die Chance der Krise nutzen
Wegen der Corona-Krise musste das diesjährige Accelerator-Programm des Insurtech Hub Munich (ITHM) kurzfristig umgestellt und um zwei Monate verlängert werden. Allerdings hatten die Start-ups so in einer besonders schwierigen Situation Unterstützung. Beim Abschlusstag machte Investor Carsten Maschmeyer, der selbst in einige Start-ups aus dem ITHM investiert hat, den jungen Unternehmen Hoffnung. „Auch in einem schrumpfenden Markt ist es möglich, die eigenen Marktanteile zu vergrößern.“
Corona zieht Ratings nicht runter
Die Ratingagentur Fitch hat die meisten Versicherer aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) nicht wegen der Corona-Krise herabgestuft. Nur bei 34 Prozent der von ihr bewerteten EMEA-Versicherer hat sie ihre Einschätzung nach unten angepasst. In den meisten Fällen hat Fitch den Ausblick auf negativ gesetzt. Ein schlechteres Rating erhielten nur 12 Prozent der Versicherer. Dabei handelte es sich vor allem um italienische Gesellschaften. Sie sind auch der Grund, warum die EMEA-Region im weltweiten Vergleich relativ viele Bewertungsverschlechterungen aufweist.











