The Long View – Der Hintergrund Deutsche Versicherer wie Allianz und Munich Re haben sich das Engagement gegen den Klimawandel auf die Fahnen geschrieben. So hat die Allianz gerade erst ihre Ziele für den Kohleausstieg nachgeschärft. Allerdings gibt es dabei noch Lücken. Noch wichtiger wäre es, wenn die Gesellschaften auch beim Geschäft mit Erdöl und -gas Ernst machen würden. Hier zählen Allianz und Munich Re zu den führenden Gesellschaften.
Rückversicherer
Investoren drängen Rückversicherer zur Nachhaltigkeit
Ökologisch, nachhaltig, sozial verantwortlich: Der Druck auf Erst- und Rückversicherer, nach diesen Kriterien zu handeln, nimmt stetig zu. Nicht nur Aufsichtsbehörden und Gesellschaft fordern von den Unternehmen, ihre Geschäfte nach den sogenannten ESG-Kriterien auszurichten, sondern auch die Investoren und Aktionäre. Wenn Versicherer und Rückversicherer für sie attraktiv bleiben wollen, müssen sie handeln, so eine aktuelle Untersuchung der Ratingagentur A.M. Best.
Gefährliche neue Risiken für Kfz-Versicherer
In der Kfz-Versicherung müssen schnell Lösungen gefunden werden, um auf den tiefgreifenden Wandel der Risiken zu reagieren, der durch Hardware- und Programmierfehler sowie Cyberangriffe auf Autos und Systeme entsteht. Die Frage, wo dabei die Grenzen der Versicherbarkeit liegen, war Gegenstand einer Diskussionsrunde auf der Kfz-Jahrestagung von Businessforum21. Dabei wurde deutlich: Neben dem Umgang mit dem zunehmenden Kumulrisiko liegt ein wesentlicher Knackpunkt in der Verfügbarkeit von Daten, wenn es um die Aufklärung von Schäden geht.
US-Kältewelle kommt Munich Re teuer
Der Rückversicherer Munich Re rechnet mit Belastungen durch die US-Kältewelle, vor allem in Texas, von 450 Mio. Euro. Dennoch konnte das Unternehmen für die ersten drei Monate einen gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich verbesserten Gewinn melden. Quartalszahlen haben gerade bei Rückversicherern eine sehr begrenzte Aussagekraft. Allerdings können sie Trends aufzeigen – zum Beispiel den hohen Risikoappetit der Munich Re.
Äquivalenz trotz Solvency II-Anpassung
Seit dem Brexit gilt Großbritannien als sogenannter Drittstaat. Das heißt, britische Gesellschaften können nicht ohne weiteres in der EU tätig werden. Eine Einstufung der britischen Solvenzregeln als äquivalent zum EU-Regime Solvency II würde für einen einfachen Marktzugang sorgen. Obwohl Großbritannien begonnen hat, die EU-Regeln zu ändern, ist das nach wie vor ein realistisches Ziel. Davon zeigten sich Experten beim Rückversicherungs-Symposium der Technischen Hochschule Köln überzeugt.
Hannover Rück trotz Corona auf Kurs
Die Hannover Rück musste im Auftaktquartal weitere Belastungen durch Corona in der Lebensrückversicherung in Höhe von 151 Mio. Euro hinnehmen. Das lag über den eigenen Erwartungen, sagte Finanzchef Clemens Jungsthöfel. Gleichwohl konnte der Rückversicherer seinen Gewinn leicht steigern und sieht sich auf Kurs, um sein Gewinnziel für 2021 von über 1,15 Mrd. Euro zu erreichen. Bei den Beitragseinnahmen konnte die Talanx-Tochter kräftig zulegen.
V.E.R.S. Leipzig und SAP mit Nachhaltigkeits-Netzwerk
V.E.R.S. Leipzig und der Softwarehersteller SAP haben eine Nachhaltigkeitsplattform gegründet. Das German Sustainability Network (GSN) soll Versicherer und andere Unternehmen aus der Branche unterstützen, sich nachhaltig auszurichten – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dass sich Unternehmen über eine Mitgliedschaft nur für den schönen Schein nachhaltig geben, aber nicht mitwirken, will der Initiator aus Leipzig verhindern. „Danach werden wir schon schauen“, sagte GSN-Geschäftsführerin Theresa Jost. Man setze auf aktive Mitglieder.
Munich Re kauft mächtig viel Wald
Der Vermögensverwalter der Munich Re-Gruppe Meag investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in US-amerikanische Wälder mit einer Fläche der Insel Ibiza. Munich Re will mit dem Kauf ihr langfristiges Engagement in der US-Forstwirtschaft erhöhen. Grüne Anlageklassen sind derzeit schwer gefragt: Neben guten Renditen bietet das Investment in Wälder auch die Möglichkeit, CO2-Emissionen an anderen Stellen zu binden.
Generationswechsel in der PSV-Führung
Leute – Aktuelle Personalien Hans Melchiors, langjähriger Vorstand des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSV), geht in den Ruhestand. Verantwortlich für das Ressort „Betrieb und Finanzen“ ist ab dem 1. Mai Benedikt Köster (Bild). Die Generali Schweiz hat einen neuen Chief Operating Officer, der Abwicklungsspezialist Compre holt prominente Gesichter in seinen Verwaltungsrat, die Axa hat zwei neue Verwaltungsratsmitglieder, der Makler Marx & Marx verstärkt sich mit einem Experten von HDI Global, und Adesso verlängert den Vertrag mit Chef Michael Kenfenheuer.
Swiss Re überrascht mit guten Zahlen
Nachdem der Rückversicherer Swiss Re im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen gerutscht war, konnte er im ersten Quartal 2021 wieder mit einem überraschend hohen Gewinn aufwarten. Der Konzern verdiente dank einem guten Ergebnis in der Schaden- und Unfallrückversicherung unter dem Strich 333 Mio. Dollar, nach einem Minus von 225 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Covid-19-Schäden mussten die Schweizer vor allem in der Lebensrückversicherung verbuchen.
Munich Re: Kohle ablehnen reicht nicht
Angesichts des voranschreitenden Klimawandels steigt der Druck auf Erst- und Rückversicherer, sich von klimaschädlichem Geschäft und Investments zu trennen. Immer mehr Gesellschaften verzichten deswegen auf die Versicherung von Kohlekraftwerken und verkünden Net-Zero-Strategien. Das reicht aber nicht aus, sagte Ernst Rauch, Chef-Klimaforscher der Munich Re, auf einer virtuellen Veranstaltung der Deutschen Aktuarvereinigung. Die Versicherer hätten noch viel mehr Möglichkeiten, den Klimawandel zu beeinflussen. Sie müssten es nur tun.
Willis kurz vor Verkauf von Töchtern
Große Bewegung in der europäischen Maklerszene: Willis steht nach Informationen des Versicherungsmonitors wenige Tage vor dem Verkauf von Unternehmensteilen, die der Makler im Zuge der Übernahme durch Aon abgeben muss, um die Zustimmung der EU-Kartellbehörden zu erreichen. Dazu gehört auch das deutsche Industrieversicherungsgeschäft. Ein Deal sei noch in dieser oder der kommenden Woche zu erwarten, hieß es in Branchenkreisen. Aon und Willis machen Tempo: Die Auflagen der EU sollen bis Mitte Juni erfüllt sein, damit die Fusion endlich durchgeht. Die Kommission hatte Ende Juli als Frist gesetzt.
Munich Re fordert staatliche Cyberdeckung
Munich Re-Chef Joachim Wenning hält nicht nur Pandemien für unversicherbar – sondern auch schwere Cyberangriffe. Deshalb müsse auch hier eine Partnerschaft zwischen Staaten und Versicherern eingerichtet werden. Pandemie-Systeme sollten sofort nach der Corona-Pandemie aufgebaut werden. Ähnliche Lösungen müssten auch für Cyberangriffe gefunden werden, weil Hacker durch Viren einen weltweiten Computer-Blackout anrichten können.
Bayerische-Vorstand Schneidemann wird DAV-Chef
Leute – Aktuelle Personalien Guido Bader, im Hauptberuf Vorstand der Stuttgarter Leben, gibt die Leitung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) turnusgemäß ab. Nachfolger ist Herbert Schneidemann (Bild), Chef der Bayerischen. Zudem wurden vier Aktuarinnen in das Gremium gewählt, sodass die Frauenquote nun knapp ein Drittel beträgt. Eine neue Frau soll es künftig auch im Aufsichtsrat der Munich Re geben, und die Öffentliche Versicherung Braunschweig verliert einen Vorstand an den Hannoveraner Konkurrenten Concordia.












