Viele Rückversicherer wollen bei den derzeit laufenden Erneuerungsverhandlungen zum 1. Januar 2021 Pandemieausschlüsse in ihren Verträgen verankern. Problematisch ist dies für Erstversicherer, die Mehrjahres-Verträge in den Büchern haben. Aon-Deutschlandchef Jan-Oliver Thofern fordert die Rückversicherer bei einem virtuellen Vortrag auf, hier nicht allzu dogmatisch vorzugehen. Er erwartet produktive und konstruktive Gespräche mit den Rückversicherungspartnern.
Rückversicherer
In Habachtstellung
Exklusiv Im Frühjahr haben die meisten Versicherer und Makler den größten Teil der Belegschaft ins Homeoffice geschickt. Im Sommer war eine langsame Rückkehr in die Büros zu beobachten, allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen. Die anfängliche Hoffnung, dass das Gröbste überstanden ist und sich die Lage immer weiter entspannt, hat sich nicht erfüllt. Die Infektionszahlen steigen wieder deutlich an, in Deutschland und auch in anderen Ländern. Der Versicherungsmonitor hat Versicherer und Makler dazu befragt, welche Strategie sie aktuell bei Homeoffice, Dienstreisen und Schutzmaßnahmen verfolgen.
Munich Re: Stefan Golling folgt auf Peter Röder
Leute – Aktuelle Personalien Die Munich Re befördert Underwriting-Chef Stefan Golling. Der 44-Jährige wird bei dem Rückversicherer Anfang 2021 Nachfolger des langjährigen Vorstandsmitglieds Peter Röder, der sich in den Ruhestand zurückzieht. Außerdem: Die US-Konzerntochter Munich Re Specialty Insurance bekommt eine neue Underwriting-Chefin und die Axa Schweiz eine neue Vorstandschefin. Willis Towers Watson verstärkt sich mit einem Experten für Klimawandel und Marsh mit einer Cyberexpertin. FM Global bildet einen neuen Geschäftsbereich für Kunden aus der Zellstoff- und Papier- sowie der chemischen Industrie, und Swiss Re-Urgestein Walter Kielholz hat für die Zeit nach seinem Rückzug im kommenden Jahr bereits eine neue […]
Swiss Re: Schwerste Erneuerungsrunde aller Zeiten
Die Preise für Rückversicherungsdeckungen steigen derzeit stark. Dennoch rechnet Swiss Re-Manager Frank Reichelt mit einer der härtesten Erneuerungsrunden, die die Branche je erlebt hat. Grund seien die vielen ungelöste Fragen rund um die Abdeckung von Infektionskrankheiten, sagte er bei einer Webkonferenz. Reichelt, der bei dem Rückversicherer für die Märkte Nord-, Zentral- und Osteuropa zuständig ist, bezweifelt, dass sich das Thema noch innerhalb der virtuellen Baden-Baden-Verhandlungen klären wird.
IFRS 17 beschleunigt Digitalisierung
Die Einführung des internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 17 wurde im März dieses Jahres um ein weiteres Jahr verschoben. Die Munich Re ruht sich darauf aber nicht aus. Im Gegenteil: Der Rückversicherer nutzt die Zeit und treibt die gruppenweite Harmonisierung der Standards voran. Für alle Länder soll es künftig eine identische Interpretation der Standards geben, sagte Finanzchef Christoph Jurecka beim digitalen CFO Dinner der Süddeutschen Zeitung. Die Umstellung sei aus zwei Gründen wichtig: Sie beschleunige die Digitalisierung und verändere die Funktion des Finanzvorstands.
Versicherer bleiben von „Delta“ verschont
Ersten Schätzungen zufolge hat Hurrikan „Delta“ vergleichsweise geringe Schäden für die Versicherungsbranche verursacht. Die Risikoanalysefirma Karen Clark & Company rechnet mit rund 1,25 Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro). Allerdings dürfte sich die Schadenbearbeitung als besonders schwierig herausstellen, da „Delta“ so kurz nach den Hurrikans „Sally“ und „Laura“ auf dieselbe Region getroffen ist. Das könnte nicht nur die Schäden für Erstversicherer erhöhen, sondern auch Rückversicherer belasten.
Lloyd’s will Versicherer zum Umdenken bewegen
John Neal, Chef des Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s hatte in den vergangenen Wochen gefordert, dass die Versicherer die Corona-Krise als Chance sehen sollten, sich auf die wahren Bedürfnisse ihrer Kunden zurückzubesinnen. Jetzt untermauert Lloyd’s diesen Standpunkt mit einem 30 Seiten starken Bericht. Er befasst sich mit der Frage, wie Versicherer mit einfacheren Policen einen besseren Schutz ihrer Kunden erreichen können. Kern des Dokuments sind drei wesentliche Empfehlungen.
Daimler und Swiss Re starten Mobilitätsplattform
Der Autobauer Daimler und der Rückversicherer Swiss Re gründen unter dem Namen Movinx einen gemeinsamen Vermittler für Auto- und Mobilitätsversicherungen. Das Unternehmen, an dem die Konzerne jeweils 50 Prozent halten, will Autoherstellern länderübergreifend eine einheitliche Technologieplattform anbieten, über die Erstversicherer ihre Policen verkaufen können. Daimler erhofft sich großen Einfluss auf Preise und Konditionen, denn Movinx wird als Managing General Agent auftreten. Für die Versicherer sind solche Entwicklungen besorgniserregend. Sie fungieren zunehmend nur noch als Zulieferer für die Risikoübernahme.
Versicherungsumbau lohnt nicht – für Aktionäre
Die Analysten der Investmentbank J.P. Morgan haben die Entwicklung großer börsennotierter europäischer Versicherer in den vergangenen zehn Jahren untersucht. Ihre wichtigste Erkenntnis: Investments in Versicherer, die auf Restrukturierung und Umbau setzen, laufen aus Sicht der Aktionäre schlechter als die in andere Gesellschaften. Zu den Unternehmen in der Analyse gehören Allianz, Axa, Generali, Hannover Re, Munich Re, Talanx und Zurich. Ein weiteres Ergebnis: Versicherer liefern deutlich höhere Erträge für Aktionäre als der Gesamtmarkt.








